Jugend, Information, Medien: JIM-Studie 2020 zur Mediennutzung

Weitere Absätze

Wer nahm 2020 an der Studie teil? 

Die Studie soll ein repräsentatives Bild der Mediennutzung von circa 6,2 Millionen deutschsprachiger Kinder und Jugendlicher zeigen. Die Befragten waren 2020 zu 52 Prozent männlich und zu 48 Prozent weiblich. Mit 77 Prozent ging der überwiegende Großteil der Kinder und Jugendlichen noch zur Schule. 8 Prozent der Befragten befanden sich zum Zeitpunkt der Interviews in einer Ausbildung und 9 Prozent im Studium. Insgesamt haben 18 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen bei sich selbst oder ihren Eltern einen Migrationshintergrund angegeben. 

Der Zugang und die Nutzung von Medien 

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die einen eigenen Computer oder Laptop besitzen, stieg 2020 um 7 Prozent (von 65 auf 72 Prozent). Auch der Anteil der Befragten mit einem eigenen Tablet stieg von 25 auf 38 Prozent an.  

Genutzt werden die verschiedenen Kanäle und Medien an erster Stelle zur Unterhaltung. An zweiter und Stelle folgen mit 28% Spiele (Lieblingsspiele sind Minecraft und Fortnite) und an dritter Stelle 27% Kommunikation (die wichtigste App: WhatsApp). Vor allem in der Nutzung von digitalen Spielen ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen: die Befragten schätzen ihre Spieldauer an Werktagen auf durchschnittlich 121 Minuten. Hierbei spielen Jungen und junge Männer werktags mit 159 Minuten fast doppelt so lange wie Mädchen und junge Frauen (81 Minuten pro Werktag). 

Kommunikation ausschließlich online? 

Die Kommunikation zwischen Kindern und Jugendlichen läuft zu großen Teilen online ab. So gaben 94 Prozent der Jugendlichen an, WhatsApp mehrmals in der Woche zu verwenden. An zweiter Stelle der sozialen Apps steht Instagram: die App wird von 72 Prozent der Jugendlichen mehrmals in der Woche genutzt und das mit steigender Tendenz. Auch die Apps Snapchat, Pinterest und Twitter werden immer mehr genutzt. Den rasantesten Anstieg verzeichnet die App TikTok, deren regelmäßige Nutzung sich zum Vorjahr um 19 Prozent erhöht hat. TikTok wird von jedem und jeder Zehnten zum Lieblingsangebot im Netz gezählt. 

Medien in hybriden Unterrichtsformen: Präsenzunterricht und Distanzlernen 

Auch im Schulkontext wird WhatsApp oft verwendet: so haben 87 Prozent der Schüler*innen eine WhatsApp-Gruppe mit ihrer Klasse und für die Kommunikation untereinander. Denn trotz der zeitweiligen Lockerungen im Sommer hatten im Jahr 2020 nur 12 Prozent der Schüler*innen regulären Unterricht, 69 Prozent waren nur zeitweise in der Schule und 16 Prozent waren weiterhin bzw. wieder ausschließlich zuhause. Hierbei erhielten 57 Prozent der Schüler*innen ihre Unterrichtsmaterialien und Aufgaben per E-Mail. Trotz den hybriden Unterrichtsformen und der Mischung aus Präsenzphasen und Distanzlernen nutzten nur 55 Prozent der Schulen eine eigene Online-Plattformen oder einen Online-Speicher (Schulcloud).    

Medien als Informationsquelle 

Im vergangenen Jahr haben Kinder und Jugendliche mit Corona, Lockdown, Kontaktbeschränkungen, Schulschließungen und Homeschooling eine komplett neue Lebensrealität erfahren. Dies zeigt sich auch in einem gesteigerten Informationsbedürfnis. Informationen wurde von den Kindern und Jugendlichen über Suchmaschinen gesucht. Als zweitwichtigste Informationsquelle diente den Befragten hierbei Youtube. Diese Online-Plattform ist mit ihren Musikvideos das beliebteste Internetangebot unter den Jugendlichen. 

Weitere Informationen, beispielsweise zu den Erfahrungen der Befragten mit Hassbotschaften im Netz, Desinformation, extremistischen Inhalten oder auch der Tendenz zu Podcasts, finden Sie hier: JIM-Studie 2020

Über die JIM-Studie 

Seit 1998 führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) jedes Jahr die sogenannte “JIM-Studie” durch. Diese erhebt aktuelle Daten zu Mediennutzung, Medienbesitz, Medienumgang und Nutzungsdauer von Kindern und Jugendlichen. Für die Basisdaten wurden letztes Jahr vom 8. Juni bis 20. Juli 2020 insgesamt 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren befragt. Erstmals wurden neben telefonischen Interviews (70% der Befragungen) auch Online-Befragungen durchgeführt (30%). 

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