Politik

Was ist das Kyo­to-Pro­to­koll? (2005-2012)

Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 auf der internationalen Klimakonferenz in der japanischen Stadt Kyoto von den Vertretern der einzelnen Länder verhandelt und auch verabschiedet. Daher also auch der Name des Protokolls "Kyoto". Am Ende haben 191 Staaten das Protokoll anerkannt.

Wann trat das Kyoto-Protokoll in Kraft?

Damit das Kyoto-Protokoll überhaupt in Kraft treten konnte, mussten zwei wichtige Bedingungen erfüllt sein. Mindestens 55 Staaten, die insgesamt mehr als 55% des Kohlstoffdioxides vom Jahr 1990 in die Luft abgegeben haben, mussten das Abkommen unterschreiben. Erst 2005 ist das Kyoto-Protokoll schließlich international in Kraft getreten.

Auch einer der größten Umweltverschmutzer hat das Protokoll unterschreiben. Zu den drei großen Verursachern des Kohlendioxid-Ausstoßes gehören neben der EU und Russland auch die USA. Die USA haben unter dem früheren Präsidenten Bill Clinton zwar unterschrieben, haben das Gesetz aber im eigenen Land nicht in Kraft gesetzt.

Diese Kehrtwende führte fast zum Scheitern des Protokolls. Doch nach zähen Verhandlungen konnte das Kyoto-Protokoll am 16. Februar 2005 durch den Beitritt von Russland im Vorjahr (18. November 2004) endlich in Kraft treten.

Das Kyoto-Protokoll – alles nur „heiße Luft“?

Die Staaten hatten sich geeinigt, weniger Treibhausgase als noch im Jahr 1990 auszustoßen. Insgesamt sollten bis zum Jahr 2012 5% weniger Treibhausgase in die Luft gepustet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Länder unterschiedliche Vorgaben bekommen, die vom wirtschaftlichen Entwicklungsstand eines jeden Landes abhingen. Daraus hat sich beispielweise ergeben, dass die EU den Kohlendioxid-Ausstoß um 8% senken müsse. Russland und die Ukraine sollten nicht mehr Treibhausgase als 1990 ausstoßen.

Die Volksrepublik China, Indien und die Entwicklungsländer hatten überhaupt keine Einschränkungen, sie durften so weitermachen wie bisher. Einige Staaten, wie die USA, Australien und Kroatien hatten zwar den Vertrag unterzeichnet, wollten jedoch das Protokoll in ihren Ländern nicht umsetzen. Ein anderes Problem der Umsetzung des Protokolls war, dass viele der beigetretenen Länder ihren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß seit 1990 erhöht haben. Damit ist das ursprüngliche Ziel der Industrieländer, den Kohlendioxidgehalt drastisch zu verringern, in weite Ferne gerückt.

Was ist die Klimarahmenübereinkunft?

Grundlage des Kyoto-Protokolls ist die Klimarahmenübereinkunft (auch Klimarahmen-Konvention genannt), die von fast allen Staaten der Erde unterzeichnet wurde. Damit verpflichten sich die beteiligten Länder den Ausstoß des Treibhausgases bis zum Jahr 2012 deutlich zu verringern. Diese Treibhausgase gelten als die Ursachen für die weltweite Erwärmung und sind größtenteils auf uns, den Menschen, zurückzuführen.

Da aber nicht alle Staaten den gleichen Kohlendioxid-Ausstoß haben, legte das Kyoto-Protokoll fest, wie um viel Kohlendioxid jedes Land seinen Ausstoß bis 2012 verringern sollte.

Ziele des Kyoto-Protokolls

  1. Der Schadstoffausstoß muss verringert werden, d.h. die Länder verpflichten sich, Maßnahmen zur Verringerung des Schadstoffausstoßes zu überlegen.

  2. Förderung von Aufforstung.

  3. Erforschung und Entwicklung von neuen und erneuerbaren Energien und umweltverträglichen Technologien, wie zum Beispiel der Solarenergie, der Wasserkraftwerke oder der Windenergie.

Was sollte erreicht werden?

Mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls hatten sich die Länder dazu verpflichtet, aktiv gegen die Klimaänderungen auf der Welt vorzugehen. Doch wie sahen die Forderungen im Einzelnen aus?

Man spricht von Schadstoffausstoß, wenn eine Fabrik oder auch ein einzelner Mensch schädliche Stoffe in die Umwelt leitet. Oftmals handelt es sich dabei um Kohlenstoffdioxid (CO2), der beispielsweise beim Verbrennen von Rohstoffen entsteht.
 
Aufforstung bedeutet das Anpflanzen von Bäumen mit dem Ziel, das ein neuer Wald heranwächst. Oft dient die Wiederaufforstung als Wiederherstellung einer früheren, durch Abholzung oder Sturmschäden verschwundenen Bewaldung.
 
Unter „erneuerbaren Energien“ werden Energiequellen verstanden, die unerschöpflich sind. Unerschöpflich bedeutet hierbei zweierlei: Entweder ist die vorhandene „Energiemenge“ so groß, dass sie durch menschliche Nutzung nicht erschöpft werden kann (z. B. Sonnenenergie) oder sie erneuert sich (z. B. Biomasse) in vielen Prozessen von selbst. Auf der Erde kann der Mensch diese Energiequellen in Form von Wind, Wasserkraft, Sonnenlicht und Erdwärme zur Energiegewinnung nutzen.

Welche Ergebnisse brachte das Kyoto-Protokoll?

Die EU und seine Mitgliedsstaaten setzten sich das Ziel bis 2012, mindestens 8 % weniger Treibhausgase als 1990 auszustoßen. Diese Ziele konnten auch eingehalten werden und sogar noch übertroffen werden. Im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 konnte die EU im Vergleich zu 1990 12,2 % an Treibgasen einsparen. Deutschland trug mit 23,6 % Ersparnis einen großen Teil dazu bei. Im Gegensatz zu diesem guten Ergebnis der EU war das weltweite Resultat ziemlich ernüchternd. Das Ziel, den Abgasausstoß weltweit um 5 % im Vergleich zu 1990 zu reduzieren, ist gescheitert. Bis 2010 war der weltweite Treibhausausstoß um 29 % gestiegen. Die Gründe dafür sind vielseitig, aber vor allem die sogenannten Schwellenländer wie China oder Indien konnten ihr schnelles Wirtschaftswachstum nur auf Kosten der Umwelt vorantreiben.

Wie ging es dann weiter?

Nachdem das Kyoto-Protokoll 2012 auslief und nicht den gewünschten Effekt brachte, einigte man sich, auf der Klimakonferenz in Katar, das Kyoto-Protokoll zu verlängern. Die Ziele und Bedingungen wurden noch einmal angepasst.

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Was geht was geht
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krass
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das ist nicht lustig
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Das war sooo spannend ich kann nicht mehr atmen! LG Cedric 
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Das Kyoto - Protokoll ist eine sehr schöne Erfindung 
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😹
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Er ist sehr gut 
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