Natur und Mensch

Fri­days for Fu­ture – Schü­ler­de­mos für ei­ne bes­se­re Um­welt

Gemeinsam für den Klimaschutz

Die Fridays-for-future Bewegung geht um die Welt und sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. In mittlerweile 40 Ländern und 230 deutschen Städten ziehen regelmäßig Tausende  Schülerinnen und Schüler durch die Straßen. Sie fordern eine bessere Klimapolitik. Die Kinder und Jugendlichen sind sich bewusst, dass sie es sind, die dem Klimawandel in ein paar Jahrzehnten ausgesetzt sein werden. Sie kämpfen für ihre Zukunft. Noch immer wird viel zu viel CO2 produziert und die Ressourcen der Erde werden ohne Pause abgebaut. Die Temperaturen und der Plastikanteil im Meer steigen. Und trotzdem tun die Politiker nichts, um diese Entwicklung aufzuhalten. So sehen das zumindest die Streikenden, angeführt von Greta Thunberg. Die sechzehnjährige Schwedin ist seit Wochen in der Presse. Seit dem 20. August 2018 steht sie regelmäßig vor dem Parlament in Stockholm und demonstriert für eine bessere Klimapolitik. Anfangs noch alleine, wird sie mittlerweile von Tausenden Schülerinnen und Schülern weltweit unterstützt. 

kindersache auf der Demo

David und unsere Schülerpraktikantin Yola wollten sich selber einen Eindruck verschaffen und haben eine Freitagsdemo in Berlin besucht. Hunderte Schülerinnen und Schüler liefen mit selbstgebastelten Plakaten durch die Hauptstadt. Unter ihnen waren  die 14- jährigen Schülerinnen Hannah und Amelie. Hannah wurde durch Freunde und Amelie durch ihre Mutter auf die Demos aufmerksam gemacht. „Ich dachte mir, je mehr Stimmen, desto besser. Deshalb habe ich mich entschieden hier mitzumachen“, sagte Hannah. Amelies Eltern unterstützen ihr Engagement und finden es nicht schlimm, dass ihre Tochter einen  Tag in der Schule verpasst. Ihr Schulleiter sieht das allerdings anders. „Er meinte, wenn er herausbekommt, dass wir auf die Demos gehen, bekommen wir einen Tadel“, erinnert sie sich.

Schule schwänzen – Ist das erlaubt?

Aber wie sieht das eigentlich aus mit dem Schwänzen? Darf ein Schulleiter reihenweise Tadel verteilen, weil sich seine Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz einsetzen?
Tatsächlich herrscht in Deutschland eine allgemeine Schulpflicht. Jedes Kind soll dieselbe Chance auf Bildung bekommen – das ist ein Kinderrecht! Aber auch eine Pflicht: Kinder und Jugendliche dürfen nicht einfach selbst entscheiden, wann sie  nicht zur Schule gehen.
Seit Wochen diskutieren Erwachsene, ob man die Klimademos unterstützen oder kritisieren sollte. Einige Gegner finden, dass die Schüler lieber zur Schule gehen sollten, anstatt regelmäßig zu „schwänzen“. Wieder andere befürworten die Streiks, weil sich die Jugend so konsequent für das Klima einsetzt. 
 

Das Deutsche Kinderhilfswerk findet, dass das Engagement der Kinder und Jugendlichen weiter unterstützt werden sollte, denn sie haben ein Recht auf Beteiligung und Mitbestimmung. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit voller Kraft für eine bessere Zukunft ein. Außerdem gehört es auch zum Bildungsauftrag von Schulen, das außerschulische Engagement ihrer Schülerinnen und Schüler zu fördern. Natürlich ist es nicht in Ordnung, die wöchentlichen Demos als Möglichkeit zu nutzen, um nicht zum Unterricht zu müssen. Wer die Fridays-for-future-Bewegung besucht, sollte das aus der Überzeugung heraus tun, wirklich etwas verändern zu wollen. Wer nämlich auf eine Demo geht, muss den verpassten Stoff auf eigene Verantwortung selbständig nacharbeiten. Die Demos sollen auf keinen Fall deine schulischen Leistungen und somit deine Bildung beeinflussen.

Kritiker und Unterstützer

Christoph Lindner, Chef der FDP, äußerte sich vor kurzem in einem Interview sehr abfällig über die Friday’s-for-future-Bewegung. Er findet, dass Kinder die Situation noch nicht richtig überblicken könnten und den Klimaschutz deshalb lieber den Profis überlassen sollten. Diese Aussage sorgte für große Empörung. Jetzt schlossen sich etwa 12.000 deutsche und österreichische Wissenschaftler zusammen und sprachen den Schüler und Schülerinnen unter der Namen „Scientist-for-Future“ (dt.: Wissenschaftler für die Zukunft) ihre Unterstützung zu. Sie wissen, dass der Klimawandel nicht zu unterschätzen ist, und sind der Fridays-for-futureInitiative dankbar, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen haben. Nämlich an die Öffentlichkeit zu gehen und die Menschen, aber vor allem die Politiker zum Handeln zu bewegen. "Scientist-for-future"  sind sich sicher: Ein kompletter Umstieg auf erneuerbare Energien in den nächsten 30 Jahren ist machbar! Am Freitag, den 15. März wollen die Wissenschaftler den Fridays-for-futureVerantwortlichen eine Unterschriftliste mit allein akademischen Unterstützern des Streiks überreichen. Es findet nämlich weltweit und in vielen deutschen Städten eine Großdemo statt. Allein in Berlin werden 10.000 Menschen erwartet.

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Ich finde Fridays for Future eigentlich ganz gut    
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