Vorschau des Artikels
+453
139

Was ist eigentlich „Pegida“?

© Caruso Pinguin, flickr, CC BY-NC 2.0Vielleicht hast du in den MedienDas Wort Medium (die Einzahl von Medien) kommt wie viele Fremdwörter aus dem Lateinischen und bedeutet: "Vermittler". Mit einem Medium kann man nämlich Informationen und Daten weiterleiten. Es gibt ganz klassische Medien wie die Sprache, Briefe, Bücher oder Zeitungen. Elektronische (digitale) Medien wie das Fernsehen oder das Internet bezeichnet man oft als "Neue" Medien. Medien, die sich an sehr viele Menschen richten, nennt man Massenmedien. Damit sind vor allem die großen Zeitungen, Fernsehen, Radio oder Websites im Internet gemeint. das Wort „Pegida“ schon öfter mal gehört. Die Organisation ist im Oktober 2014 entstanden und wird seitdem in den Nachrichten ziemlich oft genannt. Wir erklären dir, was damit gemeint ist.
 

Wie alles begann

Die Pegida-Bewegung hat ihren Ursprung in Dresden. Dort haben sich im Oktober 2014 ein paar Tausend Menschen zusammengeschlossen und gehen seitdem jeden Montag demonstrieren. „Pegida“ ist die Abkürzung für  „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Patriotisch bedeutet soviel wie "vaterlandsliebend" - es heißt also, dass man sich mit seinem Land ganz besonders verbunden fühlt und stolz darauf ist. Mit dem Wort Abendland ist das westliche Europa bzw. die westliche Welt gemeint, die zum Großteil von der Religion ChristentumDas Christentum ist die größte Religion der Welt. Die Christen verehren nur einen Gott und Jesus Christus ist sein Sohn. Das heilige Buch der Christen ist die Bibel. Man kann Christen in Katholiken, Protestanten und Orthodoxe Gläubige unterscheiden. geprägt ist. Übersetzt bedeutet der Begriff Pegida in etwa, dass die Demonstranten dagegen sind, dass sich in Deutschland die Kultur des Islams verbreitet und damit die christlichen Werte verdrängt werden.

Wogegen wird demonstriert?

Zurzeit kommen viele Flüchtlinge aus Kriegsgebieten nach Europa, unter anderem auch nach Deutschland. Sie suchen Schutz und Hilfe. Viele von ihnen kommen aus muslimischen Ländern, wie zum Beispiel Syrien. Damit, dass diese Menschen in Deutschland aufgenommen werden, sind die Pegida-Anhänger nicht einverstanden. Sie sind dagegen, dass zuviele Muslime nach Deutschland kommen und hier leben. Denn die Religion Islam ist ihnen fremd und sie fürchten, dass er sich zu sehr ausbreiten könnte. Daher schließen sie sich zusammen und verbreiten eine schlechte Stimmung gegen Menschen muslimischen Glaubens. Mittlerweile gibt es Pegida nicht nur in Dresden. Aus der Bewegung haben sich ähnliche Gruppen in anderen Regionen Deutschlands gebildet, etwa die Bogida (in Bonn), die Bärgida (in Berlin) oder die Dügida (in Düsseldorf).

Eine Pegida-Demonstration vereint aber auch Menschen, die unterschiedliche Beweggründe haben. Die meisten Demonstranten wollen einfach ihren Frust gegen die Politik loswerden. Andere sind gegen die Medien im Allgemeinen und behaupten, dass Zeitungen und Fernsehen viele Lügen verbreiten würden. Besonders weit verbreitet scheint unter den Pegida-Anhängern die Angst vor dem Fremden zu sein. Die Grenze zur Ausländerfeindlichkeit ist hier ziemlich schmal. Tatsächlich sind unter den Demonstranten viele rechtsextreme Anhänger und Hooligans (Krawallmacher) zu finden. Auch einige der Organisatoren von Pegida zählen zu den Rechtsextremen. Zuletzt gab es Streit bei den Anführern von Pegida, so dass es abzuwarten bleibt, wie es mit der islamkritischen Bewegung weitergeht.

Die Pegida-Demos rufen gleichzeitig aber auch immer Gegen-Demos hervor. Sehr viele Menschen gehen auf die Straße und demonstrieren für die Rechte von Flüchtlingen und dafür, dass man sie schützt und ihnen hilft. Sie sind für ein offenes Deutschland und ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen und wollen zeigen, dass nicht alle Deutschen so denken wie die Pegida-Anhänger.
 

Hintergrund: Flüchtlinge in Deutschland

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland so viele Flüchtlinge und Asylsuchende wie lange nicht aufgenommen. Über 200.000 Menschen haben Anträge gestellt. Das sind 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Grund sind die zahlreichen Kriege und Bürgerkriege in der Welt. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien. Denn dort herrscht im Moment Krieg und die Menschen fürchten um ihr Leben.

Unter den Flüchtlingen sind auch viele Kinder. Ihre Eltern wollen sie beschützen und in Deutschland sowie anderen Ländern Europas in Sicherheit bringen. Viele von ihnen haben einen schweren und sehr weiten Weg hinter sich. Sie mussten von Lager zu Lager, haben oft Hunger gelitten und gefroren. Flüchtlinge können kaum Sachen mitnehmen und mussten fast alles in der Heimat lassen. Auch haben sie schreckliche Dinge miterlebt, die ihnen zu schaffen machen und von denen sie oft Albträume haben.

Obwohl der Anstieg der Flüchtlingszahlen nicht überraschend kam, scheint die deutsche Politik ziemlich überfordert damit zu sein. Viele Städte und Gemeinden sind auf der Suche nach geeigneten Unterkünften. Doch das ist nicht leicht, selbst wenn es leerstehende Gebäude gibt, die sich hierfür eignen. Denn häufig haben Anwohner etwas dagegen, dass ein Flüchtlingsheim in ihrer Nähe eingerichtet wird. Immer wieder gab es deshalb kleinere Proteste. Die Menschen haben Angst vor den Fremden und möchten lieber 'unter sich' bleiben – und diese Angst wird durch die Pegida-Bewegung stark geschürt. 

Stand des Artikels: 19.01.2015


 

Liebe erwachsene Leser,

wir sind uns bewusst, dass Pegida ein sehr polarisierendes Thema ist. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass wir nur Kommentare von Kindern freischalten, da wir eine Kinderwebsite sind. Andere Meinungen von Kindern sind natürlich zulässig und werden von uns freigegeben, solange sie nicht fremdenfeindlich sind, nicht die international gültigen Menschen- und KinderrechteDie Kinderrechte wurden am 20. November 1989 von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UNO=United Nations Organisation) beschlossen, um den Kindern weltweit ihre eigenen Rechte zu geben. Diese wurden dann in der sogenannten Kinderrechtskonvention zusammengefasst. Sie hat über 50 Artikel (Abschnitte zu bestimmten Themen). In denen steht unter anderem, dass Kinder auch vom Staat vor Gewalt und Ausbeutung geschützt werden müssen. missachten oder gegen Gesetze verstoßen. 
Wir bitten Sie von Kommentaren abzusehen!

Vielen Dank, das Kindersache-Team

453 gute Bewertungen zum Artikel!
Deine Bewertung?

Eure Kommentare

Vorschau

Danke, auch ich mit 56 Jahren fühle mich gut informiert.. Hermann aus Österreich

Vorschau

Sehr hilfreicher Bericht für die Erzieher Ausbildung

Vorschau

Ich habe einen Text über die Pegida schreiben müssen, und ich muss sagen diese Erklärungen haben mir sehr geholfen.
Hut ab :-)

Vorschau

Super erklärt. Perfekt für kleine Kinder zu erzählen ;)

Vorschau

Super erklärt! Danke!

Vorschau

Alles wunderbar beschrieben und erklärt :D

Vorschau

Danke für diese super Erklärung. Ich habe mich ewig lange gefragt was es mit dem Begriff pegida auf sich hat, ihr habt es mir erklärt. Danke :-)

Vorschau

ihr habt das supper erklärt ihr solltet auch noch mehr solche Themen anschreiben!!!!

Vorschau

Wunderbar und schön verfasst. Macht einem die möglichen Gründe einer solchen Versammlung ein wenig verständlicher. Ich bin zwar nicht ganz der Meinung, dass es sich bei der Organisation Pegida überschwänglich um "normale Bürger" handelt, jedoch hat auch dort ja jeder seine eigenen Kriterien und Meinungen nicht wahr? Trotzdem sehr schöner Text der alles wunderbar veranschaulicht. Ich kann ihn für mein Examen sehr gut gebrauchen! Vielen Dank!

Vorschau

Perfekt für den Politik Unterricht! :D
Sehr Informativer Text und außerdem gut verständlich!

Dein Kommentar aufschreiben