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Wer zeichnet eigentlich Gustafson?

© Thorsten TrantowThorsten Trantow zeichnet seit vielen Jahren den Comic „Gustafson“, den wir auf kindersache zeigen. Wir haben ihn gefragt, wie er immer auf so witzige Ideen kommt und wie der Beruf des Illustrators so ist.


Thorsten, wie lange gibt es den Igel Gustafson eigentlich schon?
 
Thorsten: Den Igel Gustafson habe ich im Jahr 2000 entworfen und zwei Jahre später sind dann auch schon die ersten Abenteuer auf kindersache.de erschienen. An den ersten Comicstrip kann ich mich noch erinnern, das war sehr spannend für mich: In der Geschichte landete ein Ufo mit Aliens witziger weise direkt vor Gustafsons Nase. Dieser Strip erschien im November 2002 auf kindersache.
Ich finde Igel einfach knuffig. Die Figur entstand damals eigentlich für ein Kinderbuch, zusammen mit einem Maulwurf. Doch als daraus nichts wurde, übernahm ich den Gustafson in die Comicwelt.
 
Warst du als Kind auch so frech wie Gustafson? Oder wie kommst du immer auf so lustige Ideen?
 
© Popel by Thorsten TrantowThorsten: Ja, ich war als Kind nicht ganz so brav. Mein Held in der Kindheit war damals die Ente Donald Duck. Ich wollte damals schon immer selbst Comiczeichner werden und eine solche Figur erfinden. Das habe ich dann später mit Gustafson auch getan. Heute zeichne ich neben Gustafson noch weitere Comics. Eine weitere bekannte Comicfigur ist mein kleiner "Popel", der mit seinen Comicstrips täglich in vielen Tageszeitungen abgedruckt wird, sogar in der Schweiz.
 
Wie genau entsteht eine Geschichte von Gustafson?
 
Thorsten: Als erstens sitze ich grübelnd auf meinem Stuhl und denke mir eine lustige Idee aus. Wenn mir was Lustiges eingefallen ist, mache ich zuerst eine grobe Skizze, wie die Idee zeichnerisch gut aufs Papier passen könnte. Das kann man noch so richtig hin und her schieben. Wenn ich dann mit einer Skizze zufrieden bin, übernehme ich die in Reinzeichnung auf ein sauberes Blatt Papier. Die Reinzeichnung wird dann in den Computer digitalisiert und dort weiter mit den Farben und Dialogen bearbeitet. Auf das passende Format geschnitten und ab die Post zur Redaktion.
 

© Thorsten Trantow
 

Du illustrierst auch Kinderbücher. Wie geht das genau?
 
Thorsten: Das ist sehr spannend, weil man hier selbst noch nicht weiß, was da auf einen zukommt. Die Redaktion schickt mir ein Skript, eine Inhaltsangabe, in der die Figuren und Situationen beschrieben werden. Meist sind es Illustrationen für den Schulbereich. Da sind die Vorgaben etwas strenger, da ich ja darauf achten muss, dass die Zeichnung auch gut zur gestellten Aufgabe passt. Auch hier entwerfe ich erst mal die Szenen grob als Skizze, schicke diese dann an die Lektorin, die dann genau auf die Entwürfe schaut und ihre Anmerkungen drunter setzt. Dann schickt sie mir die Skizzen zurück und ich mache mich anhand ihrer Korrekturen an die Reinzeichnungen. Wenn alle Zeichnungen fertig sind, schaut die Lektorin zusammen mit dem Autor/in noch mal auf die Werke. Ist alles prima geworden, werden die Zeichnungen in das Buch übernommen.
 
Wie wird man eigentlich Illustrator? Was hast du studiert?
 
Thorsten: Mit viel Freude und Spaß am Zeichnen und Gestalten. Das ist bei mir schon seit meiner Kindheit vorhanden. Um daraus auch mal einen Beruf zu machen, habe ich studiert und wurde staatlich geprüfter Grafik-Designer, mit dem Schwerpunkt Illustration.
 
Konntest du als Kind schon gut zeichnen?
 
© Popel by Thorsten TrantowThorsten: Das Zeichnen hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht und ist bis heute so geblieben. Als Schüler habe ich ziemlich viel vollgekritzelt…psst, sogar die Schultische. Da sind vielleicht heute noch die ein oder andere Figur zu finden, hihi.
 
Ist Illustrator dein Traumberuf?
 
Thorsten: Ja, für mich gibt es keinen schöneren Beruf. Es macht mir große Freude, wenn ich mit dem Zeichenstift eigene kleine Welten schaffen kann und damit Geschichten erzählen darf.
 
Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?
 
Thorsten: Ziemlich chaotisch. Ich arbeite überwiegend noch traditionell mit Zeichenstiften, Tusche und Zeichenfeder auf Papier. Somit versammeln sich einige Zeichen-Utensilien um meinen Zeichentisch. Überall liegen Skizzen, Entwürfe und Werke, die auch mal keine Verwendungen gefunden haben. Da mich oft meine beiden kleinen Kinder im Atelier besuchen kommen, sammeln sich auch deren Werke hier an den Wänden und Zeichentischen an. Zusammen malen wir oft die verrücktesten Sachen - das macht viel Spaß!
 
Du zeichnest auch unsere Leo und Lupe-Comics, die es jetzt neu auf kindersache gibt. Leo und Lupe gibt es ja schon lange und du zeichnest sie nach. Ist das eigentlich schwer, Figuren nachzuzeichnen?
 
Thorsten: Leo und Lupe sind die einzigen Figuren, die nicht aus meiner Feder entstanden sind. Trotzdem habe ich Freude an den beiden Figuren. Es ist immer wieder eine neue Herausforderung, wenn ich den Zeichenstil ändern muss. Der Aufwand hier ist zwar ein wenig größer, aber ich freue mich immer über das Ergebnis. Den ersten Comicstrips habe ich mir zu dem Thema "Lesen" ausgedacht. Ich bin auch schon selber gespannt, welche weiteren Geschichten folgen. Sie müssen ja nicht immer die reinsten Schenkelklopfer sein, oft sind es auch Geschichten, die zu einem Thema anregen sollen oder zum Nachdenken auffordern.

Vielen Dank für das Interview!
 
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