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Weite Wiesen und große Bäume erstreckten sich über unendliche Weiten. Am Himmel schien die Sonne und es roch geradezu nach Freiheit. Auf einmal verblassten all diese Gedanken und es war eine sanfte Stimme zu hören: "Ywen, wach auf. Mutter und ich haben schon Frühstück gemacht." Ywen knurrte leise, doch dann wurde ihm bewusst, dass Myra und seine Mutter schon Frühstück gemacht haben, während er im Bett lag und seinen Träumen nachhing. Doch Myra konnte seinen Gesichtsausdruck deuten: "Ist schon gut", sagte sie und hielt ihren Arm tröstend auf seiner Schulter, "du solltest nur jetzt runterkommen, sonst gibt es Ärger." Ywen stieg dann doch aus seinem Bett und lief neben seiner Schwester her, die Treppe nach unten. Ywens Mutter machte gerade noch etwas in der Küche, als er sich an den Tisch setzte. Ywen und Myras Vater hatte die Familie verlassen, als die beiden noch ganz klein waren.
Nach dem Frühstück hockte Ywen in seinem Zimmer. Ihm war langweilig. Heute war keine Schule und er wusste nicht, was er tun sollte. Andere Jungen in seinem Alter würden jetzt draußen spielen, aber er wollte weg, er wollte endlich mehr als diese winzige Insel sehen. Qylon war nicht mehr als ein kleiner Fleck auf dem unendlichen Ozean.
Am Nachmittag stöberte Ywen ein wenig auf dem Dachboden herum, wie er es oft tat, wenn Myra beschäftigt war. Dass er dabei jedoch eine unvorstellbare Entdeckung machen würde, ahnte er nicht. Ywen hob einige alte Kartons hoch, als ein Stück Pergament herausfiel. Es war alt und an den Enden vergilbt. Doch die Worte darauf waren noch so gut zu erkennen wie eh und je:
Drei Wünsche ich dir erfüllen werde,
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Zwei Wünsche
Drei Wünsche
Sag deinen Wunsch und er wird dir erfüllt.
Ywen starrte auf das Blatt: Wahrscheinlich lügten die Worte, aber irgendetwas in seinem Bauch sagte ihm, dass es nicht so sei, dass dies das ist, worauf er so lange gehofft hat.
"Myra!", rief er. "Ja, ich komme", sagte diese und streckte den Kopf in Ywens Zimmer. "Das musst du sehen", meinte Ywen und zeigte ihr dass Pergament. "Das ist Quatsch", entgegnete Myra. "Doch, bitte glaub mir. Und ich weiß auch schon, was ich mir wünsche. Komm du morgen früh hinter das Haus an den Strand." "Ok", flüsterte sie und verschwand wieder hinter der Tür.
Am nächsten Morgen stand Ywen unten am Strand und wartete auf Myra. "Da bist du ja", sagte er, als er sie erblickte. Und schon sprach Ywen seinem Wunsch aus: "Ich wünsche mir ein Boot, mit dem wir den Ozean erkunden können." Auf einmal wurde wie von Zauberhand ein Teil des Pergaments abgerissen. Es vergrößerte sich und sah mit jedem Augenblick neuer aus, bis es sich in ein riesigen Papierboot faltete. "Komm!", rief Ywen und lief in das Boot. Myra zögerte, lief jedoch ihrem Bruder hinterher.
Das Boot fuhr vom Strand aus immer tiefer ins Meer. Strahlend blauer Ozean umgab die beiden Geschwister. Plötzlich entdeckte Ywen eine Insel am Horizont. "Komm, da könnten wir hinfahren", sagte er zu Myra.
Als sie am Strand der Infarkt ankamen, erblickte Ywen als erstes die großen Häfen und die vielen Menschen, die einfach zusammen am Strand oder in der Stadt dort Spaß hatten. Ganz anders als in Qylon. Eines der spielenden Kinder entdeckte die beiden."Hey", meinte es, "wer seid ihr?" "Wir heißen Ywen und Myra und wir kommen von der Inselgruppe Qylon", sagte Myra. "Qylon, noch nie gehört...", murmelte das Kind. "Wo befinden wir uns hier?", fragte Ywen. Das Kind antworte: "Das hier ist Aquales, eine der bedeutendsten Inseln auf dem westlichen Ozean."
Den beiden gefiel es auf Aquales. "Sollen wir nicht wieder ins Boot? ", fragte Ywen. "Vielleicht finden wir noch mehr Inseln." Myra stimmte ein und sie beide liefen wieder zu ihrem Papierboot.
Nach einiger Zeit im Meer fanden sie keine weiteren Inseln. Doch Ywen sah etwas am Horizont, nur was? Schnell kamen sie weiter, aber dann erkannte Ywen Gewitterwolken. Sie hatten sich nur in ein Unwetter gestürzt! Er wollte zurück, doch es ging nicht mehr. Der Wind wehte wie verrückt und Regen prasselte vom Himmel. Das Boot schwappte im Wind hin und her. Auf einmal stieß eine besonders heftige Windböe gegen das Papier. Myra konnte ihr Gleichgewicht nicht mehr halten und hing auf einmal festgeklammert am Boot. Ywen eilte ihr zur Hilfe und packte sie am Arm, jedoch wurde er wieder in die andere Richtung geschaukelt und konnte Myra nicht mehr halten. Sie fiel ins Wasser. Ywen schrie, doch es brachte nichts: Myra war verloren. Wie von Zauberhand hellte sich der Himmel auf. Ywen realisierte, was jetzt geschehen war: Seine Schwester war ertrunken. Die Worte trafen ihn voller Schmerz.
Ywen fuhr mit dem Boot zurück nach Aquales, dort lebte er dann den Rest seines Lebens. Doch eines Tages nahm er wieder sein Papierboot und glitt über den Ozean. Dabei fiel ihm das Pergament in die Hände:
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Und er erinnerte sich an seinen letzten Wunsch. Nach dem Tod von Myra hatte er sich nichts sehnlicher gewünscht, als sie wieder bei sich und haben, doch das funktionierte nicht einmal mit einem solchen Wunsch. Er erinnerte sich jetzt jedoch an seine Worte: "Ich wünsche mir, dass Myra immer bei mir ist, als Beschützerin und Wegbegleiterin." Und ja, jetzt wo er mit dem Papierboot in die Abenddämmerung fuhr, und die Sterne als auch die Planeten am Himmel funkelten, spürte er sie bei sich, und das würde sich nie mehr ändern.
Ich hoffe euch hat die Geschichte gefallen Es gab einige kleine Verständnislücken, daher erkläre ich es vielleicht kurz: Das Pergament konnte den beiden nur zwei Wünsche erfüllen, da einer schon vergeben war (deswegen die Zeichen). Außerdem spielt die Geschichte auf einem anderen Planeten (auf dem trotzdem Menschen so ähnlich wie wir leben). Und Aquales als auch Qylon sind Inseln auf diesem Planeten, da dieser nur aus einzelnen Inseln besteht. Achso, und den zweiten Wunsch hatte er ausgesprochen, nachdem Myra gestorben war, bzw. vor dem letzten Teil, in dem er daran zurückdenkt.
Vg Fritte 🍟💛
Oh wow, so traurig und voll schöne Geschichte... Die Erklärung am Ende war auch nötig, dadurch hab ich alles verstanden!