Eure Geschichten

Dieser kleine Funken... #1

Dieser kleine Funken...

Ich hustete. Kleine Staubflöckchen rieselten von der brüchigen Tapetendecke über meinem Bett. Ich sah auf und merkte, dass ich von meinen Zimmergefährten als erstes aufgewacht war. Ich knipste ein flackerndes Licht auf meinem winzigen Nachttisch an und schwang meine dünnen Beine von meinem knarrenden Holzbett.

Leise, um meine Mitbewohner nicht zu wecken, schlich ich zu unserem gemeinsamen, rostigen Blechschrank. Ich holte eins meiner Kleider hervor, zog es über meinen Kopf und schlüpfte in ein Paar Hausschuhe. Als ich daraufhin die Schranktür schließen wollte, klemmte ich mir dabei versehentlich den Zeigefinger ein. "Verdammt", murmelte ich mit schmerzverzerrtem Gesicht.

Ich tappte aus unserem Zimmer und betrat den Speisesaal unseres Kinderheims. Wie jeden Tag standen eine Betreuerin und eine Köchin in der großen Halle und warteten auf die ersten, hungrigen Frühaufsteher. Ich nickte den anderen Kindern höflich zu, setzte mich schweigend auf einen Sessel und begann meinen ekelhaften Haferschleim in mich zu löffeln. Wann würde der Tag kommen, indem mein ödes Kinderheimleben von einem glücklichen Familienleben abgelöst werden würde?

Der Wunsch nach einer Familie

Ich verweilte noch eine Weile im Speisesaal und zog an meinem weißblonden, lockigen Haar herum. Als ich mir versehentlich dabei eine dicke Strähne ausrupfte, stellte ich meine Tätigkeit ein und meine Augen wanderten zu einem hübschen Ehepaar, welches gerade einen kleinen Buben aus dieser misslichen Anstalt nahm, und somit adoptierte. Ich konnte leider nur dabei zusehen, wie das Kind von Ohr zu Ohr lächelte, während es in den großen BMW der nun kleinen Familie gesetzt wurde.

Was hat dieses Kind für eine Eigenschaft, die ich nicht habe? Womit hat er das verdient? Ich ertappte mich dabei, eine kleine, kalte Träne, die aus meinem Auge geflossen war, mit meinem Kleiderärmel wegzuwischen? Ich riss mich zusammen und ließ das nicht nochmal geschehen. "Übertriebene Emotionen" waren in unserem Heim nicht unbedingt erwünscht. Als ich gerade meinen Hausschuh enger schnallen wollte, wurde mir zärtlich auf die Schulter getippt. Ich drehte mich um, ich traute meinen Augen nicht...

-Fortsetzung folgt-

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jojobug

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Meine Güte, dass Kinderheim scheint ja extrem schlimm zu sein und ich stelle es mir gruselig vor, wenn ich plötzlich eine dicke Strähne von mir ausgerissen habe. Die Geschichte ist dir trotzdem sehr gut gelungen und ich freue mich auf Teil 2.