Deine Meinung
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Hey,
hier kommt etwas verspätet die Abgabe für Sternchens Schreibwettbewerb. Das Thema ist Frieden. Ich würde die Geschichte allerdings nicht lesen, wenn ihr einen schlechten Tag habt oder das Thema Tod in Geschichten nicht gut ertragt. Es wird nämlich an einer Stelle vom Krieg erzählt. Ich habe versucht, es nicht zu „nahe“ zu erzählen, aber so, dass es trotzdem ernst wirkt. Aber fangen wir an:
Yaryna rannte. Sie wollte einfach nur weg. Weg von den Waffen, weg von den Kämpfen, weg von den Soldaten. Weg vom Krieg. Dem Krieg, der so viele ihrer Mitmenschen getötet und der ihre Heimat zerstört hatte. Dem Krieg, der ihr ihre Familie genommen hatte. Sie hatte nun die Kuppe eines Hügels erreicht und drehte sich noch einmal um. Der Wind ließ ihre schmutzigen Kleider flattern und fuhr ihr durch die Haare. Yaryna warf ihrer Heimatstadt einen letzten, langen Blick zu und der Anblick versetzte ihr einen Stich.
In dieser Stadt war sie geboren worden, hier hatte sie ihre ersten Freunde gefunden, das erste Mal gelacht, ihre Geburtstage gefeiert. Hier war sie zu Hause. Doch die Stadt, auf die sie nun hinabblickte, hatte nicht mehr viel mit einem Zuhause zu tun. Sie war nur noch die zerstörte, staubige, rauchende Leiche einer Stadt. Nur ein Schatten seiner selbst. Eine Träne lief Yaryna über die Wange. Ihre Tante griff nach ihrem Arm und zog sie weiter. Die Tränen liefen ihr über das Gesicht. Der Regen schlug ihr wie kleine Nadelstiche ins Gesicht und ihre Lungen brannten. Trotzdem rannten sie weiter. Ihr Gesicht war Tränen überflutet und nasse Haarsträhnen klebten daran. Ihre Beine schmerzten. Doch sie rannten und rannten. Bis es zu dämmern begann.
Piep! Piep! Piep! Das Geräusch riss Julia aus dem Schlaf. Sie stöhnte. Schule! Doch ihr blieb nichts anderes übrig. Müde stieg sie aus dem Bett und schlüpfte in T-Shirt und Jeans. Als sie in die Küche kam, stand ihre Mutter bereits am Herd und briet Pfannkuchen. Julia setzte sich gähnend und brummte ein verschlafenes „Guten Morgen.“ „Guten Morgen! Freust du dich schon auf die Schule?“, fragte ihre Mutter fröhlich. Julia zog sich einen Pfannkuchen auf den Teller und murmelte: „Geht so.“ Kurz darauf schloss sie ihr Fahrrad ab und fuhr zur Schule.
Am Tor wartete bereits ihre Freundin Frieda. „Guten Morgen!“, rief diese fröhlich. „Freust du dich schon auf das Klassenprojekt?“ „Kommt drauf an, was wir machen“, antwortete Julia. In diesem Moment schallte ein lautes "Riiiiing!" über den Hof. Julia schloss in Windeseile ihr Fahrrad an und rannte hinter Frieda zum Schulgebäude. Diese hielt ihr bereits die Tür auf. Sie hasteten den Flur entlang und schlüpften durch die Klassenzimmertür. Julia ließ sich erleichtert auf ihren Stuhl fallen.
Es war noch keine Lehrerin in Sicht. Dafür saß ein neues Mädchen auf dem Platz vor ihr. Sie hatte schulterlange, braune Haare und sah sich unsicher um. In diesem Moment kam jedoch ihre Lehrerin, Frau Lilie, herein. Sie klatschte in die Hände und augenblicklich verstummte die Klasse. „Guten Morgen, Kinder!“, rief sie. „Wie ihr seht, haben wir eine neue Schülerin. Das ist Yaryna.“ „Warum kommt sie mitten im Schuljahr?“, rief Lukas, ein Junge aus der ersten Reihe. „Yaryna ist mit ihrer Tante vor dem Krieg geflüchtet.“ Julia sah, wie Frau Lilie Yaryna aufmunternd zulächelte. „So, und jetzt lasst uns mit Deutsch anfangen!“ Ein Stöhnen ging durch die Klasse. Max fragte: „Wann planen wir denn das Klassenprojekt?“ „Nach der Pause“, erwiderte die Lehrerin. „Jetzt schlagt bitte eure Deutschbücher auf Seite 148 auf und lest den Text.“
Als das vertraute Klingeln die Klasse zur Pause befreite, klappte Julia erleichtert ihr Deutschbuch zu. Kommaregeln waren einfach nicht ihr Ding. Sie stand auf und folgte Frieda auf den Flur. Als sie sich nach einem freien Gruppentisch umsah, entdeckte sie Yaryna, die ganz alleine an einem der Tische saß und irgendwie verloren wirkte. Kurzerhand steuerte Julia auf den Tisch zu und fragte: „Hi! Können wir uns vielleicht zu dir setzen?“ Yaryna blickte von dem Buch auf, in dem sie eben noch gelesen hatte. „Ja klar!“, sagte sie, anscheinend froh darüber, etwas Gesellschaft zu bekommen.
Sie hatte einen leichten Akzent, sprach aber schon sehr gut Deutsch. Julia setzte sich auf einen Stuhl ihr gegenüber und schaute sie interessiert an. „Ich heiße übrigens Julia. Und das ist Frieda“, sie deutete auf ihre Freundin. „Aha, gut", antwortete Yaryna knapp. „Wie gefällt es dir denn hier bisher so?“, versuchte Julia ein Gespräch anzufangen. „Ganz gut. Die Leute sind nett und ich habe viel Hilfe bekommen“, antwortete Yaryna, „aber am liebsten wäre ich wieder in meinem Heimatland.“ „Das verstehe ich“, meinte Frieda mitfühlend. Yarynas Augen glitzerten. „Dein Deutsch ist aber schon echt gut“, versuchte Julia sie abzulenken. „Danke. Ich habe es zum Glück ein paar Jahre in der Schule gelernt“, erklärte Yaryna leise. Julia lächelte ihr aufmunternd zu. Frieda fragte: „Sollen wir uns mal nach der Schule treffen und wir zeigen dir ein bisschen den Ort?“ Yaryna lächelte. „Ihr seid echt nett.“
Julias Blick fiel auf das Buch, in dem sie eben noch gelesen hatte. „Was liest du da eigentlich?“, wollte sie wissen. Yarynas Lächeln erstarb. Sie griff nach dem Buch und drehte es um. Julia kniff die Augen zusammen und versuchte den Titel zu entziffern. Doch das Buch war in einer ihr völlig fremden Sprache verfasst. „Es geht um eine Tochter und ihren Vater, die zusammen um die Welt reisen und Abenteuer erleben“, erzählte Yaryna mit glänzenden Augen, „ich habe es immer mit meinem Vater gelesen.“ Sie brach ab und schluchzte leise auf. Zwei funkelnde Tränen lösten sich aus ihren Augen und liefen ihr über die Wangen.
Julia strich ihr über den Arm. „Was… Was ist denn mit ihm?“, fragte Frieda vorsichtig. Yaryna atmete tief durch und begann mit leiser Stimme zu erzählen: „Wir saßen gerade beim Abendessen. Da schrillte plötzlich eine Sirene los und es knallte laut in unserer Nähe. Ich hatte riesige Angst und wusste nicht, was passiert war. Wir rannten los und versuchten aus der Stadt zu kommen. Da hörte ich plötzlich meine Mutter hinter mir schreien. Mein Vater rannte zu ihr um ihr zu helfen. Da knallte es erneut und ich hörte beide schreien. Dann war es still“, sie schluchzte auf. „Ich wollte zu ihnen, aber meine Tante zog mich weiter. Immer weiter aus der Stadt hinaus. Ich habe meine Familie nie wieder gesehen.“
Tränen strömten ihr über das Gesicht. Sie zog ihren Arm weg und bedeckte schluchzend ihr Gesicht. „Das“, begann Julia entsetzt, doch sie konnte nicht weitersprechen. „Das ist ja schrecklich!“, flüsterte Frieda. „Wenn es irgendetwas gibt, was wir für dich tun können, sag Bescheid.“ „Danke“, schluchzte Yaryna. „Ihr seid echt lieb.“ Julia sagte: „Na klar!“
Frieda stand auf. „Das geht doch nicht! So etwas passiert täglich hunderten von Menschen. Dagegen muss man doch etwas tun können.“ „Stimmt“, bekräftigte Julia. Da hatte sie eine Idee: „Unser Klassenprojekt!“ Die anderen sahen sie verständnislos an. „Na, wir könnten bei unserem Klassenprojekt etwas gegen Krieg tun!“, erklärte sie. „Ja“, Frieda schien zu begreifen. „Das ist eine tolle Idee!“ „Das würdet ihr echt für mich tun?“, fragte Yaryna mit zittriger Stimme. „Ja klar", sagte Julia ruhig, „wir sind doch jetzt Freundinnen!“ Dann drückte sie Yaryna fest an sich. „Danke“, flüsterte Yaryna. In diesem Moment läutete die Pausenklingel. Die drei Mädchen ließen sich los und gingen gemeinsam in den Klassenraum zurück.
„So, wer hat denn Ideen, was wir als Klassenprojekt machen können?“, fragte Frau Lilie die Klasse. Sofort schossen einige Finger in die Höhe. „Lina?“ „Ich dachte an etwas mit Sport. Wir könnten zum Beispiel ein Fußballspiel zeigen oder eine Turnaufführung machen.“ Frau Lilie schrieb „Fußball“ und „Turnen“ an die Tafel. „Max?“ „Ich fände etwas mit Zeichnen toll. Wir könnten ein Comic-Projekt machen!“ Die Lehrerin schrieb auch das auf. „Julia?“, rief sie. Julia atmete tief durch und begann: „Ich finde, wir sollten etwas gegen Krieg unternehmen! Es geht nicht, dass täglich hunderte von Menschen ihre Familie und Heimat verlieren. Dagegen muss etwas getan werden.“ Frau Lilie schrieb „Gegen Krieg“ an die Tafel und sah sich um. Als sich niemand mehr meldete, klatschte sie in die Hände und rief: „Dann lasst uns jetzt abstimmen!“
Unruhe brach in der Klasse aus. „Wer möchte ein Fußballspiel?“ Einige Hände hoben sich. Frau Lilie schrieb eine 6 hinter Fußball. „Wer ist für Turnen?“ Die Lehrerin zählte und schrieb eine große 5 hinter das Wort Turnen. „Wer möchte in der Projektwoche Comics zeichnen?“ Wieder 6 Leute. Oh nein, würden sie das noch schaffen? „Und wer ist für eine Veranstaltung gegen Krieg?“ Einige Finger gingen hoch. Frau Lilie zählte durch und schrieb schließlich 7 auf. Warte 7? Das hieß doch…
In diesem Moment fiel ihr auch schon Frieda um den Hals. Julia begriff: Ihre Idee hatte gewonnen! Sie würden ein Projekt für Frieden machen! Um sie herum war einiges Nörgeln zu hören und ebenso viel Gejubel. „Überlegt euch bitte bis Morgen, was wir gegen Krieg machen können. Für heute habt ihr jetzt Schluss. Bis Morgen!“ Frau Lilie verließ mit schwungvollen Schritten das Zimmer.
LG Toni🐾
@Toni Tatze:Ich glaub sie meint das die USA der Ukraine Waffen liefert und deshalb sozusagen mit im Krieg drinnsteckt.
LG Skatergirl
@livelove: In den USA herrscht Krieg?
Man sollte wirklich etwas gegen Krieg tuhen.
Z.b. in der Ukraine oder in der USA
OHA! Mega gut! Ich werde dich bald benachtigen ob du gewonnen hast.
das ist eine sehr tolle geschichte!
zum glück hörte der krieg bei meinen heimatland auf und wir werden es endlich nach 8 oder Keine Ahnug was besuchen 🥳
Ich kenn dieses Gefühl und ich wünsche Frieden für alle Menschen.
Es gibt viele die sich nur um Macht streiten und dafür bezahlen sie mit Seelen anderer Menschen 😔 Das ist so krank...
Gut geschrieben❤️❤️. Auch wenn es ein sehr ernstes und wichtiges Thema ist