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Tiere im Winter - Teil 1: Die Schläfer

© Ulrich Velten / pixelio.deStell dir vor, du bist ein Tier: Es ist kalt, die Bäume tragen keine Blätter und Früchte, der Boden ist gefroren. Als Pflanzenfresser kommst also an kein Essen. Und auch als Jäger findest du kaum Beute. Was würdest du machen, um zu überleben?

Tiere sind sehr pfiffig und haben verschiedene Lösungen zum Überwintern entwickelt. Manche gehen dem Nahrungsmangel einfach aus dem Weg: Sie schlafen den ganzen Winter. Sie suchen sich Baumlöcher, Höhlen, Felsspalten, Dachböden, Garagen, Keller oder andere geschützte Stellen und überwintern dort.
  
Im Folgenden erfährst du, welche Tiere in Winterstarre, Winterruhe oder Winterschlaf fallen und wie das genau funktioniert.

Winterstarre (oder: Kältestarre)

Die Körpertemperatur sogenannter wechselwarmer Tiere passt sich an die Außentemperatur an. Zu diesen Tieren gehören Amphibien wie Kröten und Frösche, Reptilien wie Eidechsen sowie Insekten wie Marienkäfer und Ameisen.
 
© w.r.wagner / pixelio.deWird es draußen kalt, so sinkt auch die Körpertemperatur der Tiere. Dadurch fallen sie im Winter in eine Starre, die man leicht mit einem toten Tier verwechseln kann. Atmung und Herzschlag sind extrem niedrig. Ihr Stoffwechsel und ihr Energieverbrauch werden also ganz stark heruntergefahren. Die Tiere haben keine großen Energiereserven und können sich durch die fehlende Sonne nicht aufwärmen. Den Winter verbringen sie daher regungslos im Schutz vor Frost in Baumstämmen, Erdlöchern, Spalten oder wie der Frosch im Schlamm. Manche Tiere in der Winterstarre haben eine Art Frostschutzmittel im Blut, das verhindert, dass das Blut gefriert. So können sie auch Minusgrade aushalten, ohne zu erfrieren.

Mit der Außentemperatur im Frühling steigt auch ihre eigene Körpertemperatur. Sie erwachen dadurch wieder aus ihrer Starre. Man könnte diese Tiere während ihrer Winterstarre also nicht wecken – es sei denn, man würde eine Heizung neben sie stellen. Dann würden sie aber sterben, da sie keine Nahrung finden würden.

Winterruhe

© robertobarresi / pixabay.comEinige Säugetiere wie zum Beispiel Dachs, Eichhörnchen, Waschbär, Bär, Maulwurf und Biber halten Winterruhe. Dabei senken ihre Körpertemperatur nur ein wenig herab und schlafen viel, aber nicht besonders tief. Herzschlag und Atmung werden zwar langsamer, jedoch nicht so sehr wie bei Winterschläfern. Durch ihren Ruhezustand verbrauchen sie viel weniger Energie als normalerweise, denn sie bewegen sich kaum. Sie wachen allerdings öfter mal auf und essen auch gelegentlich etwas. Bereits im Herbst fangen diese Tiere deshalb an, Essensvorräte für den Winter zu sammeln.

Winterschlaf

Zu den Winterschläfern gehören zum Beispiel Säugetiere wie Fledermaus, Siebenschläfer, Murmeltier, Igel und Haselmaus. Sie fressen sich bereits im Herbst große Fettpolster an. Von diesen Fettvorräten holt ihr Körper sich während des Winterschlafs die nötige Energie. Essen, trinken sowie „aufs Klo“ gehen können sie dann erst wieder im Frühling.
 
© Mensi / pixelio.deWinterschläfer senken ihre Körpertemperatur sehr stark, viel tiefer als Tiere in der Winterruhe. Auch die anderen Körperfunktionen, wie Herzschlag und Atmung, laufen auf Sparflamme, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Das Herz von Murmeltieren schlägt beispielsweise im Winter nur noch 2 bis 3 Mal anstatt wie gewohnt 100 Mal pro Minute, es können Atempausen von mehreren Minuten entstehen und ihre Körpertemperatur beträgt 7 bis 9 Grad statt der normalen 39 Grad.
 
Obwohl Winterschläfer ihre Körpertemperatur sehr stark senken können, würden sie erfrieren, wenn die Außentemperatur zu niedrig ist. Deshalb wachen Winterschläfer rechtzeitig auf und heizen sich selbst auf. Danach schlafen sie wieder weiter.

Hast du im Winter schon mal ein schlafendes Tier entdeckt? Welche Tiere kennst du noch, die die kalte Jahreszeit „verschlafen“?


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Eure Kommentare

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Ich finde alles toll

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ich finde es toll wenn die Tiere im winter was zum essen haben.

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