Mo­der­ne Skla­ve­rei

Auch heute noch gibt es fast überall auf der Welt moderne Formen der Sklaverei.

Contract slavery:

Das Wort kommt aus dem englischen und bedeutet Vertrags-Sklaverei. Damit ist folgendes gemeint: Zwielichtige Personen bieten Menschen in Not betrügerische Verträge an.
In denen  steht, dass ihnen ein Job in einem anderen Land angeboten wird. Um die Reise dorthin zu bezahlen, leihen sich die Menschen Geld von denen, die ihnen den Vertrag anbieten. Doch kaum ist die Grenze überschritten, wollen die Betrüger das Geld zurück. Natürlich sofort. Und so müssen die Menschen das Geld abbezahlen. Das erschreckende ist: auch in großen europäischen Städten ist so etwas üblich. Experten schätzen, dass allein in London 1000 Frauen mit solchen Verträgen zur Hausarbeit bei reichen Familien gezwungen werden.

Menschenhandel

Das Wort sagt es ja schon selbst: Menschen werden wie Waren verkauft. Davon sind weltweit jährlich mehr als 1,2 Millionen Kinder betroffen. Eigentlich ist der Menschenhandel ja verboten. Aber die Menschenhändler scheint das nicht zu stören.

Eine besondere Form der Sklaverei ist der Handel mit Mädchen und Frauen, die fast überall auf der Welt für Liebesdienste in Nachtklubs arbeiten müssen. Viele dieser Mädchen wurden entführt oder mit falschen Versprechen gelockt.
Auch die Vereinten Nationen haben für den Menschenhandel von Kindern zwei einzelne Artikel in ihrer Kinderrechtskonvention festgelegt. Alle Länder der Welt - mit Ausnahme der USA, haben diese Vereinbarung zum Schutz der Kinder unterzeichnet. Dennoch hält das viele nicht davon ab, mit Kinder zu handeln wie mit einer Ware:
 
In Artikel 35 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen steht:
[Maßnahmen gegen Entführung und Kinderhandel]

In Artikel 35 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen steht: [Maßnahmen gegen Entführung und Kinderhandel]

Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten innerstaatlichen, zweiseitigen oder mehrseitigen Maßnahmen, um die Entführung und den Verkauf von Kindern sowie den Handel mit Kindern zu irgendeinem Zweck in irgendeiner Form zu verhindern.

Und nach Artikel 36 heißt es: [Schutz vor sonstiger Ausbeutung]

Die Vertragsstaaten schützen das Kind vor allen sonstigen Formen der Ausbeutung, die das Wohl des Kindes in irgendeiner Weise beeiträchtigen.

Schuldknechtschaft

Diese Form der Sklaverei könnte man auch Lohnsklaverei nennen: Ein so genannter Schuldner schuldet einem anderen Menschen Geld. Er kann seine Schulden nicht bezahlen und arbeitet sie deshalb ab. Das Problem: Das Gehalt, das er bekommt, ist so niedrig, dass er kaum davon leben kann. Natürlich ist das die Absicht dessen, dem etwas geschuldet wird: Der andere kann so seine Schulden natürlich nie abbezahlen.

Oft geht das sogar so weit, dass sogar die Kinder des Schuldners weiter für den anderen arbeiten müssen. Man spricht dann von Schuldknechtschaft über Generationen. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass von dieser Form der modernen Sklaverei weltweit mehr als 20 Millionen Menschen betroffen sind. Nur zum Vergleich: Das wäre etwa jeder vierte in Deutschland!
 
Besonders in Lateinamerika und in Indien ist die Schuldknechtschaft weit verbreitet. Hier nennt man sie peonaje (spansch für Knechtschaft) und bonded labour (englisch für Knebelarbeit). Experten schätzen, dass sie eine der häufigsten Fomen der modernen  Sklaverei in unserer Zeit ist.

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