Eure Geschichten

Cup­ca­kes von Alas­ka, Teil 5

Schokocupcakes

Alaskas Geburtstag

Heute war es so weit. Alaska hatte Geburtstag! Im Moment stand ich in meinem Zimmer und versuchte, mir ein schickes Outfit für ihre Party zusammenzustellen. Mir war klar, dass mich nur Alaska und Tine bei der Party sehen würden, ich mich also nicht besonders kleiden müsste. Aber das war schließlich ein besonderer Tag für Alaska, ich wollte deshalb nicht im Gammel-Look auftauchen. Leider kannte ich mich mit Mode nicht besonders gut aus, was die Wahl noch schwieriger machte.
Gerade hielt ich zwei T-Shirts nebeneinander. Sollte ich lieber das mit dem schwarz-weißen Leopardenmuster nehmen oder das, auf dem man die goldenen Umrisse eines Kolibris erkennen konnte? Wenigstens hatte ich mich schon für einen schwarzen Rock entschieden.
„Bist du bald fertig? In ein paar Minuten musst du losgehen“, ertönte da Mamas Stimme hinter meiner geschlossenen Zimmertür. Oh nein, war es schon so spät? Ich entschloss mich spontan, dass Leopardenshirt anzuziehen. Nachdem ich mich umgezogen hatte, bürstete ich schnell meine Haare. Heute ließ ich sie ausnahmsweise offen, sodass sie mir glatt bis zu den Schultern hingen.
Jetzt war ich fertig und konnte zu Alaska gehen! Schwungvoll riss ich meine Zimmertür auf und hätte dabei fast meine Mutter umgehauen, die offenbar vor meinem Zimmer auf mich gewartet hatte.
„Ups, sorry!“, rief ich erschrocken, aber sie lachte nur.
Rasch schnappte ich mir die Tüte, in die ich die Geschenke für Alaska gelegt hatte. Sie war rot und glitzerte. Ich hatte diese Farbe gewählt, weil Alaska immer diese roten Turnschuhe trug und rot daher vielleicht ihre Lieblingsfarbe war.

Bevor ich die Wohnung verlassen konnte, musste ich noch meine Mutter abwimmeln, die mich zu Alaska begleiten wollte.
„Mama! Alaska wohnt direkt über uns, ich kann auch allein zu ihr gehen.“
Zum Glück gab sie schnell auf, sodass ich endlich (ohne Mamas Begleitung!) die Treppen zu Alaskas Wohnung hinaufsteigen konnte. Dann klingelte ich an ihrer Tür und eine lächelnde Alaska öffnete schon nach ein paar Sekunden. Sie trug ein hellblaues, knielanges Kleid mit kurzen Ärmeln und einen dunkelblauen Haarreif mit einer kleinen Blume. Hatte ich mich etwa geirrt und blau war ihre Lieblingsfarbe? Ich ließ mir meine Verunsicherung nicht anmerken und sagte stattdessen zu ihr: „Du siehst hübsch aus!“
„Danke, du auch“, meinte Alaska und errötete leicht, aber ihr Strahlen wurde noch glücklicher. Sie zeigte mir, wo ich meine Schuhe abstellen konnte und sagte, dass Tine schon da sei. Dann führte sie mich in einen Raum, der wahrscheinlich das Wohnzimmer ihrer Familie war, denn dort standen ein großer Fernseher, eine cremefarbene Couch und es sah allgemein ziemlich gemütlich aus, was wohl auch an dem flauschigen blauen Teppich lag. Außerdem gab es hier bunte Luftballons und einen großen runden Holztisch. Diese Dinge waren aber sicher nur wegen Alaskas Geburtstag hier. Auf dem Tisch befanden sich eine hellgrüne Tischdecke, drei Gedecke und drei Teller mit Leckereien: einem bestimmt selbstgebacken Kuchen aus hellem Teig, einigen Keksen und Cupcakes. Aber das waren nicht irgendwelche Cupcakes- das waren Schokocupcakes!
„Wow! Hast du die gebacken, weil ich gesagt habe, dass das meine Lieblingscupcakes sind?“, fragte ich Alaska begeistert.
Sie nickte grinsend. Auch Tine, die schon auf einem der drei Stühle am Tisch saß, lächelte, doch es sah merkwürdigerweise etwas gequält aus.
„Setz dich schon mal hin, Janna! Ich hole uns noch was zum Trinken“, wies mich Alaska fröhlich an.
Ich setzte mich auf einen der Stühle und stellte meine Geschenktüte daneben. Der Stuhl war ziemlich bequem, denn an der Sitz- und Rückenfläche war er gepolstert. Tine und ich begrüßten uns kurz, aber dann warteten wir schweigend auf Alaska. Heute schienen die Rollen vertauscht zu sein- Tine und ich waren normalerweise diejenigen, die am meisten von uns dreien redeten, doch heute waren wir stiller. Die sonst eher ruhige Alaska hingegen war heute ziemlich aufgedreht, auch, als sie zurückkam und den Saft auf den Tisch stellte.
„Jetzt können wir essen!“, meinte Alaska, und so machten wir es dann auch. Ich schnappte mir sofort einen Schokocupcake und stopfte ihn in meinen Mund. Natürlich war er köstlich!
Während ich auch noch den Kuchen und die Kekse probierte und Tine ebenfalls einen Cupcake aß, erzählte Alaska von den Geschenken, die sie bekommen hatte.
„Ich habe zwei Bücher bekommen, eins habe ich schon angefangen zu lesen. Außerdem haben meine Eltern einen Kuchen für mich gebacken und mir einen Gutschein für einen Laden geschenkt. Und dann hab ich noch so ein total hübsches T-Shirt mit dem goldenen Umriss von einem Kolibri gekriegt!“
Mir fiel fast der Keks, den ich gerade aß, wieder aus dem Mund, als ich ihren letzten Satz hörte.
„Wie cool! So ein T-Shirt hab ich auch!“, erklärte ich begeistert.
Auch Alaska schien sich zu freuen, denn sie meinte, damit könnten wir im Partnerlook gehen. Nur Tine wirkte wieder etwas unglücklich. Doch als Alaska meinte, Tine müsse sich auch noch so ein Shirt kaufen, damit wir zu dritt das gleiche tragen würden, hellte sich ihre Miene auf.
Nachdem wir das Essen verputzt hatten, führte Alaska uns in ihr Zimmer. Ich fragte mich, wie es wohl aussehen würde, schließlich hatte ich sie noch nie besucht. Aber dann war es doch ein ganz normales Zimmer, mit Bett, Schrank und ein paar anderen Möbeln. So ähnlich sah es auch bei mir aus. Auf Alaskas Bett lagen jedoch mehrere Blätter buntes Papier, die sie sofort aufhob und hochhielt.
„Wir machen jetzt Origami!“, erklärte sie, „Kennt ihr das?“
Tine und ich nickten. Beim Origami faltete man etwas aus Papier, zum Beispiel Kraniche, so viel wusste ich.
Alaska fuhr fort: „Super. Habt ihr es schon mal gemacht?“
Nun schüttelten Tine und ich den Kopf.
„Warum seid ihr denn so still?“, wunderte sich Alaska, „Na ja, egal. Ich falte gern Origami, ich werde euch verschiedene Dinge zeigen. Als erstes was einfaches: einen Krebs."
Ich versuchte, begeistert auszusehen, aber irgendwie fühlte ich mich unwohl. Eben beim Essen war Alaskas Geburtstag noch ganz lustig gewesen, aber jetzt fühlte es sich so steif an. So als hätte Alaska alles total durchgeplant. Außerdem wusste ich irgendwie nicht, was ich sagen sollte. Also setzte ich mich einfach hin und lächelte, genau wie Tine, während Alaska sich sich ein Blatt Papier schnappte und zu falten begann. Dabei erklärte sie, wie und wo wir falten mussten, damit ein Krebs herauskam. Schnell schnappte ich mir ein Blatt und machte eifrig mit. Ich wollte, das Alaskas Geburtstag wunderbar werden würde, schließlich hatte sie schon genug Schlechtes erlebt. Aber als wir die erste Figur falteten, war die Stimmung weiterhin angespannt. Als wir begannen, einen Fisch zu falten, redeten wir etwas mehr. Bei dem Kranich quatschten wir schon richtig miteinander, und bei der vierten Figur fühlte sich wieder alles ganz normal an, wir redeten und lachten zusammen. Zum Schluss sollten wir einen Papagei falten. Das war ziemlich schwer, doch Alaska schaffte es natürlich, schließlich schien sie oft Origami zu falten. Bei Tine dauerte es etwas länger, doch auch ihr gelang es. Nur bei mir kam etwas total zerknittertes heraus. Alaska lächelte, gab mir ein neues Blatt und half mir dann beim Falten. Dazu hielt sie meine Hände fest und bewegte meine Finger so, dass schließlich doch ein Papagei entstand. Das freute mich natürlich, und ich grinste ausgelassen.

Karaoke

Danach gaben Tine und ich Alaska unsere Geschenke. Als erstes war Tine an der Reihe. Sie schenkte Alaska ein Backbuch und eine Tüte Gummibärchen. Darüber schien Alaska sich wirklich zu freuen.
„Ich hoffe, du kannst so ein Backbuch noch gebrauchen. Schließlich kennst du bestimmt ganz viele Rezepte oder denkst dir selbst welche aus“, meinte Tine.
Doch Alaska antwortete: „Ach, ich kann es bestimmt benutzen.“
Nun war ich an der Reihe und überreichte Alaska meine Tüte, in der sich drei Geschenke befanden. Alaska packte zuerst das kleinste aus, einen kleinen Radiergummi, der aussah wie ein Handy. Sie grinste und riss gleich das blau gepunktete Geschenkpapier von meinem nächsten Mitbringsel. Es war eine kleine Holzbox, in der sich eine silberne Kette mit einem Blumen-Anhänger befand. Alaska machte sich die Kette sofort um. Dann schnappte sie sich das letzte Geschenk und wickelte es aus. Ich hatte ihr noch einen kleinen Stofftier-Panda geschenkt. Auch diesen schien sie toll zu finden, sie setzte ihn gleich neben sich.
„Danke! Eure Geschenke sind alle so cool!“, rief Alaska begeistert und umarmte erst mich und dann Tine. Sie war wieder total glücklich und schien das Mobbing für einen Moment vergessen zu haben, das merkte man ihr an.
„Habt ihr schon mal Karaoke gemacht?“, wollte Alaska nun wissen. Tine und ich nickten, dass hatten wir ein- oder zweimal mit der Clique ausprobiert.
„Okay, dass machen wir jetzt“, erklärte Alaska, und schon wieder fühlte sich alles so geplant an, die Stimmung war auch wieder angespannt. Doch ich gab mir einen Ruck, grinste und meinte: „Das wird super.“
Tine nickte, und dann gingen wir mit Alaska ins Wohnzimmer. Sie deutete auf den Fernseher und verriet uns: „Wir haben so eine Spielekonsole für den Fernseher, und für die Spielekonsole haben wir so ein Spiel, dass spielen wir jetzt.“
Auch sie wirkte nun etwas nervös und angespannt, die merkwürdige Stimmung hatte sich wohl auf sie übertragen.
„Okay, dann mach mal an“, ermunterte Tine sie, und Alaska tat das auch. Dabei holte sie auch zwei Mikrofone hinter dem Fernseher hervor, in die wir bei dem Spiel bestimmt singen mussten. Als das Karaoke-Spiel startete, konnten wir zwischen einem Einzel-, einem Duett oder einem Duell-Modus wechseln.
Alaska erklärte: „Beim Einzel-Modus singt man allein, und der Gesang wird bewertet. Beim Duett-Modus singt man zusammen, dass wird auch bewertet. Und beim Duell singen zwei Leute gegeneinander, und der, der besser singt, gewinnt.“
„Dann lasst uns das Duell machen“, schlug ich vor. Alaska nickte, drückte mir ein Mikrofon in die Hand und sagte: „Wollen wir zwei zuerst singen?“
Ich bejahte und sah aus dem Augenwinkel, wie Tine sich auf den Boden setzte, wahrscheinlich, um uns zuzusehen. Bildete ich mir das nur ein, oder sah sie etwas verärgert aus? Na ja, egal. Alaska wählte den Duell-Modus aus, dann suchten wir in Lied, dass wir beide kannten. Und jetzt ging es auch schon los. Auf dem Fernsehbildschirm stand der Liedtext, Alaska und ich sangen mit. Anfangs waren wir noch etwas leise, aber als wir merkten, dass wir beide gleich schlecht sangen, wurden wir ausgelassener. Schließlich war der Song zu Ende, Alaska hatte das Gesangsduell knapp gewonnen und wir kicherten beide. Tine stand auf und schnappte mir das Mikro weg.
„So, jetzt bin ich dran!“, bestimmte sie.
Was war denn mit der los? Ich wechselte einen verwirrten Blick mit Alaska, dann setzte mich und lauschte meinen beiden Freundinnen. Tine konnte wirklich gut singen, und so hatte Alaska keine Chance gegen sie. Auch als ich gegen Tine antrat, verlor ich haushoch. Trotzdem lockerte sich die Stimmung wieder und wir lachten alle drei. Als wir herausfanden, dass das Karaoke-Spiel auch ganz alte Lieder mit total verrückten Texten hatte, sangen wir auch diese. Dabei mussten wir so sehr kichern, dass nicht einmal Tine mehr gut sang.
„Ein Lied noch“, erklärte Alaska und deutete auf die große Uhr, die im Wohnzimmer hing. Es war kurz vor 20 Uhr. Wow, war es wirklich schon so spät? Ich hatte gar nicht bemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war, bald war Alaskas Feier schon wieder zu Ende.
Ich war selbst überrascht, als ich Alaska fragte: „Wollen wir dann vielleicht noch ein Duett singen, du und ich?“
Oh nein, was redete ich denn da? Alaska fand das bestimmt total bescheuert.
„Klar!“, sie grinste mich an.
Okay, so blöd schien sie es gar nicht zu finden. Wir wechselten in den Duett-Modus und wählten wahllos irgendein Lied aus. Der Song, den wir ausgesucht hatten, entpuppte sich peinlicherweise als Liebessong, aber ihn zu singen, war trotzdem wunderschön. Diesmal kicherten wir auch nicht, wir sangen einfach voller Freude mit und am Ende bewertete das Spiel unseren Gesang sogar ziemlich gut.

Alaskas Party war jetzt vorbei, Tine und ich hatten uns von ihr verabschiedet und gingen nun gemeinsam die Treppen hinunter, ich zu meiner Wohnung und sie zu ihrer Mutter, die vor dem Haus auf sie wartete, um sie abzuholen.
„Schön, dass Alaska wieder so glücklich ist“, sagte ich zu Tine, „obwohl die Clique sie immer ärgert und sie schon in ihrer alten Schule gemobbt wurde.“
„Sie wurde gemobbt?“, Tine sah mich verwirrt an.
Hatte Alaska ihr das noch nicht erzählt?

Was bisher geschah..

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Eure Kommentare

Ich finde es kein bisschen langweilig. Es ist voll spannend! Und einfach großartig 😀 👍 LG 
Genau ich bin auch gespannt was Tine jetzt tut.
Das ist so spannend! Ich glaube Tine ist eifersüchtig oder so und ich bin so gespannt ob Alaska wütend ist weil Janna Tine erzählt hat dass sie gemobbt wurde
Das ist überhaupt nicht langweilig!!! Ich finde deine Geschichten toll!!! LG MrsDoglove
wie cool
krass toll
Ich finde, dieses Kapitel ist irgendwie ein bisschen langweilig geworden... Das nächste wird aber wieder besser. LG Smiley-Life