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Geschützte Pflanzen - Welche Blumen darf ich pflücken?

© byrev / pixabay.comAm 21. Juni ist Sommeranfang und die Blumen blühen schon jetzt in den schönsten Farben auf den Wiesen und am Wegesrand. Das verlockt dich sicher genauso wie uns dazu, einen Strauß zu pflücken. Doch nicht bei allen Pflanzen ist das erlaubt. Wir erklären dir, bei welchen und warum.
  
   
    

          

Pflanzenschutz und Blumensträuße

In Deutschland fällt jede wild lebende Pflanze unter den sogenannten allgemeinen Artenschutz. Dieser besagt, dass grundsätzlich keine wild lebende Pflanze ohne Grund aus der Natur entnommen werden darf. Doch zum Glück gibt es hier eine kleine Ausnahme: Geringe Mengen dürfen für den Eigenbedarf gepflückt werden, solange der Bestand dadurch nicht gefährdet wird. Ein kleiner Blumenstrauß ist also vollkommen in Ordnung. Am besten pflückst du häufig vorkommende Blumen und diese an verschiedenen Orten. Der Strauß sollte nur so groß sein, dass er in dem Kreis zwischen Daumen und Zeigefinger Platz hat und sich die beiden Finger berühren.

Doch es gibt auch Pflanzen, die man keinesfalls pflücken darf. Tut man es doch, kann man sogar bestraft werden. Dann handelt es sich nämlich um Pflanzen des besonderen Artenschutzes, der nur für ganz bestimmte Pflanzenarten gilt. Diese dürfen nicht aus der Natur entnommen oder zerstört werden. Auch ihr Standort darf nicht beschädigt werden. Das heißt, man darf nicht allzu nah an sie herangehen, damit man um sie herum nichts kaputt tritt.

Warum werden Pflanzen geschützt?

Es gibt verschiedene Gründe, warum wild lebende Pflanzen geschützt werden. Dies sind die wichtigsten:

  • Schutz vor dem Aussterben
  • Schutz seltener Arten
  • Sicherung der biologischen Vielfalt (d.h. dass möglichst viele verschiedene Pflanzen in der Natur wachsen)
  • Erhaltung der Lebensräume und der Pflanzen

Eine Pflanze muss also nicht unbedingt in ihrem Bestand gefährdet sein oder kurz vor dem Aussterben stehen, um besonders geschützt zu werden.

Wer schützt diese Pflanzen?

Die Pflanzen in Deutschland werden durch sogenannte Artenschutzgesetze geschützt. Dabei gibt es welche, die speziell für Deutschland, und andere, die für die gesamte EUDie EU (Abkürzung für Europäische Union) ist ein Zusammenschluss von europäischen Staaten, die gemeinsame politische Ziele verfolgen. Die EU gibt es seit November 1993 und mittlerweile gehören insgesamt 28 Staaten dazu. Weiteres erfährst du in unserem Bereich "Schon gewusst?". gelten. Die Artenschutzgesetze, die in Deutschland gültig sind, werden im Bundesnaturschutzgesetz aufgeführt. Hast du schon mal was vom Washingtoner Artenschutzübereinkommen gehört? Das ist ein internationales Abkommen, das zum Beispiel auch den Handel mit bestimmten Wildtieren und Pflanzen verbietet. Damit soll sichergestellt werden, dass das Überleben von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten nicht gefährdet wird. Auch dieses Gesetz gilt in Europa und damit ebenso in Deutschland.

Welche Pflanzen stehen in Deutschland unter Schutz?

In den meisten Schutzgebieten herrscht ein Pflückverbot, auf das immer durch ein Schild hingewiesen wird. Auch auf Flächen mit einem Betretverbot dürfen keine Pflanzen aus der Natur entnommen werden. Hier stellen wir dir die vier Pflanzen des besonderen Artenschutzes vor, die in Deutschland am häufigsten vorkommen:

 
Sumpf-Schwertlilie

(auch Gelbe Schwertlilie oder Wasser-Schwertlilie genannt)
wissenschaftlicher Name: Iris pseudacorus L.
Vorkommen: Gewässerränder; Wälder; v. a. in Ebenen und im Hügelland
Aussehen: 80-100 cm hoch; gelbe Blüten; blüht von Mai bis Juni; schwertförmige Blattform

© Rüdiger, wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

  © Rüdiger, wikimedia.org,             CC BY-SA 3.0
  

Großes Zweiblatt

wissenschaftlicher Name: Listera ovata
Vorkommen: verschiedene Wälder; Feuchtwiesen; (Halb-)Trockenrasen; kalkhaltiger Boden
Aussehen: 20-70 cm hoch; grünlich-gelbe Blüten; blüht von Mai bis Juli
Sonstiges: in einigen Bundesländern gefährdet

© Bernd Haynold, wikimedia.org, CC BY 2.5

  © Bernd Haynold, wikimedia.org,     CC BY 2.5
   

Echtes Tausendgüldenkraut

wissenschaftlicher Name: Centaurium erythraea
Vorkommen: verschiedene Rasenarten; Zwergstrauchheiden; Staudensäume trockenwarmer Standorte
Aussehen: 10-30 cm hoch; längliche Blattform; blüht von Juli bis September
Sonstiges: in einigen Bundesländern gefährdet

 © Christian Fischer, wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

  © Christian Fischer, wikimedia.org,   CC BY-SA 3.0
   

Breitblättriges Knabenkraut

(auch Breitblättrige Fingerwurz genannt)
wissenschaftlicher Name: Dactylorhiza majalis
Vorkommen: nährstoffarme Moore und Moorwälder; Feuchtwiesen
Aussehen: bis 25 cm hoch; schmale Blätter; blüht von Mai bis Juni
Sonstiges: deutschlandweit gefährdet

© Jörg Hempel, wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

  © Jörg Hempel, wikimedia.org,     CC BY-SA 3.0

Unser Tipp: Pflücke keine Pflanze, wenn du nicht weißt, ob sie unter besonderem Artenschutz steht!

Hast du schon eine dieser besonders geschützten Arten entdeckt? Oder kennst du eine andere geschützte Pflanze? Erzähl es uns, wir sind gespannt!


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Ein wunderbarer Artikel, sehr lehrreich und aufklärend, für Kinder und auch Erwachsene.

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