Pa­ralym­pics - Ge­schich­te

Seit 1960 gibt es die Paralympics. Lies hier nach, wie es dazu gekommen ist.

Stoke Mandeville Games

Die Anfänge der Paralympics sind auf das Krankenhaus "Stoke Mandeville" im südenglischen Aylesbury zurückzuführen. Der dort arbeitende Arzt Ludwig Guttmann rief am 28. Juli 1948 erstmals die sogenannten "Stoke Mandeville Games" aus. Er hatte als einer der ersten Ärzte die positiven Wirkungen des Sports für Menschen mit Behinderung erkannt. 14 Männer und Frauen nahmen an den Wettbewerben teil. Nicht zufällig begannen am selben Tag im nicht weit entfernten London die Olympischen Spiele. Als vier Jahre später auch Behindertensportlerinnen und Behindertensportler aus den Niederlanden nach England zu den Wettkämpfen anreisten, entstand schließlich eine neue weltweite Bewegung.

1960: Die Idee wird Wirklichkeit

Im Anschluss an die Olympischen Sommerspiele von Rom 1960 fanden die ersten Paralympics statt. 400 Rollstuhlsportlerinnen und Rollstuhlsportler aus 23 Nationen nahmen daran teil. Später nahmen nicht nur Rollstuhlsportlerinnen und Rollstuhlsportler, sondern auch Sportlerinnen und Sportler mit einer Amputation oder einer Sinnesbehinderung, also Gehörlose und Sehbehinderte, teil. Die paralympischen Winterspiele wurden erst ein wenig später, nämlich 1976, in Schweden eingeführt.

Den bisherigen Höhepunkt der Paralympics bilden die Spiele 2008 in Peking (China). 4127 Sportlerinnen und Sportler aus 148 Ländern nahmen an den Wettkämpfen teil.

Immer wieder Rückschläge und Pausen

1984 war die jugoslawische Stadt Sarajevo (heute Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina) nicht in der Lage, die Spiele behindertengerecht auszurichten. Die österreichische Stadt Innsbruck musste einspringen.

Ursprünglich war geplant, dass die Paralympics immer am selben Ort wie die olympischen Spiele stattfinden. Aber leider konnten oder wollten viele Olympiaveranstalter die Spiele für Menschen mit Behinderung nicht durchführen.

In Seoul (Südkorea) 1988 kehrten die Sommer-Paralympics nach langer Pause wieder auf die olympische Bühne zurück. Ein enormer Anstieg der Teilnehmendenzahlen war die Folge.

Menschen mit geistiger Behinderung

2000 in Sydney durften erstmals auch Athletinnen und Athleten mit einer geistigen Behinderung teilnehmen. Vier Jahre später war deren Teilnahme aber schon wieder verboten. Man hatte Angst, dass die Athletinnen und Athleten mit einer körperlichen Behinderung denen mit einer geistigen Behinderung überlegen sein könnten - und damit wäre der Wettkampf nicht mehr fair gewesen.

Bereits seit 1924 gibt es auch spezielle Wettkämpfe für Menschen, die nicht hören können: die Deaflympics ("deaf" ist englisch für gehörlos). Auch Sportlerinnen und Sportler mit einer geistigen Behinderung oder einer Mehrfachbehinderung haben eigene Spiele: die Special Olympics (besondere Olympische Spiele). Die Special-Olympics-Bewegung wurde 1968 von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy, ins Leben gerufen.

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