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Holly kam von der Schule nach Hause. Heute war Zeugnistag gewesen und soweit war sie zufrieden mit dem bisherigen Tag. Sie aß zu Mittag, ließ den Tag vor sich hin leben. Sie beschloss, aus diesem Tag noch etwas zu machen und ging in ihren Garten, in welchem sie turnen wollte. Sie lief sich warm, dehnte sich und ging zur Reckstange, um ein paar Unterschwünge zu machen, um sich aufzuwärmen.
Als sie damit fertig war, wollte sie Aufschwünge üben und danach den Schwierigkeitsgrad nach und nach steigern. Doch dann platzte sie, die Seifenblase, in der sie sich den ganzen Tag befunden und wohlgefühlt hatte. Sie hatte es nicht geschafft. "Na gut", dachte sie sich. "Ich versuche es einfach nochmal." Sie versuchte es und versuchte es, doch es wollte ihr nicht gelingen, diesen Aufschwung zu schaffen. Sie begann, daran zu zweifeln, dass sie es heute noch schaffen würde, diese Übung auszuführen.
Mit jedem Versuch klappte es weniger gut. Irgendwann befand sie sich, ihres Erachtens nach, in dem Anfangsstadium eines Erstklässlers, der in den Pausen zwischendurch mal einen Aufschwung versucht, nicht in dem Stadium einer Siebtklässlerin, die seit sieben Jahren an Geräten turnt. Sie setzte sich auf den Boden, gab auf. Sie ließ zu, dass sich ihre Muskeln entspannten und sie legte sich flach auf den Boden. Sie hatte aufgehört, an sich zu glauben.
Negative Gedanken ließen Holly an sich selbst zweifeln. Dabei war es nur dieser eine Aufschwung, ansonsten war heute alles gut gelaufen. Aber das störte sie. Sie war kein Mensch, der aufgab. Sie arbeitete immer hart für alles, was sie erreichen wollte, um wenigstens einen Teil davon zu beherrschen, was sie bis zum Ende ihres Lebens erreichen wollte. Doch jetzt hatte sie aufgegeben. Es bestand nicht die Möglichkeit, heute nochmal die Motivation zu finden, diesen Aufschwung durchzuführen. Doch das musste ihr egal sein. Sie sollte sich keine Gedanken machen, sondern einfach nicht aufgeben. Weitermachen.
Holly stand auf. Sie wollte, nein sie musste weitermachen, damit sie nicht die ganze Zeit daran denken musste, dass sie diese Übung nicht schaffen konnte. Also atmete sie tief durch. Die ersten Versuche waren zugegebener Maßen kein Aufschwung. Sie hätten wohl eher Holly-klammert-sich-verzweifelt-an-der-Stange-fest heißen sollen. Aber sie machte weiter. Sie gab nicht auf. Hollys Mutter stand jetzt neben ihr. Einfach, um da zu sein. Und dann schaffte sie es. Diesen einen Aufschwung, für den Esel13 fünf Absätze schreiben musste. Der Aufschwung war weder besonders perfekt, noch elegant, aber es war womöglich einer der Aufschwünge, die für immer in ihrem Gedächtnis bleiben würde. Sie hatte sich entschieden, doch man kann sich umentscheiden und nur so kann man im Leben weiterkommen, wenn man nicht aufgibt und weitermacht.
Erstmal: Wow! Du hast bis hier hin wahrscheinlich den längsten Bericht über einen Aufschwung gelesen, den du jemals lesen wirst, oder wollen wirst. Wichtig finde ich aber eher die Nachricht, die ich versucht habe, zu übermitteln. Egal, wie aussichtslos etwas erscheint, weitermachen führt eher zum Erfolg, als aufgeben. Und genau das habe ich heute auch gelernt.
LG Esel13
@Dr. Hasenohr: Danke :).
Das ist wirklich eine tolle Geschichte. Sie zeigt wie wichtig es ist nicht aufzugeben und immer an sich zu glauben.
Danke 💖
Wow, du kannst wirklich unglaublich gut schreiben 😲😀
Und die Message dahinter ist richtig und wichtig 👍
Danke dafür 🥰
Eine sehr schöne Geschichte
Ich bin mal wieder sehr erstaunt! Du schaffst es immer wieder, so tolle Nachrichten zu vermitteln und du schreibst sehr berührende Geschichten. Ich bewundere dich, dafür dass du so bezaubernde Geschichten schreibst und ich bin froh dass ich diese lesen darf. Gib dieses Talent nicht auf!