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Die Geschichte der Sklaverei

Die Geschichte der Sklaverei ist sehr alt fast so alt wie die Menschheit selbst. In allen alten Gesellschaften war die Sklaverei anerkannt und üblich.

Sklaverei im Altertum

Im alten Griechenland vor 3500 Jahren wurden Sklaven zu einer Ware gemacht. Der berühmte Philosoph Aristoteles bezeichnete Sklaven als lebendiges Eigentum.
Meist waren es Bürger, die sich bei einem anderen verschuldet hatten. Sie wurden dann von Gerichten zur Sklaverei verurteilt. Aber auch Gefangene in Kriegen wurden versklavt.

Die Einführung der Sklaverei hatte große Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes: Durch die Ausbeutung von Sklaven hatten die freien Menschen mehr Zeit, um sich über Politik und anderes Gedanken zu machen. So entstand auch die Idee zur Demokratie, die aber zu dieser Zeit nur für freie Bürger galt.

Im römischen Reich, dem heutigen Italien, gab es sogar noch mehr Sklaven. Stell dir vor: Auf einen freien Bürger kamen damals 20 Sklaven! Du kennst vielleicht Gladiatorenkämpfe? Diese waren nichts anderes als Sklavenkämpfe zur Belustigung der Römer. Wer gewann und überlebte, konnte von seinem Herren begnadigt und damit in die Freiheit entlassen werden. Doch einer starb immer. Im Gegensatz zu den Griechen hatten die Römer noch mehr Macht über ihre Sklaven: Sie konnten sie töten, ohne bestraft zu werden. Es kam auch zu Aufständen: Der berühmteste ist der Aufstand des Spartacus.

Doch nicht nur in Europa, auch in Ägypten, Indien oder China gab es Sklaven. Sie mussten im Haushalt, auf den Feldern oder an großen Bauwerken arbeiten. Auch die riesigen Pyramiden sind im Grunde ein Ergebnis der Sklaverei.

Und wenn wir uns weiter auf der Welt umschauen, sehen wir: Sogar die Indianer, die Mayas und Inkas hatten Sklaven. Auch hier mussten sie auf Feldern schuften oder wurden in Kriegen zu Soldaten gemacht.

Sklaverei im Mittelalter

In Europa gab es im Mittelalter Sklaven, die Leibeigene genannt wurden. Ein Leibeigener hatte keine Bürgerrechte und musste Acker bewirtschaften, der ihm nicht gehörte. Manchmal wurde Leibeigenschaft auch an die Kinder weitergegeben. Durch die Abhängigkeit vom Lehnsherren wurden sie meist automatisch wieder Leibeigene. Bis Ende des 19. Jahrhundert gab es auf dem Land diese Form der Sklaverei.
 

Sklaverei in der Neuzeit

Die Sklaverei in der Neuzeit begann mit der Eroberung Amerikas und Afrikas im 15. Jahrhundert. In Süd- und Mittelamerika wurden von den spanischen Kolonisten erst einheimische Indianer zu Sklaven gemacht. Sie mussten vor allem in Bergwerken arbeiten, um ihren Herren Schätze wie Gold zu besorgen. Die Spanier steckten aber viele von ihnen mit europäischen Krankheiten an, an denen die meisten Indianer starben.

Deshalb fingen die Spanier an, Afrikaner für sich arbeiten zu lassen. Das erste Land, das Menschen aus Afrika versklavte, war Portugal. 1444 erkundeten portugiesische Seefahrer die Westküste Afrikas. Sie nahmen viele Schwarzafrikaner gefangen und tauschten sie gegen Güter. Es gab in Afrika auch schon vorher Sklaverei. Allerdings besaßen Sklaven Menschenrechte: Sie hatten eigenen Besitz und eine Familie und gehörten oft in die Familie ihres Herren wie ein Verwandter. Erst durch die Europäer wurden Menschen zu einer Ware gemacht, mit der viel Geld verdient werden konnte.

Manche afrikanische Könige verkauften ihre eigenen Landsleute. Im 17. Jahrhundert fing man in Amerika an, Zuckerrohr, Kaffee, Kakao und Baumwolle anzubauen. Auf den Plantagen mussten jetzt afrikanische Sklaven schuften. Die Zahl der als Feldsklaven bezeichneten Afrikanern stieg ins Unvorstellbare. Insgesamt wurden bis zu 100 Millionen Menschen aus Afrika verschleppt!

Ein Beispiel

  • Ein Sklavenhändler bezahlte an der Guineaküste in Afrika für einen gesunden schwarzafrikanischen Mann:
  • 310 Gramm Gold
  • 27 Gewehre
  • 160 Taler
  • 240 Meter dänischer Kattun (bedrucktes Baumwollgewebe)
  • Schiesspulver
  • 710 Liter Brandwein
  • 815 Liter Rum
  • 250000 Kauris (das Gehäuse einer im Indischen Ozean lebenden Schnecke)
  • 315000 Flintsteine (Feuersteine)

Dreieckshandel

Der Dreieckshandel beschreibt den Handel mit den Menschen aus Afrika in drei Etappen:

  1. In Europa wurden Schiffe mit Tauschwaren beladen mit Kupfer- und Eisenwaren, Waffen und Schnaps. Das tauschten die Europäer an der Westküste Afrikas gegen sogenanntes „Ebenholz“. Das war sozusagen der Deckname für die Schwarzen in Anspielung auf ihre Hautfarbe.
  2. Das Schiff - bis unter die Luke mit Menschen beladen - segelte jetzt nach Amerika. Dort wurden die Afrikaner gegen Waren wie Kaffee, Zucker, Kakao und Baumwolle umgetauscht.
  3. Und dann segelte das Schiff zurück nach Europa. Dort wurde es bereits von den Europäern erwartet. Kakao und Kaffee waren nämlich groß in Mode an den reichen Fürstenhöfen.

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Es ist ein Irrtum, der auf die Griechen beruht, dass die Pyramiden von Sklaven erbaut wurden. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass es freiwillige Arbeiter waren. Sie wurden in der Nähe der Pyramiden bestattet. Niemals hätte man Sklaven diese hohe Ehre erwiesen! Daher Artikel diesbezüglich bitte korrigieren. :-)