Eure Geschichten

Bewusst mit den Sinnen wahrnehmen. Ein Tag mit allerlei Duftnoten (= Ironie)

Letztes Jahr bekam ich die Aufgabe, einen Tag auf Gerüche zu achten und bewusster wahrnehmen wonach es so riecht.

Das wurde mir schnell zu blöd und ich vergaß es ständig, außerdem bekam ich schlechte Laune, sobald es irgendwo stank.

Ich hatte nun doch Lust auf einen neuen Versuch und einen Text darüber zu schreiben. Dadurch hat es mehr Spaß gemacht, wenn man immer überlegt, was man dazu später schreiben würde.

 

Ausgewählt habe ich einen normalen Wochentag, an dem ein Schulausflug in ein Museum stattfand. Sonst war nichts Besonderes an diesem Tag.

Morgens:

Beim Aufstehen bemerke ich noch keine bestimmten Gerüche. Das kommt bestimmt davon, dass jedes Zuhause eine gewisse Aura und Eigenheiten hat, die man selber nicht merkt. Zumindest fällt mir das bei anderen Leuten in ihren Häusern auf. Was man von zuhause kennt, fällt nicht mehr auf.

Draußen beim Weggehen zwitschern Vögel. Es wird gerade hell. Ich verbinde Vogelzwitschern bei uns zuhause immer mit Gerüchen nach Frühling. Es riecht nach frischem Wind, nasser Wiese und Wald.

Um es etwas zu kürzen, überspringe ich den Beginn vom Schulweg, wie ich zum Bahnhof komme, da war nicht viel los und einen Teil bin ich auch bei meiner Mama mitgefahren, weil z.B. in meinem Wohnort morgens kein Bus passend fährt.

Schulweg:

Als ich auf die Bahn warte, riecht es nach vielen Dingen. Der Wind riecht irgendwie dreckig, typischer Bahnsteig-Geruch. Es riecht nach Pizza, anderem Essen und Kaffee, weil viele Leute beim Warten essen. Was soll eigentlich Pizza um diese Zeit? Oh, dort isst jemand sogar Leberkäse auf einem Pappteller. Interessantes Frühstück.

Auch in der Bahn riecht bald nach Essen. Es vermischen sich wieder viele Gerüche. Die Züge sind beheizt, es riecht beinahe leicht verbrannt, aber das ist normal.

Außerdem riecht es nach Jacken, Parfum und … igitt, Alkohol, das hasse ich. Ich würde mich gern umsetzen, aber inzwischen ist die Bahn zu voll. Bei jeder Station werden die Gerüche intensiver. Ein Mann löffelt Erdbeerjoghurt und Müsli aus einer Brotdose. Es riecht sehr süß und stark, was hier in der Bahn eher eklig ist.

Dabei ist in der Bahn Essverbot, aber diese Schilder halten manche wohl für Deko.

Endlich steige ich aus. Auf der Straße weht starker Wind. An der Fußgängerampel fangen zwei Männer neben mir an zu rauchen. Igitt. Ich stelle mich so, dass der Wind den stinkenden Zigarettenrauch von mir wegbläst. Es riecht nach Verkehr und Regenwasser, weil es hier offenbar geregnet hat. Ein parkender Lieferwagen riecht nach Kühlraum.

Während ich den Gehweg entlang muss, weiche ich den Regenpfützen und Flecken aus, man weiß ja nie. Als ich beinahe angekommen bin, riecht es plötzlich ganz stark nach Kanal. Das ist ekelhaft, ich muss fast würgen und gehe schneller. Dann bin ich endlich beim Schultor. Am Schulgelände riecht es tatsächlich (bisher) nach nichts.

In der Schule

Morgens riecht das Schulhaus gar nicht unangenehm. Höchstens im Winter, wenn Sportsachen neben der Heizung vor sich hin müffeln.

Als mehr Kinder ins Klassenzimmer kommen, mischen sich Essgerüche (Auch Pizza! Wieso essen so viele morgens Pizza??), süße Parfum/Deos, Kaugummi (der ist in der Schule verboten), muffelige Jacken und … bäh, jemand findet gerade eine vergessene Brotdose in seinem Fach und ÖFFNET SIE. Ich hoffe, der Klassenraum stinkt nicht den ganzen Tag noch nach verschimmeltem Käsebrot.

Im Unterricht gibt es nicht viele neue Gerüche. Manchmal riecht der Tafelschwamm. In Mathe bekommen wir Arbeitsblätter, die frisch aus dem Kopierer nach Druckerfarbe riechen.

In der Pause riecht es wieder nach Essen. Das Mädchen, mit dem ich gern befreundet wäre, hat einen Smoothie dabei, der total lecker und zitrusfruchtig riecht. Ihre beste Freundin hat türkisches Essen dabei, die Gewürze riechen sehr gut.

Ein anderes Mädchen benutzt Lipgloss und andere Schminksachen, die tatsächlich einen Geruch haben, so ähnlich wie Erdbeersüßigkeiten.

Mein Sitznachbar packt ein belegtes Brötchen aus, was lecker duftet. Aber als ich merke, dass Käse drin ist, muss ich an die verschimmelte Brotdose heute Morgen denken und mir vergeht der Appetit.

Ausflug

Später ist Treffpunkt für den Ausflug. Unterwegs sind es etwa die gleichen Gerüche wie am Morgen, aber weniger Leute. Als wir zur Bahn gehen, entdeckt jemand auf der Treppe Erbrochenes. Zum Glück bin ich noch weiter hinten, als mein Mitschüler laut ruft, so kann ich die Luft anhalten und beim Vorbeigehen woanders hinschauen.

Nach der Fahrt müssen wir noch zu Fuß gehen. Dort riechen Imbissbuden und ich bekomme Appetit auf Currywurst.

Im Museum riecht es zuerst sehr einladend nach schönen Möbeln und Teppichen.

Leider ist die Luft in der Ausstellung sehr schlecht. Es ist schlecht gelüftet und dazu kommen Konservierungsmittel oder so. Bei der schlechten Luft finde ich die Ausstellung bald sehr anstrengend und mir wird schwindlig beim Stehen.

Dazu muss man wissen, dass ich leider schnell Kreislaufprobleme bekomme bei Hitze oder schlechter Luft.

Zum Schluss dürfen wir uns was in der Cafeteria kaufen. Dort riecht es sehr lecker, wie in einem richtigen Café. Dass mein Kakao lecker duftet, merke ich lustigerweise gar nicht, sondern erst als mein bester Schulfreund fragt: „Was ist das, Kakao? Riecht voll lecker.”

Dann ist der Ausflug vorbei und ich kann an die frische Luft. Jetzt steht noch die Rückfahrt an. Wir dürfen von einem Bahnhof aus nach Hause fahren und müssen nicht bis zur Schule fahren. Dort verabschieden wir uns also. Ich hoffe, dass jemand aus der Klasse einen ähnlichen Weg wie ich hat. Tatsächlich müssen zwei Mitschüler in die gleiche Richtung und wir gehen ein Stück miteinander, sie müssen dann aber woanders einsteigen. Im Bahnhof entdecken wir wieder eine Pfütze Erbrochenes.

„Oh, ist heute irgendwas Besonderes los? War das Essen in der ganzen Stadt schlecht? Ist heute K*tz auf den Boden, wo immer es dir passt-Tag?”, sagt mein Mitschüler.

Ich kann nicht lachen, weil mir echt übel ist und ich die Luft anhalte. Gleichzeitig ärgere ich mich, dass ich keine schöneren Dinge in mein Geruchstagebuch schreiben kann. Inspirationen für solche Bewusste-Wahrnehmungs-Schreibaufgaben klingen immer so:
🎀🦄🧁🌸 Frühlingsregen, frisch gebackenes Brot, Hund, Kirschblütenduft, …🎀🦄🧁🌸
Und bei mir:
Zum zweiten Mal treffen wir auf Erbrochenes im Bahnhofsbereich.

Heimweg

In der Bahn gibt es wieder die üblichen Gerüche: Missachtungen vom Essverbot, Parfum und manche Leute haben wohl länger nicht geduscht.

Während ich auf den Bus warte, riecht es wieder nach Zigaretten, Pizza, diesmal sogar frischem Gebäck.

Im Bus riechen die Sitze manchmal wie neu, so wie heute. Das mag ich. Während sich der Bus langsam füllt, kommen neue Gerüche auf. Stinkige Sportkleidung, Salamibrot, verschiedenes Fastfood, Chips und Hund. Der letzte kommt von einem zotteligen Hund, der bei einer älteren Dame am Schoß sitzt. Nasser Hund riecht nicht sehr gut, aber der Kleine ist so niedlich, dass es mir egal ist.

Beim Umsteigen in den Bus in meinem Wohnort klappt heute zum Glück alles. Hier riecht es übrigens nie nach irgendwas.

Zuhause

Zum restlichen Tag gibt es nicht viel zu sagen, weil ich zu Hause bin. Erst bin ich nachmittags bei meinen Großeltern, aber die wohnen gleich bei uns beziehungsweise in der anderen Hälfte vom Haus. Erwähnenswert ist der Kaffee. Ich trinke natürlich keinen, aber bei meinen Großeltern gehört jeden Nachmittag Kaffeezeit dazu, ich trinke was anderes. Der Geruch von Filterkaffee bedeutet für mich Zuhause.

Außerdem liebe ich den Geruch von Büchern. Heute lese ich kein neues Buch, aber wenn ich an den Seiten schnuppere, riecht es immer noch wie neu.

 

Das war eigentlich schon alles.

Ich hoffe, ich habe euch vielleicht angeregt, auch mal einen Tag bewusster auf Gerüche zu achten. Ich hoffe, bei euch hält sich dann die Waage zwischen gut und schlechten Gerüchen besser als bei mir!

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Eure Kommentare

Ich bin so froh, dass ich deinen Artikel gefunden habe! Ich habe viel gelacht, mir war ein bisschen schlecht und ich hatte Mitleid mit dir ;). Dein Schreibstil ist sehr unterhaltsam, mach weiter so! Liebe Grüße :)

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Cool! Das hört sich nach einer Geschichte an, ist aber dein normales Leben!

An Gast: Nein, alles ist gut, dein Kommentar war okay! Ich weiß, wie du es meinst :)

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Sorry ,wenn dich das traurig gemacht hat.Ich hoffe der Kommentar war okay.

LG Skatergirl

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Cool!Aber auch eklig🤢🤮.

LG Skatergirl

Danke für die Kommentare!!

@ Naomi: Oh, es ist okay, wenn ihr lachen musstet, das hatte ich auch gehofft! Du darfst gern mal dasselbe mit Geräuschen machen, ich würde das auch gern lesen!

@ Toni Tatze🐾: Freut mich! Ich weiß noch nicht, ob ich so was öfter mache, aber schauen wir mal. Aber Naomi möchte das mal mit Geräuschen machen!

 

Cool! Es ist finde ich eine total schöne Idee so etwas zu machen!

Ich muss mich tut lachen, sorry ich kann nichts dafür aber dein Text ist voll witzig. Die Idee mit der Gerüchd ist der Wahnsinn! Ich würde auch mal einen über vielleicht Geräusche machen. Ich hoffe es ist ok? 

 

 

Wow, total cooles Tagebuch! Es war richtig entspannend zu lesen. Mach gerne öfter sowas. Eine Freundin von mir schreibt ein Traumtagebuch. Ich finde sowas richtig interessant.

LG Toni Tatze