Politik

Wie die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten an die Macht ka­men

Adolf Hitler und seine Partei, die Nationalsozialisten, waren von Anfang an Feinde der Demokratie. Lange Zeit blieben sie unwichtig und ohne viele Anhänger, aber ab 1930 wählten immer mehr Menschen die Partei. Im Jahr 1933 ernannte der Präsident von Deutschland Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Wie ist es dazu gekommen?   

Vorgeschichte   

Das Deutsche Reich verlor 1918 den Ersten Weltkrieg. In diesem Krieg starben Millionen von Menschen oder wurden verletzt. Das Deutsche Reich musste einem Friedensvertrag zustimmen, in dem es große Gebiete verlor und anderen Ländern viel Geld zahlen musste. Daraus entstand eine große wirtschaftliche Belastung in der Bevölkerung. 

Schon vorher, im 19. Jahrhundert hatte sich Rassismus und Hass auf Jüdinnen und Juden entwickelt und in Europa verbreitet. Mit dem Ende des Krieges 1918 entstanden in vielen Ländern Europas neue Demokratien, die die Könige und Kaiser ablösten. Aber in den kommenden Jahren wurden viele dieser Demokratien zu Diktaturen.    

1918 bis 1923: Krisenjahre nach dem Ersten Weltkrieg 

1919 wurde die „Weimarer Republik“ gegründet – die erste Demokratie in Deutschland. 1923 kam es aber zu einer großen Wirtschaftskrise und zur Entwertung des Geldes. Wenn das Geld nichts mehr wert ist, nennt man das „Inflation“. Die Preise stiegen ganz enorm, und ein großer Teil der Menschen wurde arm. 

Viele Menschen ärgerten sich darüber, dass Deutschland den Krieg verloren hatte und das Deutsche Reich nun deutlich kleiner war als vor dem Krieg. 

1919 bis 1921: Hitlers Einstieg in die NSDAP 

1919 trat Adolf Hitler in eine Partei ein, die später zur NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) wurde. Hitler war ein begabter Redner und wurde immer wichtiger in der zunächst noch kleinen Partei. Die Partei hatte das Ziel, die alleinige Macht in Deutschland zu erringen und dann die im Weltkrieg verlorenen Gebiete wieder zu erobern. Hitler wurde 1921 wurde er zum Parteivorsitzenden ernannt.  

1923 bis 1924: Krisenjahre in der NSDAP 

Hitler versuchte mit Hilfe eines Putsches an die Macht zu kommen, womit er scheiterte. Ein Putsch ist der Versuch, die Regierung zu stürzen. Die NSDAP wurde im ganzen Reich verboten. Im April 1924 erhielten einige Beteiligte des Putsches eine fünfjährige Haftstrafe. Darunter war auch Hitler.

Hitler und weitere teilnehmer am Hitler-Ludendorff-Putsch
Adolf Hitler (4. von rechts) mit weiteren Teilnehmern des Hitler-Ludendorff-Putsches, April 1924

 

Im Gefängnis schrieb Adolf Hitler sein Buch „Mein Kampf“, in dem er seine politischen Ideen beschrieb. Schon nach weniger als einem Jahr wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Es gab viele Richter, die aus der Kaiserzeit stammten und die neue Demokratie und Republik genauso ablehnten wie Hitler. Auch seine Partei gab es noch. Nach dem Verbot gründete sich die Partei sofort unter einem anderen Namen neu und die Gerichte unternahmen nichts dagegen. 

1925 bis 1932: Hitlers steigende Beliebtheit und viele Wahlstimmen 

1925 wurde der erste Teil von “Mein Kampf” veröffentlicht, Ende 1926 der Zweite. Das Buch war aber nicht sehr erfolgreich. 1926 würde die Hitler-Jugend (HJ) und der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) gegründet. So fingen auch junge Menschen an, sich für den Nationalsozialismus zu begeistern. 

1929 kam es zu einer neuen weltweiten Wirtschaftskrise, die auch die Weimarer Republik plötzlich ergriff. Millionen Menschen verloren ihre Arbeit. Im September 1930 wurde die NSDAP zur zweitstärksten Partei im Reichstag gewählt. Viele Menschen waren verzweifelt und Hitler versprach, ihre Lage sofort zu verbessern. Das war gelogen, aber immer mehr Menschen glaubten ihm.  

Im Juli 1932 wurde die NSDAP stärkste Partei im Reichstag mit rund 37 Prozent der Wahlstimmen.  

1933-1934: Die Zerstörung der Weimarer Republik und der Demokratie 

Am 30. Januar 1933 ernannte der Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler plötzlich zum neuen Reichskanzler. Auch Hindenburg war ein Feind der Demokratie und der Weimarer Republik. Hitler tat sich mich anderen rechten Parteien zu einer neuen Regierung zusammen. Das nennt man eine Koalition.   

Sofort ging Hitler daran, die Demokratie zu zerstören. In wenigen Wochen wurden viele Gegner der neuen Regierung eingesperrt oder sie flüchteten aus Deutschland. Am 5. März erreichte die NSDAP bei neuen Wahlen rund 44 Prozent der Stimmen. Nach der Wahl wurden einige andere Parteien verboten, im Juni und Juli lösten sich dann die demokratischen Parteien selbst auf. Am 14. Juli 1933 wurde die Bildung von neuen Parteien verboten und die NSDAP wurde zur einzigen Partei.  

Nach dem Tod von Reichspräsident Hindenburg am 2. August 1934 übernahm Reichskanzler Adolf Hitler zusätzlich das Amt des Reichspräsidenten. Hitler ernannte sich selbst zum “Führer”. Er war Parteivorsitzender, Gesetzgeber, Gerichtsherr, Regierungschef, Staatschef und militärischer Anführer in einem. Die Demokratie der Weimarer Republik war endgültig zerstört worden, ihre Feinde hatten gesiegt. Hitler hatte eine Diktatur errichtet. Und sechs Jahre später würde er Deutschland und die Welt in einen neuen, den Zweiten Weltkrieg stürzen, der noch schlimmer werden sollte als der Erste Weltkrieg. 

 

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