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Wie wird man Gedächtnisweltmeisterin?

© Johannes LöfflerChristiane Stenger kann sich viele Sachen auf einmal merken. Dafür nutzt sie verschiedene Techniken. Als Kind war sie mehrmalige Junioren-Gedächtnisweltmeisterin. Jetzt schreibt sie Bücher, hält Vorträge und gibt Tipps, wie man sein Gehirn trainieren kann. Lara hat sie für euch getroffen. 
  
  
     


Lara: Wann hast du eigentlich gemerkt, dass du dir besonders gut viele Sachen merken kannst?

Christiane Stenger: Es war ein Zufall. Ich war ab 8 Jahren in einer Hochbegabtenförderung, da wurden verschiedene Kurse angeboten, unter anderem Gedächtnistraining. Das war der erste Kurs, den ich auch wirklich regelmäßig besucht habe. Da haben wir uns unter anderem dieses System überlegt, mit dem man sich leicht Zahlen merken kann, das hat mir so unheimlich viel Spaß gemacht. Da hat sich dann auch herausgestellt, dass ich mir recht viele Ziffern merken konnte.
 
Lara: Wie kommt man darauf, an einer Gedächtnisweltmeisterschaft teilzunehmen? 

Christiane Stenger: Das war tatsächlich auch der Grund des Kurses. Wir haben ein Jahr erst einmal rumprobiert, was man sich mit den Techniken so merken kann. Die große Faszination kam dann erst so richtig, als wir von der Gedächtnisweltmeisterschaft gehört haben. Es gab 10 Disziplinen, zum Beispiel Gesichter und Namen, Wörter, Geschichtsdaten, Karten und Zahlen merken. Darauf haben wir uns dann gemeinsam vorbereitet.

Lara: Wie kannst du dir viele Sachen gut merken?

Christiane Stenger: Wichtig ist, sich Bilder vorzustellen. Die Information, die ich mir merken möchte verknüpfe ich dann mit dem Bild. Wenn ich mir zum Beispiel Zahlen merke, nutze ich ein einfaches Ziffernmerksystem. Da wird jeder Zahl ein Bild zugeordnet. Zum Beispiel 7 sind die sieben Zwerge, 4 ist ein Schaf, weil es 4 Beine hat usw.  Wenn man sich nun mehrere Ziffern merken möchte, denkt man sich eine Geschichte aus.
 
Lara: Haben dir die Techniken was in der Schule gebracht?

Christiane Stenger: Auf jeden Fall! Es hat zwar eine Zeit lang gedauert, bis ich darauf gekommen bin, wie es funktioniert und dass es funktioniert. So richtig gemerkt habe ich es bei einem Geschichtstest, bei dem ich mir Daten merken musste. Man muss herausfinden, wie und für was man die Techniken in den Unterrichtsfächern anwenden kann. Ich habe für alle Fächer damit gelernt, nur Mathe muss man wirklich üben.
 
 
Lara: Kannst du auch wieder vergessen bzw. wie lange merkst du dir die Sachen?

Christiane Stenger: Also glücklicherweise kann man auch wieder vergessen, es wäre ja auch schlimm sich immer alles zu merken. Ich merk mir die Informationen auf jeden Fall ein paar Tage und nach einer halben Woche bröckelt es dann langsam. Wenn ich die Informationen immer wiederhole, kann ich sie mir ewig merken. Es gibt so eine Regel, dass man in 6 Wochen die Informationen siebenmal wiederholen sollte, dann sind die Informationen lange im Gedächtnis verankert. 
 
Lara: Worum geht es in deinen selbst geschriebenen Büchern?

Christiane Stenger: Das erste Buch heißt  „Warum fällt das Schaf vom Baum?“. Darin werden die verschiedenen Gedächtnistechniken vorgestellt und erklärt wie man sich Wörter, Zahlen oder Dinge merken kann. Dann gibt es noch das Kinderbuch „Das Gummibärchen im Spinat“. Das handelt auch von den Techniken, aber ein bisschen mehr auf die Schule bezogen. Das aktuelle Buch heißt „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt“. Da geht es darum, wie man die Erkenntnisse der Hirnforschung für den Alltag nutzen kann. Wie ist das Gehirn aufgebaut? Wie kann ich mich am besten konzentrieren? Wie gehe ich am besten mit den vielen Informationen um? 
 
Lara: Was macht dich besonders stolz?

Christiane Stenger: Besonders stolz machen mich Situationen, in denen Leute zu mir kommen und sich bedanken.  Ich war auf Tour in ganz Deutschland und da kam dann ein Mädchen zu mir, die meinte, dass ich vor 5 Jahren einen Vortrag an ihrer Schule gehalten habe und sie sich dann mit den Techniken auseinandergesetzt und dadurch gute Noten geschrieben hat.  Das macht mich stolz, wenn ich sehe, dass es auch bei anderen funktioniert.

Lara: Danke für das Interview!

Hier gibt Christiane Stenger noch einen Tipp zum Vokabelnmerken!
 


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