Lernen

Schu­le ist nicht gleich Schu­le!

Beispiel 1: Finnland

Viele Bildungsexperten meinen, dass Finnland eines der besten Schulsysteme weltweit hat. Aber was macht die Schule dort eigentlich besser als anderswo? 

Hierfür gibt es ein paar gute Gründe:

  1. In Finnland ist der Schulbesuch kostenlos und gibt es eine vollkommene Lernmittelfreiheit. Das heißt, dass nicht nur die Schulmaterialien sondern auch das Schulessen und der Transport zur Schule umsonst sind. Dadurch können auch Kinder aus Familien, die nicht soviel verdienen, an allem teilhaben.
  2. Die Kinder werden erst mit 7 Jahren eingeschult. Davor besuchen sie eine Vorschule, in der sie bereits viele Dinge auf spielerische und fantasievolle Art lernen können. In Deutschland hingegen sollen Kinder schon ab 6 Jahren die Schule besuchen, manche werden sogar schon mit 5 Jahren eingeschult.
  3. In Finnland bekommen die Schüler mindestens bis zum Ende der 4. Klasse keine Noten. In manchen Schulen werden sie ab der 5. Klasse vergeben, aber eine richtige Notenpflicht gibt es erst ab Klassenstufe 7. 
  4. Finnische Schüler besuchen insgesamt 9 Jahre lang eine sogenannte Einheitsschule und können in dieser Zeit in derselben Klasse bleiben. In Deutschland müssen sich die Schüler nach der Grundschule (also nach Klasse 4 oder 6) oft von liebgewonnenen Mitschülern trennen, wenn sie zu unterschiedlichen Schulformen (Haupt-, Realschule, Gymnasium) wechseln.
  5. In der Einheitsschule bekommen die Schüler weniger Hausaufgaben und mehr Pausen als bei uns. Außerdem achten die Lehrer darauf, dass im Unterricht genügend Spiele und Bewegung eingebaut wird. 
  6. Nach den 9 Jahren Einheitsschule gibt es für alle Schüler einen Test. Je nachdem wie die Schüler diesen bestehen, können sie entweder auf Gymnasium gehen oder eine Berufsschule besuchen. Bei uns in Deutschland entscheiden hauptsächlich die Noten über den weiteren Schulweg und die Lehrer geben schon nach der Grundschulzeit eine Empfehlung für eine bestimmte Schulform.

Beispiel 2: China

Eines der härtesten Schulsysteme der Welt soll China haben. Was läuft dort anders als bei uns? Warum haben es die Schüler dort besonders schwer?

Hier wieder einige Fakten:

  1. Anders als in Finnland, ist der Schulbesuch in der Volksrepublik China nur bis zur 10. Klasse kostenlos, wobei jedoch auch schon vorher ‚Sondergebühren‘ anfallen können. Außerdem gibt es in China keine Lernmittelfreiheit, so dass die Familien alle Schulmaterialen selbst bezahlen müssen. Für Familien mit geringem Einkommen ist das natürlich sehr schwierig. 
  2. In China werden die Kinder – genau wie in Deutschland – mit 6 bis 7 Jahren eingeschult. 
  3. An fast allen Schulen Chinas müssen Schuluniformen getragen werden. Sich so zu kleiden, wie man mag, ist also nicht erlaubt. Die Schuluniform ähnelt einem Jogging-Anzug. Das hat auch einen bestimmten Grund: Der Unterricht beginnt jeweils mit einem 10-minütigen Gymnastikprogramm. 
  4. Jeden Morgen versammeln sich alle Schüler vor Unterrichtsbeginn auf dem Schulhof und singen die chinesische Nationalhymne während die Nationalflagge gehisst wird. 
  5. Ein Schultag dauert meistens 9 Stunden. Um 7.30 Uhr beginnt der Unterricht, wobei dieser manchmal auch früher startet, zum Beispiel wenn Vokabeln abgehört werden. Unterrichtsende ist in der Regel um 16.30 Uhr. 
  6. Da Leistungen und Noten in China sehr wichtig sind, nehmen viele Schüler nach dem normalen Unterricht noch an freiwilligen Förderstunden teil, um sich zu verbessern oder sich auf Wettbewerbe vorzubereiten. Nicht selten endet dieser Unterricht erst um 21 Uhr. Da die Leistungen und Noten in China einen hohen Stellenwert haben, besuchen viele Schüler diesen Unterricht. 
  7. Nachmittags oder  abends müssen die Kinder noch sehr viele Hausaufgaben erledigen. Auch am  Wochenende haben sie nur selten frei. Entweder besuchen die Kinder einen Instrumentalunterricht und oder privaten Schulergänzungsunterricht. 
  8. An den Schulen finden regelmäßige Prüfungen statt, welche die Schüler häufig stark unter Druck setzen.

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Eure Kommentare

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Ich würde gerne mal in Finnland zur Schule gehen. Bei uns in der Schweiz ist es so das man zuerst 2 Jahre im Kindergarten ist. Dort kann man meistens spielen. Aber man lernt auch Dinge wie ausschneiden oder Hochdeutsch sprechen. In Schweiz spricht man nämlich Schweizerdeutsch, deshalb muss man Hochdeutsch erst noch lernen. Der Kindergarten bildet zusammen mit der 1., 2. und 3. Klasse den "Zyklus 1". In der 4. Klasse beginnt dann der "Zyklus 2" welcher bis in die 6. Klasse geht. In der 6. Klasse wird dann entschieden ob mann in die Sekundarstufe oder die Realstufe komit.  In gewissen Kantonen kann man auch ein langzeit Gymnasium besuchen. Für in die Sek muss mann mind. In 2 von 3 Hauptfächer (Französisch, Math, Deutsch) eine 5 (in Deutschland entspricht das einer 2). 7-9  klasse ist dann Zyklus 3. Diese 9 Schuljahre sind obligatorisch und kostenlos, das Schulmaterial auch. Über den Mittag gehen alle Kinder nach Hause.
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Sehr gut geschrieben und gut gegliedert 👍
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Guter Arktikel  
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Haben gefunden was wir brauchten,.   
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Ich finde verschiedene Schulsysteme sehr interessant. Von denen, die ich kenne, finde ich das deutsche am besten. Ich komme selbst aber aus Österreich. Was ich hier nicht so gut finde, ist, dass wir keine Realschule haben, sondern nur eine Mittel- oder Hauptschule, die jedoch nur 4 Jahre dauert und ohne einen richtigen Abschluss endet. Danach muss man also noch mind. 1 Jahr eine andere Schule besuchen, um die Schulpflicht zu erfüllen und die meisten gehen dann auf eine berufsbildende Schule oder ein Gymnasium. Was mich ebenfalls stört, sind die Unterrichtszeiten. Eine Schulstunde dauert 50 Minuten, was sich natürlich summiert und dann endet ein normaler Unterrichtstag meist erst kurz vor 14 Uhr und dann noch der Heimweg. Wenn man Nachmittagsunterricht hat, kann es nach 16 oder 17 Uhr werden, schon ab der 5. Schulstufe! Außerdem fände ich das System mit den Kursen in der deutschen Oberstufe besser.