Die Dschungelfamilie Kapitel 2
Der Tempel der Dschungelgötter
Im Tempel
Sie gingen näher und näher. Das Eingangstor war riesig. Als die Dschungelfamilie in den Tempel ging, war es sehr dunkel. Zum Glück hatte Leo eine Fackel gefunden. Plötzlich kam etwas aus einer Ecke des Tempels. Es waren riesige, eklige Fledermäuse. Nick musste laut schreien. Doch als das Fledermausgewusel vorbei war, entdeckte Leo etwas. Es war wunderschön. Überall waren riesige Statuen. Die erste links in der Reihe hatte eine goldene Krone, die so aussah wie ein Kranz aus Blättern. Die dahinter hob ein Schwert in die Luft, als würde sie jemanden angreifen. Die Statue ganz hinten links hatte einen braunen Mantel und einen Wanderstock, der genauso groß war wie er. In der rechten Reihe vorne hatte die Statue einen großen Bogen und spannte darauf einen Pfeil. Dahinter saß die Statue auf einem großen Pferd. Das Pferd hatte seine vordere Hufe in der Luft. Ganz hinten rechts schwebte ein Mann, mit geschlossenen Augen, in Schneidersitzposition.
Hilfe!
Staunend liefen die drei zwischen den Statuen tiefer in den Tempel. Da hörten sie ein Krächzen, das wahrscheinlich nicht weit weg war. Das Krächzen hörte sich an wie ein Hilferuf. Sie gingen auf diesen krächzenden Hilferuf zu. Da lag ein schwarzer Rabe. Seine schwarzen Augen schauten die Drei traurig an. Sein Flügel war zwischen zwei Felsen geklemmt. Sie mussten ihm helfen. Nick befreite den Raben. Der Rabe krächzte, als würde er danke sagen und flog dann davon. Sie gingen weiter. Und da sahen sie eine kleine Steintafel. Nick hob die Steintafel auf. Dort stand etwas drauf, in Runenschrift. Zum Glück kannte er einige Runenschriften aus alten Büchern und die, die er kannte, standen auch auf der Steintafel. Er las laut vor:
Das Rätsel
„3 Prüfungen müsst ihr bestehen,
dann könnt ihr aus dem Tempel gehen.
Die erste Prüfung, die vor euch liegt,
da müsst ihr aufpassen, dass ihr nicht runterfliegt.
Ihr wollt doch nicht sterben,
Hier ein Tipp:
Nehmt euch in Acht vor den Scherben“
Was jetzt?
Leo sagte: „Häää, was meinen die mit den Scherben? Ach, egal, wird schon nix passieren, lasst uns losgehen.“ Nick wollte ihm noch was antworten: “Leute, die Scher...” Als Nick das sagte, war Leo schon ein paar Schritte mit seiner Fackel gegangen, stoppte dann aber ... und das Einzige, was noch aus seinem Mund kam, war: ”Oh mein Gott…“. Die andern beiden schauten sich verwirrt an. Nick fragte nach: „Was ist denn nun los?“ Er ging zu Leo nach vorne, doch der hielt ihn an, warnte ihn: „Hey, siehst du das nicht? Da ist der Boden bestimmt zehn Milliarden Kilometer tief. Und sieh doch mal nach vorne! Dort sind schwebende Steine. Dort spring ich nicht rüber.“ Leo warnte auch Dorian. Doch Dorian hörte nicht zu, sprang rüber, und rief den beiden zu: „Hääält!“ Bald sprangen auch Leo und Nick über die schwebenden Felsen. Doch unerwartet schoss etwas aus den Wänden, etwas Spitzes. Leo überlegte nochmal und schrie: „Ach so, das meinen die mit den Scherben.“ Nick erwiderte: „Das wollte ich euch doch erklären!“ Leo schimpfte Nick an: „Wieso hast du das nicht gleich gesagt.“ Nick meinte: „Weil du dazwischen gequatscht hast.“ Dorian erwiderte genervt: „Nicht cool, Nick … nicht cool.“
Steintafel
Immer noch schossen Scherben aus den Wänden. Es war nicht leicht, die erste Prüfung zu bestehen. Aber die Dschungelfamilie hat es gemeistert. Es war nicht lange bis zu der zweiten Prüfung. Nick rief: „Kommt ihr Schlafmützen, wir sind da. Das ist die zweite Prüfung.“ Leo rief verwundert. „Das ist ja nur ein Weg, kommt, gehen wir.“ Doch auf einmal leuchtete es aus Nicks Tasche. „Was ist denn das? Moment ist das die Steintafel?“, rief Nick verwundert. „Oh, die Steintafel hat sich verändert. Komm schon, lies vor.“ befahl Leo ihm. Nick las wieder laut vor:
„Erste Prüfung bestanden,
wo wir nur als Nächstes landen?
Prüfung zwei,
ist dabei.
Tipp 2 kommt hier, passt auf ihr alle,
tretet nicht auf eine Falle.“
In der Falle
„Was für eine Falle?“, dachte sich Leo, während er weiterlief. Schon beim ersten Schritt bemerkte er, wie eine Bodenplatte mit einem knarzenden Geräusch nachgab, und der ganze Boden auf einmal zu wackeln begann. „Ahhhh!“, rief Leo, als er durchgeschüttelt wurde. Ein riesiger Spalt hatte sich in der Mitte aufgetan. Unten sah man Knochen von Menschen, die es wahrscheinlich versucht hatten, rüberzukommen. Und da waren auch noch messerspitze Steine. “Toll gemacht, Leo…warum wartest du nicht, wir wurden doch vor der Falle gewarnt!“ “Sorry“, entgegnete er kleinlaut. „Wir müssen wohl springen“, sprach Dorian und sprang, ohne länger nachzudenken, mit einem großen Ruck auf die andere Seite. Als Nächstes sprang dann Leo. Doch Nick hatte diesmal viel zu viel Angst. Er konnte seinen Blick nicht von den Knochen lassen, die dort unten lagen. Und da stand er nun auf der anderen Seite: „Ich kann das nicht schaffen“, sagte er mit zitternder Stimme. „Schau nicht nach unten! Spring einfach! Wir halten dich!“, ermutigten ihn die beiden.
Geschafft
Nick schaute die beiden immer noch ängstlich an und dann sprang auch er. Oh nein, Nick hatte es nur knapp auf die andere Seite geschafft. Sein Fuß fand keinen Halt und er rutschte ab. Leo griff sofort nach seiner Hand. Aber Leo verlor das Gleichgewicht und drohte ebenfalls abzustürzen. Im letzten Moment packte Dorian ihn am Arm und zog die beiden hoch. Alle waren gerettet. Sie waren sehr erleichtert und dankten Dorian sehr. Alle drei machten erschöpft eine Pause. Es dauerte nicht lange bis sie bei der dritten Prüfung waren, es war ein riesiges Labyrinth. Schon wieder leuchtete die Steintafel. Nick las wieder vor:
„Prüfung 2 geschafft,
das hätte ich nie gedacht.
Das letzte ist ein Labyrinth,
erledigt es geschwind.
Tipp 3 hinter euch Lava,
die ist ultraheiß,
nicht zu viel rennen,
sonst gibt es viel Schweiß.“
Wo sollen sie hin?
Sie wollten reingehen, wussten aber nicht, in welche Richtung. Hinter ihnen kam die glühende Lava immer näher. Leo dachte, er wüsste in welcher Richtung sie gehen müssen und befahl: „Los, nach links!“ Dorian meinte aber etwas anderes: „Nein, nach rechts!“ Während die beiden stritten, sah Nick einen schwarzen Raben über ihm fliegen. ,Komisch, ist das nicht der Rabe, dem wir geholfen haben?‘, dachte Nick. Da hatte Nick eine Idee und rief zu den beiden: „Da ist wieder der Rabe. Wir sollten ihm folgen. Das ist unsere einzige Chance.“ Leo und Dorian stimmten zu und rannten dem Raben nach. Der schwarze Rabe flog nach rechts, danach nach links, dann gerade aus, und zum Schluss wieder nach rechts. Sie konnten ihren Augen nicht trauen, sie hatten es geschafft.
Dschungelgott
Da kam ein fliegender Mensch. Er sah genauso aus wie schwebende Statue am Eingang. Moment, es war kein Mensch, sondern ein Dschungelgott. Er sagte nur: „Ihr seid jetzt frei, ihr drei.“
„Moment, also warst du derjenige, der die ganze Zeit die Hinweise auf die Steintafel gezaubert hat?”, fragte Leo.
Der schwebende Dschungelgott nickte. “Und der Rabe?”, fragte Nick. “Als ihr in den Tempel gegangen seid, habe ich mit meinen magischen Kräften den Raben geschickt, damit er euch den Weg durch das Labyrinth führen soll. Während der Prüfungen habe ich gesehen, dass ihr gute Menschen seid und ich kann nicht zulassen, dass euch etwas passiert. Ich will nicht der Einzige hier im Dschungel sein. Die anderen Dschungelgötter sind auf andere Dschungel verteilt. Jeder muss einen eigenen Dschungel beschützen, und deswegen sind wir meistens allein. Ihr seid hier so etwas wie meine Familie geworden“, sprach der Dschungelgott. Nick kamen die Tränen ins Gesicht. Sie waren so glücklich, dass sie es geschafft hatten.
Die Kinder bedankten sich bei dem Dschungelgott und gingen nach Hause. Sie schauten nach hinten. Es war jetzt viel schöner als vorher. Keine riesigen Felsen, giftigen Dornen und Pflanzen waren da, nur noch wunderschöne gelbe, rote und blaue Blumen. Und am Ende des Tages spielten sie noch in ihrer Lieblingslichtung, schliefen ein und so war das Abenteuer und der Tag vorbei.
Fortsetzung folgt….
Hallo! wie gefällt euch mein zweites kapitel? lust auf kapitel 3? euer Nickolix.