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Als Jun­gen noch Ro­sa tru­gen

Rot war die Farbe der Herrscher

Die Farbe Rot war im Mittelalter sehr kostbar und selten. Es gab nur ein aufwendiges Verfahren, um  leuchtend rote Kleidung herzustellen. Darum war roter Stoff sehr teuer. Das ist ein Grund, warum die Farbe Rot früher nur für Herrscher bestimmt war. Der Hermelinmantel eines Königs ist Rot, der Umhang des Papstes auch. Im Mittelalter gab es sogar eine Farbordnung. Viele Jahre durften nur Könige, Fürsten und Adlige rote Kleidung tragen.

Fällt dir was auf? Genau, Rot war eine Männerfarbe. Denn Rot steht für Blut und Kampf, es wird Macht damit verbunden. Und wie sah es mit Rosa aus? Die Farbe Rosa galt lange Zeit als das „kleine Rot“ in unserer Kultur. Im Mittelalter wurden darum viele Jungen Rosa gekleidet. Viel später erst, als Textilien maschinell hergestellt wurden und das Färben nicht mehr so teuer war, änderte sich die Farbzuordnung.
 

Blau: Die Farbe der Jungfrau Maria

Mädchen hingegen wurden lange Zeit Blau angekleidet. Das hat einen religiösen Hintergrund: Auf vielen Gemälden ist die Jungfrau Maria im blauen Gewand zu sehen. Mit Blau verband man früher etwas Himmlisches, es galt als Farbe der Treue. Im Mittelalter war darum Blau die Farbe der Mädchen.
 

Wann änderte sich das?

Irgendwann hat sich die Farbzuschreibung genau umgekehrt. Das scheint noch nicht allzu lange her zu sein. Anfang der 1900-iger Jahre wurden Jungen noch in Rosa gekleidet. Plötzlich war Blau eine männliche Farbe. Das Färben der Stoffe wurde einfacher und die Farben hielten auch nach dem Waschen. Die Jeans kam in Mode und wurde zunächst nur von Männern getragen. Matrosen und Bauarbeiter tragen blaue Kleidung. Welche Farbe die Geschlechter also bevorzugen, entscheiden sie nicht selbst. Sondern die Gesellschaft.

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gut
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danke für den Artikel ihr sweeten people!