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How to be a Star (3)

© geralt, pixabay.com„Na, hallo mein Lieber, wie steht´s mit dem Schreiben?“ Tom schüttelt mir Kumpelhaft die Hand. „Es läuft. Was gibt’ s?“ „Lass uns mal reingehen.“ Mit einem „Uff“ hievt sich Tom auf das Sofa.
 

„Ich muss nur ein paar Dinge mit ihrem Sohnemann besprechen, dann bin ich auch gleich wieder weg!“ Er wartet, bis meine Eltern verschwunden sind, dann wird sein Ton schärfer „ Also mein Lieber, was war das da vorhin?“. Ich suche nach einer Antwort. Was sollte ich schon sagen? „Ich hatte nur mal Lust, in eine Schule zu gehen.“ Das geht natürlich nicht. Also kommt letztendlich nur ein langgezogenes „Ääähhh“ aus meinem Mund. Nicht gerade intelligent. Aber man kann nichts daran falsch machen.

„So so. Du scheinst heute ja nicht gerade auf den Mund gefallen zu sein.“ „Hm“ „Gut. Dann rede eben ich.“ er sieht mich wütend an „Das kommt nicht noch einmal vor, mein Lieber, NIE mehr, ist das klar?“ seine Stimme hat einen bedrohlichen Unterton angenommen „Hast du das verstanden? Nie. Mehr.“. Ich nicke nur.

„Okay. Was ich noch sagen wollte: Ich plane eine Tournee für dich, Februar oder März müsste es soweit sein. Hast du neue Lieder?“ Ich bin immer noch eingeschnappt und nicke noch einmal. „Okay, wo sind die Texte?“ „Hier“, ich greife in eine Schublade und ziehe ein Handgeschriebenes Blatt Papier heraus „Das Lied heißt „Laufen““. „So so“ Tom studiert das Blatt eingehend „Hast du schon eine Melodie?!“ „Ja. Hab ich.“  „Sing!“

Ich fange an zu singen.
„STOP!“, ruft Tom. „Stop“. „Was denn?“, ich kapiere nicht, was er für ein Problem hat.
„Das ist Rock!“
„Und?“
„Du bist ein Popsänger!“
„Ich mag halt Rock mehr!“
Tom stöhnt und fasst sich an den Kopf.
„Fakt ist, du spielst das nicht.“
„Was, wenn ich es trotzdem spiele?“
„Wer ist hier der Manager?“
„Einen Scheiß kannst du managen!“

Gut, ich gebs zu, ich raste vielleicht leichter aus als andere.
„Ababababa! Keine Schimpfwörter!“
„Du bist nicht mein Vater!“
„Nein, ich bin eine Art Chef.“
„Dann ist das Kinderarbeit!“
„Das ist Kunst, keine Arbeit!“
„Was verstehst du schon von Kunst? Das einzige, was du kannst, ist Geld zählen! Leck mich!“

Mein Vater kommt rein. „Was geht hier vor?“, fragt er,  „Man hört euch im ganzen Haus!“ „Jack will einen publikums- und kassenschädlichen Song spielen. Das kann ich natürlich nicht zulassen.“, macht sich Tom wichtig. Jim kommt auch herein, sieht zwischen mir und Tom hin und her, er runzelt die Stirn. „Stimmt gar nicht! Es ist nur Rock!“, protestiere ich. Mein Vater winkt ab und geht raus. So etwas überlässt er Tom. Tom fängt an, unglaublich vernünftig zu erklären. Ich höre nicht genau, was Jim daraufhin zu Tom dagt, ich halte mir aus Protest die Ohren zu.
Nacher geht Tom dann aber ziemlich einsichtig.

„Was hast du gesagt?“, frage ich Jim. "Ach, nichts, nur ein bisschen von wegen Künstlerfreiheit", brummmt er und grinst. Man sieht ihm die Lüge an der Nasenspitze an.

Anfang verpasst? Hier kannst du die ersten Teile lesen:
How to be a Star - Teil 1
How to be a Star - Teil 2

 


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