Eure Geschichten

Herzen aus Papier - Kapitel 5

Kribbeln im Bauch

Heute war ein ganz besonderer Tag. Ich weiß gar nicht, warum, aber als ich aufgewacht bin, hatte ich so ein komisches Kribbeln im Bauch. Nicht wie Bauchweh. Sondern mehr so wie… kleine Schmetterlinge, die tanzen.

Ich habe dann ganz langsam meine Lieblingshose angezogen – die mit den bunten Herzchen drauf – und mein T-Shirt mit dem lachenden Stern. Ich hab sogar meine Haare gebürstet. Zweimal. Und dann nochmal, weil ein Zopf nicht richtig saß.
Mama hat nur gelacht und gefragt: „Gibt’s heute was Wichtiges, Mia?“
Ich hab schnell „Nö“ gesagt und bin rausgerannt. Aber ich glaube, mein Gesicht war ein bisschen rot.

Im Garten habe ich kurz die Blumen gegossen, weil Mama das mag, und dann bin ich los zum Baumhaus. Da saß Sophie schon auf der untersten Stufe, sie schälte einen Apfel mit ihrem Taschenmesser.

Geheim-Ausrüstung für Super-Spione

„Hey!“, rief ich.
„Hey Mia“, sagte sie. „Ich hab Mattis gefragt, ob er heute mitspielt.“
Ich hab nur genickt und mich neben sie gesetzt. Mein Herz hat irgendwie bumm-bumm gemacht.

Ein paar Minuten später kam er.
Mattis.
Mit seinem alten Fahrrad, das ein bisschen quietscht. Er hatte ein kariertes Hemd an und eine Mütze mit Drachenzacken. Ich find die blöd – aber irgendwie auch witzig.

„Na, ihr Spione?“, rief er. „Bereit für eine neue Mission?“
„Klar!“, rief Sophie. „Aber diesmal sind wir nicht einfach Spione, sondern Super-Spione mit Geheim-Ausrüstung!“
Ich sagte schnell: „Und wir brauchen ein Funkgerät! Aus Bechern und Schnur!“
Mattis grinste. „Gute Idee, Mia. Du denkst mit.“

Ich weiß nicht, warum, aber mein Herz hüpfte ein kleines bisschen, als er das sagte.
Ich grinste zurück. Sophie holte sofort zwei leere Joghurtbecher aus ihrer Geheimkiste im Baumhaus (sie hebt echt alles auf!), und wir bastelten die coolsten Spion-Sprechgeräte der Welt.

Agentin Keks an Agent Drache, over!

„Agentin Keks an Agent Drache. Hörst du mich?“, flüsterte ich in meinen Becher.
„Verstanden, Keks. Ich sehe Zielperson. Sie isst Apfel. Over!“, antwortete Mattis durch die Schnur.
Wir lachten so sehr, dass ich fast vom Baumhaus gefallen wäre.

Dann haben wir noch Spion-Ausweise gebastelt – mit Fingerabdruck und Geheimnamen. Meiner war Agentin Keks, Sophies war Agentin Wölkchen und Mattis hieß Agent Drache.
Ich fand seinen Namen irgendwie cool. Drachen sind stark. Und mutig. Und können fliegen.

Später mussten wir einen geheimen Code knacken. Mattis hatte Buchstaben auf kleine Steine gemalt und im Garten versteckt. Wir suchten wie verrückt und legten die Wörter zusammen.

„Ich glaub, Mia ist ein Rätsel-Profi!“, sagte Mattis und sah mich an.
„Echt?“, fragte ich. „Also… ich hab halt einfach geraten.“
„Aber gut geraten“, sagte er. Und lächelte.

Da war es wieder – dieses Kribbeln im Bauch. Als ob mein Herz Limo getrunken hätte.

Ein Sommer, der nie zu Ende gehen soll

Am Ende des Tages lagen wir alle drei im Baumhaus auf den Kissen. Die Sonne ging langsam unter und alles war orange. Mattis streckte sich aus und seufzte.

„Ich wünschte, der Sommer würde nie enden“, murmelte er.
Sophie sagte: „Ich auch. Schule ist doof.“
Ich sagte gar nichts. Ich dachte nur:

Ich wünschte, dieser Tag würde nie enden.
So wie wir hier liegen, zu dritt.
Mit Lachen, Sonnenlicht und ganz viel Herzklopfen.

Abends, in meinem Zimmer, holte ich wieder meine Herz-Kiste hervor.
Ich nahm das rote Papierherz von gestern, faltete es vorsichtig auf. 
Dann nahm ich mir einen Stift, überlegte, zögerte kurz, dann schrieb ich:

„Ich mag dich“

Ich las es nochmal. Und nochmal. Dann lächelte ich.
Ich legte das Herz wieder hinein. Es war noch nicht Zeit, es jemandem zu geben.

Aber vielleicht… irgendwann.

Kapitel 6 folgt bald.

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Ich. Liebe. Diese. Geschichte. Einfach soooooooo sehr!