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Die Grundschule ist vorbei und eines Tages kommt sie, die erste richtige Möglichkeit, selbst eine Entscheidung bezüglich der Schullaufbahn zu treffen. Oft stehen dabei die Wahl- oder Differenzierungsfächer Latein und Französisch, manchmal auch Spanisch, zur Verfügung.
Für viele ist diese Entscheidung sofort klar, denn Französisch scheint im Alltag einfach sinnvoller zu sein als die lateinische Sprache.
Doch ist dem wirklich so? Was hat Latein zu bieten, wo es doch in seiner Anwendung scheinbar unbrauchbar ist?
In diesem Artikel möchte ich einige Vorteile nennen, die das Lateinlernen haben kann, denn meine Wahl – Latein – bereue ich nicht. Allerdings gibt es einige Aspekte, die beachtet werden sollten, um von diesen Vorteilen letztlich profitieren zu können. Auch auf diese werde ich eingehen :).
Französisch, Spanisch und Italienisch sind Beispiele für sogenannte romanische Sprachen, die aus dem Lateinischen stammen und die deutlich als diese zu erkennen sind.
Wörter wie
die alle „lieben“ oder „mögen“ bedeuten, lassen sich, wenn die lateinische Vokabel bekannt ist, leicht ableiten und übersetzen. Das bedeutet, dass Latein durchaus dazu führen kann, dass ein besseres Verständnis von „lebendigen“ Sprachen entsteht.
Wichtig: Der genannte Punkt kann sich nur erfüllen, wenn du regelmäßig Vokabeln lernst, um dir die Wörter überhaupt ableiten zu können. (Aber das ist in anderen Sprachen auch der Fall ;).)
Nominativ, Genitiv, Dativ, … Was war das noch einmal?
Diese Frage wirst du dir, wenn du dich für Latein entscheiden solltest, nach einigen Unterrichtsstunden vermutlich nie wieder stellen müssen.
Das liegt nicht daran, dass die Fälle auf einmal verschwinden, sondern daran, dass das Lateinische dir mit seinen dem Deutschen gleichenden Fällen (außer dem Ablativ und Vokativ) eine große Hilfe bei deinen weiteren Kontakten mit jeglicher Grammatik sein wird. Egal, ob es darum geht, deine Deutschlehrkraft mit Begriffen wie „konjugieren“ oder „Genus“ zu beeindrucken, oder darum, endlich einen Überblick über die (eigene) Sprache zu erhalten, ist das Fach eine gute Wahl.
Wichtig: Auch hier ist es wichtig, dass du (vor allem am Anfang) gut mitlernst. Besonders im ersten Lernjahr wird ein Grundgerüst im Lateinischen aufgebaut, das dir eine große Hilfe für die deutsche (und natürlich die lateinische) Grammatik sein kann.
Wenn du von einer guten Lateinlehrkraft unterrichtet wirst, wird es im Lateinunterricht klare Strukturen geben.
Beispiele dafür sind die Grammatik und die Übersetzungsart und -weise, die du im Unterricht erlernen wirst.
Ich persönlich konnte viel von dieser klaren Struktur (zumindest für schulische Angelegenheiten) übernehmen. Das erleichtert nicht nur das spätere Erlernen anderer Sprachen, sondern auch die Art und Weise, wie an Aufgabenstellungen und das Lernen für Klassenarbeiten herangegangen werden kann.
Wichtig: Ja, auch hier ist es wieder notwendig, dass du mitarbeitest. Dir wird schließlich nicht von nichts „die Erleuchtung“ in puncto Struktur heimsuchen. Dass das Unterrichtsmaterial immer mitgebracht wird, ist auch essenziell, aber das sollte auch in jedem anderen Fach bereits der Fall sein.
Wenn du dich für das Leben der Römer in der Antike oder Jupiter (Zeus), Juno (Hera), Minerva (Athene) und ihre Familienmitglieder interessierst, bietet dir Latein sowohl zusätzliches Wissen als auch die Möglichkeit, dich in der Schule mit etwas zu beschäftigen, was dich interessiert.
Denn natürlich geht es im Lateinunterricht ums Übersetzen, aber auch das, was sich hinter den anfänglich vielleicht kryptisch erscheinenden Texten verbirgt, ist Teil des Unterrichtsstoffs.
Wichtig: Jedes Lateinbuch ist anders, deshalb weiß ich nicht, welche Texte dir inhaltlich zur Verfügung stehen werden. Zur Kultur der Römer, zu der auch die erwähnten Gottheiten zählen, wirst du aber sicherlich etwas lernen.
Was genau bedeutet eigentlich „Expecto Patronum“? Warum lautet der Licht-aus-mach-Zauber „Nox“ und warum heißt König Radius aus der Serie „Winx Club“ eigentlich wie der halbe Durchmesser eines Kreises?
Nun, diese Fragen können dir lateinische Vokabeln beantworten :)!
Viele Zaubersprüche oder andere fiktive Orte oder Gegenstände aus verschiedensten Büchern und Filmen lassen sich auf das Lateinische zurückführen (damit sie besonders mysteriös wirken).
So bedeutet „Expecto“ (von „expectare“) „ich erwarte“ und „patronum“ (von „patronus“) „Beschützer“. Zusammengesetzt ruft der uns bekannte Auserwählte also „Ich erwarte meinen Beschützer“, was exakt das ist, was er erreichen möchte.
(Falls die Frage aufkommt: „nox“ = „Nacht“ und „radius“ = „Strahl eines leuchtenden Gegenstandes (aka der Sonne)“)
Wichtig: Wer ahnt es bereits? Um Vokabeln zu können, müssen wir sie (auf drei: 1, 2, 3!) lernen – genau wie im Englischen oder Französischen auch.
Ich bin noch nicht so weit, du wahrscheinlich auch nicht, aber irgendwann kommt es vielleicht dazu, dass wir studieren möchten.
Auch wenn ein Latinum heute nicht mehr für ein Medizinstudium vorausgesetzt wird, gibt es noch einige Berufe, bei denen ein Latinum vorausgesetzt/hilfreich ist. Dazu gehören Germanistik, (andere) romanische Sprachen sowie Philosophie, Latein (wäre lustig, wenn nicht) und Geschichte (Quelle: superprof.de, 21.05.26).
Wenn Latein an der Universität nachgeholt werden muss, dann muss das in einer kurzen Zeit passieren, was bedeutet, unglaublich viele Vokabeln und Grammatik auf einmal lernen zu müssen. Das kann sich durch das vergleichsweise langsame Lateinlernen im Schulunterricht erspart werden.
Wichtig: Jede Universität hat andere Voraussetzungen für die angebotenen Studiengänge und diese können sich im Laufe der Jahre auch noch verändern. Deshalb kann es sein, dass die Fächer nicht immer die sind, die ich genannt habe.
Wenn du dich im Englischunterricht nicht traust, dich zu melden, weil du dich beim Sprechen der Fremdsprache unsicher fühlst, musst du dir darüber, wenn du Latein wählst, keine Sorgen machen. Der gesprochene Unterricht findet auf Deutsch statt, auf Latein sind nur die Texte.
Wichtig: Diesmal nichts, glaube ich :).
Wie ich in diesem Artikel erklärt habe, der in Sachen Länge doch etwas eskaliert ist, handelt es sich bei Latein nicht um ein unbrauchbares Fach.
Vielmehr bietet das Wahlfach dir die Möglichkeit, eine Sprache auf eine andere Art und Weise zu lernen, als du es vorher kanntest.
Mir persönlich macht Latein ziemlich viel Spaß, was vielleicht durch den Beitrag schon deutlich geworden ist.
Falls es Fragen gibt, beantworte ich diese gerne in den Kommentaren. Falls nicht, dann schreibt gerne, dass ihr bis hierhin gelesen habt ;).
Wer von euch hat Latein gewählt?
Seid ihr zufrieden mit dem Fach?
Liebe Grüße
Esel13 :)
@Tamtam: Hey Tamtam,
ich freue mich, dass wir den vegetarisch/vegan/nichts von beidem- Konflikt hinter uns lassen können. Klar, ich liebe es, wenn ich meine Freundinnen damit nerven kann, irgendwelche lateinischen Wörter und Bedeutungen voneinander abzuleiten 😉. Wir können gerne KS-Freunde sein :).
Liebe Grüße :)!
Hallo Esel 13!
Super toller Artikel!
Ich bin genau der gleichen Meinung wie du! Latein ist eine wirklich tolle Sprache und ich liebe den Unterricht. Viele sagen immer, dass Latein eine tote Sprache ist, aber das stimmt nicht. Sie lebt in vielen anderen Sprachen weiter.
Findest du es auch immer so toll, wenn du dir ein Wort vom Lateinischen ableiten kannst?
Und wollen wir KS-Freunde sein? 🫶
LG, Tamtam 🩷🩷🩷
@ILoveFantasy: Danke :).
Heyy🫶
Ich finds super nice, dass du so einen Artikel geschrieben hast. Ich habe seit einem Jahr auch Latein, und gewählt aus genau den Gründen, die du aufgezählt hast.
Ich würde Latein definitiv weiterempfehlen 💗
GLG ILoveFantasy 💜
Also bei uns sind wir 5 Kinder aus unserer Klasse in Französisch gegangen, 11 Kinder in Latein und 14 in Spanisch. Also sind sehr viele Kinder in Latein.