Kinderrechte stärken: Diskriminierungssensibel in Schule und Hort
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Kinder bringen ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten in Schule und Ganztag mit. Eine diskriminierungssensible Praxis unterstützt Lehrkräften dabei, Kinderrechte im Alltag umzusetzen.
Ein Beitrag der Redaktion von Mariama8. April 2026
Kinderrechte als Grundlage für die schulische Praxis
Kinder haben das Recht auf Gleichbehandlung und darauf, vor Diskriminierung geschützt zu werden. Trotzdem sieht die Realität oft anders aus: Viele Kinder erleben im Schulalltag Ausgrenzung, etwa durch Mobbing wegen ihrer sozialen Herkunft oder ihres Aussehens.
Wichtig ist zu verstehen: Diskriminierung passiert nicht einfach so. Sie entsteht entlang sozial konstruierter Unterschiede, wie zum Beispiel bei Geschlecht, Herkunft oder sozioökonomische Lage. Diese Unterschiede können dazu führen, dass manche Kinder in bestimmten Kontexten Vorteile haben, während andere Kinder benachteiligt werden – in vielen Situationen spielen mehrere Merkmale eines Kindes zusammen. Diesen Umstand beschreibt der Begriff “Intersektionalität”. Ungleichheit zeigt sich dabei nicht nur im Verhalten einzelner Personen, sondern auch in Strukturen und Abläufen innerhalb von Schule und Hort.
Dabei spielen zentrale Kinderrechte, wie das Recht von Kindern mit Behinderungen auf Förderung und Teilhabe, das Recht auf Bildung, Schutz vor Diskriminierung und das Recht auf Mitbestimmung eine wichtige Rolle. Sie bilden die Grundlage dafür, dass jedes Kind, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sozioökonomischem Status oder ob es eine Behinderung hat oder nicht, in seiner Einzigartigkeit so angenommen und unterstützt wird, wie es ist.
Für die pädagogische Praxis bedeutet das, immer wieder genau hinzuschauen und sich im Team zu reflektieren:
Haben wirklich alle Kinder die gleichen Chancen?
Werden alle gleichermaßen geschützt und gefördert?
Und wissen Kinder eigentlich, an wen sie sich wenden können, wenn sie Diskriminierung erleben?
Ein wesentliches Kinderrecht in diesem Zusammenhang ist der Schutz vor jeglicher Form von Gewalt. Kinder haben das Recht, sicher zu sein – vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt. Gerade im schulischen und außerschulischen Kontext wird deutlich, wie wichtig dieses Recht ist, wenn Kinder dennoch Erfahrungen mit Gewalt machen. Hier braucht es in Schule und Hort daher sowohl Präventions- als auch Interventionsstrukturen, die allen Erwachsenen und Schüler*innen bekannt sind und ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten, wo Gewalt beginnt.
Denn nur wenn alle Beteiligten aufmerksam sind und Verantwortung übernehmen, können Schule und Hort Orte sein, an denen sich wirklich alle Kinder sicher und respektiert fühlen.
Materialtipps für den Unterricht
Das schulsache-Praxismaterial Mobbing in der Schule dient zur Unterstützung von pädagogischen Fachkräften, Kinder im Schul- und Hortalltag für das Thema Mobbing zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich gegen Ausgrenzung einzusetzen. Die zwei vorgestellten Methoden richten sich an Schüler*innen von der 2. bis zur 6. Klasse.
Auf kindersache.de finden Sie zum Thema des Monats “Niemand darf diskriminiert werden”Wissensartikel zu den einzelnen Diskriminierungsformen, die sich explizit an Kinder richten und einen guten Einstieg bieten, mit ihnen über das Thema Diskriminierung ins Gespräch zu kommen.
Für die Reflexion der pädagogischen Arbeit
Der Dossier-Artikel "Warum gehören Kinderrechte in Schule und Horte?" dient als praxisorientierte Argumentationshilfe für pädagogische Fachkräfte, die Kinderrechte in Schule und Hort/ Ganztag sichtbarerer zu machen und langfristig zu verankern. Diese zehn zentralen Gründe bieten eine gute Argumentationen, warum Kinderrechte fest im Schul- und Hortalltag fest integriert sein sollten.
Das Kartenset "Demokratie in der Praxis" liefert mit 14 Fragekarten vielfältige Denkanstöße zur gemeinsamen Reflexion für das pädagogische Team. Was bedeuten für das Team Begriffe wie Würde, Wertschätzung oder Macht? An welchem Punkt befindet sich das Team auf dem Weg zu einer demokratischen Einrichtung? Und wie genau gehen Fachkräfte mit Diskriminierung um? Mit diesen und weiteren Fragen sollen Teams unterstützt werden, ein vertieftes Verständnis zu den Themen zu entwickeln und eine gemeinsame Haltungen zu erarbeiten.