Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 32
Morgen ohne Erleichterung
Die Nacht war längst vorüber, doch der Morgen brachte keine Erleichterung. Die Sonne schien trügerisch hell über den alten Mauern des Internats, als hätte sie keine Ahnung von den Schatten, die sich in seinen Tiefen bewegten. Ich hatte kaum geschlafen, meine Gedanken kreisten unaufhörlich um die Briefe und Tagebücher, die wir in der Truhe gefunden hatten. Jedes Wort hatte sich in mein Gedächtnis gebrannt, und die Angst, dass jemand uns beobachtete, ließ mich den ganzen Vormittag über nervös in den Fluren umherschauen.
Beim Frühstück in der großen Halle versuchte ich, mich unauffällig zu verhalten, aber meine Augen wanderten immer wieder zu Mr. Grayson, der in der Nähe des Lehrertisches stand. Sein Blick streifte über die Schüler, wachsam, streng, als würde er genau spüren, dass wir etwas wussten, das wir nicht wissen sollten. Jedes Mal, wenn sein Blick zufällig auf mir landete, durchzuckte mich ein Schauer.
Böse Geister
Nach dem Unterricht zogen wir uns wieder in Jules’ Zimmer zurück. Dort breiteten wir die Dokumente aus, vorsichtig, als könnten sie jeden Moment in Staub zerfallen. Die Briefe stammten aus einer Zeit, in der das Internat fast geschlossen worden wäre. Es war die Rede von Unfällen, verschwundenen Schülern und einer Warnung vor den geheimen Gängen, die „böse Geister aus der Vergangenheit wecken“ würden. Natürlich klang das nach Aberglaube – aber die Unruhe in meinem Bauch sagte mir, dass hinter diesen Geschichten mehr steckte als nur Legenden. „Wir müssen rausfinden, wer diese Briefe geschrieben hat“, sagte Jules und strich mit den Fingern über die vergilbte Schrift. „Vielleicht lebt noch jemand, der davon weiß. Vielleicht ist es die einzige Chance, die Wahrheit zu verstehen.“
Jules weiß, was Alyson denkt
Kian saß auf dem Fensterbrett und beobachtete die Schüler auf dem Hof. „Und vielleicht ist das genau das, was jemand verhindern will“, murmelte er. „Die Frage ist, ob wir bereit sind, das Risiko einzugehen.“
Ich sah zu ihm und spürte wieder dieses flackernde Band zwischen uns, halb Vertrauen, halb Spannung, und irgendwo darunter ein Gefühl, das ich kaum benennen konnte. Jules bemerkte meinen Blick und grinste kurz, als wüsste sie genau, was ich dachte, sagte aber nichts.
Am Nachmittag machten wir uns auf, um die Gänge weiterzuerforschen. Wir wollten diesmal tiefer vordringen, zu einem Bereich der Karte, der besonders markiert war – ein Raum, den niemand seit Jahrzehnten betreten hatte. Die Sonne war bereits am Sinken, als wir uns in die Schatten wagten, Taschenlampen in der Hand, Herzen voller Angst und Vorfreude.
Bereit?
Die Treppen hinunter in den Keller fühlten sich diesmal noch kälter an. Der Staub wirbelte in den Lichtkegeln, und jeder Schritt hallte wie ein verräterisches Echo. Als wir die Abzweigung erreichten, die wir beim letzten Mal ausgelassen hatten, blieb ich stehen. Mein Herz hämmerte. Hinter dieser Ecke begann das Unbekannte.
„Bereit?“, fragte Kian leise.
Ich nickte. Und dann gingen wir weiter – hinein in das Herz der Dunkelheit.
Keine Sorge, morgen wird nen neues Kapitel rauskommen 😄
Nein!!! Bitte schreib weiter!! Es ist gerade sooooooooo spanend
Voll spannend!
LG Skatergirl