Kinderreport 2026: Chancengleichheit in der Bildung

Weitere Absätze

Was ist der Kinderreport?  

Für den Kinderreport des Deutschen Kinderhilfswerks wurden 1006 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 sowie 1002 Erwachsene dazu befragt, welche Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit erforderlich sind. Die Umfragen fanden im Januar 2026 online statt. Es wurde zu Themen wie dem Schulsystem und besonderen Förderungen gefragt. Hier sind die Ergebnisse.

Ausgewählte Ergebnisse des Kinderreportes 2026  

1. Veränderungsmaßnahmen für das Bildungssystem

Etwa 93 Prozent der Erwachsenen wie auch 88 Prozent der Kinder und Jugendlichen sprachen sich dafür aus, dass es zusätzliches qualifiziertes Personal an Schulen geben sollte. Somit könnten Lehrkräfte entlastet werden. Auch einheitliche Bildungsstandards und kostenlose Schulbildung samt Materialien werden von beiden Gruppen befürwortet.  

Zudem sind 84 Prozent der Erwachsenen für mehr finanzielle Förderung für Schulen, an denen viele benachteiligte Schüler*innen unterrichtet werden. 61 % der Kinder stimmen der Aussage zu.  Viele der Befragten sprechen sich für stärkere Zusammenarbeit verschiedener Bildungseinrichtungen, wie Kita, Schule und Jugendarbeit aus.

80 Prozent der Erwachsenen und 78 Prozent der Kinder und Jugendlichen meinen, dass geflüchtete Kinder einen möglichst schnellen Zugang zur Schule brauchen. Auch ging es um die Aussage, dass Kinder unterschiedlicher Leistungsniveaus länger gemeinsam lernen sollen. Das finden 59 Prozent der Erwachsenen und 49 Prozent der Kinder und Jugendlichen wichtig.

2. Unterstützung bei sozialer Benachteiligung

Viele Maßnahmen zur Unterstützung sozial benachteiligter Schüler*innen bekommen große Zustimmung. Laut einer Mehrheit der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen soll es mehr Sprach- und Lernförderungsangebote für sozial benachteiligte Kinder geben. Das Gleiche gilt für die Unterstützung von Familien in belasteten Lebenslagen.  

87 Prozent der Erwachsenen meinen, dass Schulsozialarbeit und psychologische Beratung sehr wichtig sind. Dem stimmen 81 Prozent der Kinder und Jugendlichen zu. 74 Prozent von ihnen, wie auch 70 Prozent der Erwachsenen befürworten außerdem Alternativen zum Bewertungssystem durch Schulnoten. Auch für mehr Ganztagsangebote ist die Unterstützung groß.

3. Mitbestimmung, Teilhabe und Demokratie

94 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 88 Prozent der Erwachsenen finden Demokratiebildung an Schulen wichtig. Rund drei Viertel der Erwachsenen sind der Ansicht, dass projektbasierter Unterricht, der Verbindungen zum außerschulischen Bereich schafft, wichtig sei. Das finden auch 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen.

Außerdem legen sie großen Wert darauf (88 Prozent), den Schulalltag mitbestimmen zu dürfen. Das betrachten weniger Erwachsene als wichtig (67 Prozent). Für Mitbestimmungsmöglichkeiten in der Kita sprechen sich nur rund 40 Prozent der Befragten aus.

Forderungen für eine chancengerechte Bildung  

Menschen aller Altersgruppen sind sich in dieser repräsentativen Umfrage einig: In der Schule muss noch einiges getan werden, um Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen. Die Ergebnisse des Kinderreports 2026 stellte das Deutsche Kinderhilfswerk im Mai mit Bundesbildungsministerin Karin Prien vor. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert deshalb mehr finanzielle Mittel und Teilhabe von Schüler*innen im Schulkontext.