Eure Geschichten

Die Ma­gie der Wün­sche - Pro­log

Oma Lils Kochkünste

„Mhhmmm“, schwärmte ich, „Das war wirklich ausgezeichnet! Wenn ich noch einen Löffel esse, platze ich!“ Zufrieden ließ ich mich in die Lehne meines Stuhls sinken. „Scarlett, du kannst doch noch gar nicht satt sein. Schau, ich habe dir Kekse gebacken. Möchtest du sie nicht probieren?“, fragte Oma Lil und hielt mir einen Teller mit Schoko-Keksen unter die Nase. Eigentlich hieß sie Lilith, aber weil das allen zu lang war, wurde sie nur Lil genannt. „Was? Auch noch Kekse? Nein, das schaffe ich wirklich nicht mehr.“, erklärte ich mich überzeugender Stimme. „Außerdem muss ich eh gleich los, ich bin mit Grace verabredet!“ „Aber wer soll die Kekse denn sonst essen?“ „Gib sie doch Jack! Der freut sich bestimmt.“, schlug ich vor, denn Jack war Omas Freund und er freute sich immer, wenn Oma ihn bekochte. „Aber ich muss jetzt wirklich los. Mach’s gut!“, rief ich Oma Lil zu und schickte ihr ein Luft-Küsschen.

Dann stürmte ich aus der Küche und schwang mich auf meinen Drahtesel. Ein paar Augenblicke später stellte ich mein Fahrrad an die Hauswand und winkte Grace zu, die schon an einem Tisch saß. „Da bist du ja endlich!“, begrüßte sie mich mit einem Grinsen im Gesicht und einer dicken Umarmung. „Tut mir echt leid. Oma Lil hat mal wieder zu gut gekocht. Ich konnte nicht widerstehen.“, entschuldigte ich mich mit einem Lächeln. Grace kannte Oma fast genauso gut wie ich. Und vor allem wusste sie, dass es keinen Weg gab, Omas Kochkünsten zu widerstehen. „Ist schon okay. Setz dich zu mir, ich hab uns schon einen Tisch besorgt!“ Sie führte mich zu unserem Stammtisch, einem kleinen runden Tisch in der hinteren Ecke unseres Lieblings-Cafès. Ich ließ mich auf meinen Stuhl plumpsen und atmete ein paar Mal tief durch. Ich war so schnell gefahren, dass ich eine kleine Verschnaufpause gut vertragen konnte. Während ich meinen Blick durch das Café schweifen ließ, winkte Grace schon den Kellner herbei: „Zwei Erdbeer-Drinks spezial und mit Streuseln bitteschön!“ Als der Kellner wieder weggegangen war, raunte ich Grace zu: „Grace, ich schaffe nichts mehr. Nicht mal einen Erdbeer-Drink spezial mit Streuseln.“ „Dann trink ich deinen eben auch!“, beschloss Grace und grinste mich an. Das war Grace. Und das liebte ich an ihr so. Es war einfach ihre Art. Ich konnte diese Art nicht beschreiben, aber irgendwie beeindruckte sie mich damit jeden Tag auf’s Neue.

Deine Meinung

  • Ist super
    68
  • Ist lustig
    55
  • Ist okay
    53
  • Lässt mich staunen
    64
  • Macht mich traurig
    64
  • Macht mich wütend
    59

Eure Kommentare

😮WWWOOOOOWWWWWW
Wow, richtig guter Anfang!
Toller Anfang
Sehr cool! 
Das ist einfach nur WOW!!! Mehr kann man wirklich nicht dazu sagen!