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Der Himmel war grau und schwer, als das Taxi vor dem eisernen Tor der Highmoor Boarding School hielt. Das Tor war alt, verrostet, mit Spitzen, die aussahen wie scharfe Zähne, die jeden ungebetenen Besucher abwehren sollten. Ich drückte die Stirn gegen das kalte Fenster, während das Auto langsam den langen, von knorrigen Bäumen gesäumten Weg entlangfuhr. Vor mir lag mein neues Zuhause — zumindest für die nächsten Monate — und doch fühlte es sich an wie ein Gefängnis.
Highmoor sah ganz anders aus als auf den Bildern im Prospekt. Dort war es hell und freundlich, mit einem gepflegten Rasen und lachenden Schülern, die in der Sonne vor dem Hauptgebäude standen. Aber jetzt wirkte alles düster und verlassen. Die grauen Steinmauern waren von dunklem Efeu überwuchert, manche Fenster waren schmutzig oder mit Brettern vernagelt. Ganz oben ragte ein hoher Turm in den Nebel, dessen Spitze in den Wolken verschwand.
Mein Herz schlug schneller, und eine Mischung aus Angst und Neugier kribbelte in meiner Brust. Ich war allein, neu an diesem Ort, weit weg von allem, was ich kannte. Dann hörte ich eine Stimme, die mich zusammenzucken ließ: „Du bist also Alyson?“ Eine Frau in einem langen grauen Mantel stand neben mir. Ihre Augen waren kalt und durchdringend, als wollten sie mich durchschauen. „Ja“, antwortete ich leise. „Ich bin neu.“ Die Frau lächelte merkwürdig. „Das werden sie hier alle merken.“ Ohne sich vorzustellen, drehte sie sich um und ging voraus.
Ich folgte ihr schweigend, während meine Koffer über das Kopfsteinpflaster ratterten, das laut in den Hof hallte.
Drinnen war es warm, aber nicht einladend. Der Geruch von altem Holz, kaltem Stein und feuchtem Keller lag in der Luft. Die Flure waren lang und schmal, das Licht flackerte gelegentlich. Die Frau führte mich zu meinem Zimmer im dritten Stock, vorbei an Türen, hinter denen gedämpfte Stimmen und seltsame Geräusche zu hören waren. „Hier ist dein Schlüssel. Abendessen ist um sieben. Sei pünktlich.“ Dann verschwand sie, und ich stand allein in dem kleinen Raum. Das Bett war abgenutzt, der Schreibtisch staubig, und auf dem Fensterbrett lag eine dünne Staubschicht. Der Blick hinaus zeigte den düsteren Hof und die langen Schatten der Bäume.
Ich setzte mich aufs Bett und versuchte, die Nervosität zu unterdrücken.
Alles halb so schlimm, Alyson, dachte ich. Doch dann hörte ich es — ein dumpfes Geräusch, als würde jemand langsam über den Boden über mir gehen. Mein Herz setzte aus. Über meinem Zimmer war doch nur der Turm, oder? Warum hörte es sich an, als wäre dort jemand?
Ich stand auf, trat ans Fenster und blickte hinaus in die hereinbrechende Dunkelheit. Der Nebel kroch zwischen den Bäumen hervor, und für einen kurzen, viel zu kurzen Moment glaubte ich, ein blasses Gesicht in einem der Turmfenster zu sehen. Bewegungsarm, fast wie eine Statue. Dann verschwand es im Nebel. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Ich schluckte schwer und murmelte: „Willkommen in Highmoor, Alyson.“
Langsam zog ich die Vorhänge zu und legte mich zurück aufs Bett, doch schlafen konnte ich nicht.
Mein Blick wanderte immer wieder zur Tür, und das dumpfe Geräusch hallte in meinem Kopf nach. Was verbarg sich hinter den alten Mauern dieses Internats? Und warum hatte ich das Gefühl, dass ich in etwas hineingeraten war, das weit gefährlicher war als nur ein neues Schuljahr?
Ich mag deinen Schreibstil, sehr spannender erster Teil.💙👍 Bitte schreib bald den nächsten, möchte weiterlesen!!
GGLG,
Black Marie
Gruselig!Geht deine andere Geschichte eigentlich noch weiter?
LG Skatergirl