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Was ist eigentlich „Pegida“?

© Caruso Pinguin, flickr, CC BY-NC 2.0Vielleicht hast du in den MedienDas Wort Medium (die Einzahl von Medien) kommt wie viele Fremdwörter aus dem Lateinischen und bedeutet: "Vermittler". Mit einem Medium kann man nämlich Informationen und Daten weiterleiten. Es gibt ganz klassische Medien wie die Sprache, Briefe, Bücher oder Zeitungen. Elektronische (digitale) Medien wie das Fernsehen oder das Internet bezeichnet man oft als "Neue" Medien. Medien, die sich an sehr viele Menschen richten, nennt man Massenmedien. Damit sind vor allem die großen Zeitungen, Fernsehen, Radio oder Websites im Internet gemeint. das Wort „Pegida“ schon öfter mal gehört. Die Organisation ist im Oktober 2014 entstanden und wird seitdem in den Nachrichten ziemlich oft genannt. Wir erklären dir, was damit gemeint ist.
 

Wie alles begann

Die Pegida-Bewegung hat ihren Ursprung in Dresden. Dort haben sich im Oktober 2014 ein paar Tausend Menschen zusammengeschlossen und gehen seitdem jeden Montag demonstrieren. „Pegida“ ist die Abkürzung für  „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Patriotisch bedeutet soviel wie "vaterlandsliebend" - es heißt also, dass man sich mit seinem Land ganz besonders verbunden fühlt und stolz darauf ist. Mit dem Wort Abendland ist das westliche Europa bzw. die westliche Welt gemeint, die zum Großteil von der Religion ChristentumDas Christentum ist die größte Religion der Welt. Die Christen verehren nur einen Gott und Jesus Christus ist sein Sohn. Das heilige Buch der Christen ist die Bibel. Man kann Christen in Katholiken, Protestanten und Orthodoxe Gläubige unterscheiden. geprägt ist. Übersetzt bedeutet der Begriff Pegida in etwa, dass die Demonstranten dagegen sind, dass sich in Deutschland die Kultur des Islams verbreitet und damit die christlichen Werte verdrängt werden.

Wogegen wird demonstriert?

Zurzeit kommen viele Flüchtlinge aus Kriegsgebieten nach Europa, unter anderem auch nach Deutschland. Sie suchen Schutz und Hilfe. Viele von ihnen kommen aus muslimischen Ländern, wie zum Beispiel Syrien. Damit, dass diese Menschen in Deutschland aufgenommen werden, sind die Pegida-Anhänger nicht einverstanden. Sie sind dagegen, dass zuviele Muslime nach Deutschland kommen und hier leben. Denn die Religion Islam ist ihnen fremd und sie fürchten, dass er sich zu sehr ausbreiten könnte. Daher schließen sie sich zusammen und verbreiten eine schlechte Stimmung gegen Menschen muslimischen Glaubens. Mittlerweile gibt es Pegida nicht nur in Dresden. Aus der Bewegung haben sich ähnliche Gruppen in anderen Regionen Deutschlands gebildet, etwa die Bogida (in Bonn), die Bärgida (in Berlin) oder die Dügida (in Düsseldorf).

Eine Pegida-Demonstration vereint aber auch Menschen, die unterschiedliche Beweggründe haben. Die meisten Demonstranten wollen einfach ihren Frust gegen die Politik loswerden. Andere sind gegen die Medien im Allgemeinen und behaupten, dass Zeitungen und Fernsehen viele Lügen verbreiten würden. Besonders weit verbreitet scheint unter den Pegida-Anhängern die Angst vor dem Fremden zu sein. Die Grenze zur Ausländerfeindlichkeit ist hier ziemlich schmal. Tatsächlich sind unter den Demonstranten viele rechtsextreme Anhänger und Hooligans (Krawallmacher) zu finden. Auch einige der Organisatoren von Pegida zählen zu den Rechtsextremen. Zuletzt gab es Streit bei den Anführern von Pegida, so dass es abzuwarten bleibt, wie es mit der islamkritischen Bewegung weitergeht.

Die Pegida-Demos rufen gleichzeitig aber auch immer Gegen-Demos hervor. Sehr viele Menschen gehen auf die Straße und demonstrieren für die Rechte von Flüchtlingen und dafür, dass man sie schützt und ihnen hilft. Sie sind für ein offenes Deutschland und ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen und wollen zeigen, dass nicht alle Deutschen so denken wie die Pegida-Anhänger.
 

Hintergrund: Flüchtlinge in Deutschland

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland so viele Flüchtlinge und Asylsuchende wie lange nicht aufgenommen. Über 200.000 Menschen haben Anträge gestellt. Das sind 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Grund sind die zahlreichen Kriege und Bürgerkriege in der Welt. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien. Denn dort herrscht im Moment Krieg und die Menschen fürchten um ihr Leben.

Unter den Flüchtlingen sind auch viele Kinder. Ihre Eltern wollen sie beschützen und in Deutschland sowie anderen Ländern Europas in Sicherheit bringen. Viele von ihnen haben einen schweren und sehr weiten Weg hinter sich. Sie mussten von Lager zu Lager, haben oft Hunger gelitten und gefroren. Flüchtlinge können kaum Sachen mitnehmen und mussten fast alles in der Heimat lassen. Auch haben sie schreckliche Dinge miterlebt, die ihnen zu schaffen machen und von denen sie oft Albträume haben.

Obwohl der Anstieg der Flüchtlingszahlen nicht überraschend kam, scheint die deutsche Politik ziemlich überfordert damit zu sein. Viele Städte und Gemeinden sind auf der Suche nach geeigneten Unterkünften. Doch das ist nicht leicht, selbst wenn es leerstehende Gebäude gibt, die sich hierfür eignen. Denn häufig haben Anwohner etwas dagegen, dass ein Flüchtlingsheim in ihrer Nähe eingerichtet wird. Immer wieder gab es deshalb kleinere Proteste. Die Menschen haben Angst vor den Fremden und möchten lieber 'unter sich' bleiben – und diese Angst wird durch die Pegida-Bewegung stark geschürt. 

Stand des Artikels: 19.01.2015


 

Liebe erwachsene Leser,

wir sind uns bewusst, dass Pegida ein sehr polarisierendes Thema ist. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass wir nur Kommentare von Kindern freischalten, da wir eine Kinderwebsite sind. Andere Meinungen von Kindern sind natürlich zulässig und werden von uns freigegeben, solange sie nicht fremdenfeindlich sind, nicht die international gültigen Menschen- und KinderrechteDie Kinderrechte wurden am 20. November 1989 von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UNO=United Nations Organisation) beschlossen, um den Kindern weltweit ihre eigenen Rechte zu geben. Diese wurden dann in der sogenannten Kinderrechtskonvention zusammengefasst. Sie hat über 50 Artikel (Abschnitte zu bestimmten Themen). In denen steht unter anderem, dass Kinder auch vom Staat vor Gewalt und Ausbeutung geschützt werden müssen. missachten oder gegen Gesetze verstoßen. 
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Eure Kommentare

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ihr habt das supper erklärt ihr solltet auch noch mehr solche Themen anschreiben!!!!

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Wunderbar und schön verfasst. Macht einem die möglichen Gründe einer solchen Versammlung ein wenig verständlicher. Ich bin zwar nicht ganz der Meinung, dass es sich bei der Organisation Pegida überschwänglich um "normale Bürger" handelt, jedoch hat auch dort ja jeder seine eigenen Kriterien und Meinungen nicht wahr? Trotzdem sehr schöner Text der alles wunderbar veranschaulicht. Ich kann ihn für mein Examen sehr gut gebrauchen! Vielen Dank!

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Perfekt für den Politik Unterricht! :D
Sehr Informativer Text und außerdem gut verständlich!

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Auch viele Kinder sind dabei ? Also ich sehe nur Männer. Bei uns in der Nähe befindet sich ein Flüchtlingsheim und dort sind vielleicht 3% Frauen mit Kinder und der Rest Männer.

[Anmerkung der Redaktion: Hallo! Ja, das ist gut möglich. Denn häufig werden die allein angereisten Mütter und Kinder sowie Familien in anderen Unterkünften untergebracht als Männer ohne Famile. Die Aussage im Artikel ist völlig richtig: Im vergangenen Jahr sind etwa 300.000 Kinder und Jugendliche nach Deutschland geflüchtet. Viele Grüße, das ks-Team]

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Hey Autor,
ich finde deinen text wirklich toll !
Das hast du gut gemacht :)

Lg deine chantal ; chantiiii

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Sehr verständlich und ich weiß jetzt auch was es bedeutet, wenn es in den Nachrichten gesagt wird

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Bei uns in der Stadt sind die auch heute. Gut zu wissen was die machen und warum sie es machen.

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sehr interessant es hilft weiter. ich muss ein referat über diese Thema schreiben. ich finde das die flüchtlinge einem leid tun müssen. sie müssen fliehen aus ihrem eigenem land und hier werden sie auch nicht ganz aufgennomen. man hilft ihnen aber sie fühlen sich trotzdem nicht so wohl (Auf jeden fall glaube ich das) es ist auch so das es manchmal nicht so nette ausländer gibt aber das sind meistens die hier aufgewachsen sind und die die flüchten da sind manchmal leute dabei die stören. aber nach meiner Meinung sind das ein oder zwei leute von sag ich mal 50. es sind nicht alle böse, also PEGIDA ist nicht gut. PEGIDA hat einfach nur Angst die tun mir sogesehen leid. einfach nur verwirrte Leute die keine ahnung haben was sie da tun.

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Unwissenheit führt zu Angst!
Angst führt zu Wut und aus Wut wird Hass!
Würden ALLE Menschen den Religionshintergrund beiseite lassen, könnten ALLE Menschen in Frieden leben..

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Ich bin der Meinung, dass man jedem Menschen helfen sollte und selbst wenn man Angst vor Fremden hat, heißt es nicht, dass man sie vermeiden sollte. Nein im Gegenteil man sollte auf sie zu gehen, denn dann kann man seine Angst überwinden. Man sollte keine Vorurteile haben und außerdem steht das ChristentumDas Christentum ist die größte Religion der Welt. Die Christen verehren nur einen Gott und Jesus Christus ist sein Sohn. Das heilige Buch der Christen ist die Bibel. Man kann Christen in Katholiken, Protestanten und Orthodoxe Gläubige unterscheiden. doch dafür, dass man seinen Mitmenschen hilft, egal ob sie Fremd sind oder nicht. Wenn in Deutschland Krieg wäre (was hoffentlich niemals passiert) würden die Menschen doch auch sofort in ein anderes Land fliehen und dort auf Hilfe hoffen und so ist es jetzt mit den Flüchtlingen. Jedoch sollten sich die Flüchtlinge auch ein wenig anpassen, nicht etwa z.B ihr Kopftuch ablegen, Nein sie sollten ihrem Gott (welcher Gott es auch ist) dankbar sein, dass sie überlebt haben und den Ländern gegenüber dankbar sein, die sie aufnehmen und ihnen helfen.

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