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Cristal lag erschöpft auf einem der schwarz glänzenden Ledersitze des weiß lackierten Jeeps von James. Er fuhr sie zum Arzt, denn ihre Fußverletzung war anscheinend schlimm. Cristal seufzte. Sie hatte immer noch Noahs blitzende Augen im Kopf, wie er sie fortgetragen hatte... Halt! Verliebte sie sich da etwa in Noah? Stopp und nochmals Stopp! Auf keinen Fall!
Schnell schob sie die Horror-Gedanken aus ihrem Gehirn und betrachtete die Schneelandschaft mit den grauen Bergen, auf deren Gipfel eine Schneehaube glitzerte, die kahlen Bäume, mit den Zweigen voller Schnee und die Geländer und Zäune, von denen glasklare Eiszapfen hinunterhingen. Endlich stoppte der weiße, teure Jeep vor einem weiß gestrichenen Gebäude, das wie ein Schuhkarton wirkte. Aber obwohl es so kalt und herzlos aussah, leuchteten die Fenster erwärmend, der Zaun war witzig geschmückt und im Garten waren drei Schneemänner gebaut, die Arztkittel trugen. Ein großer, aufblasbarer Weihnachtsmann mit einem Krankenschwesterhäubchen auf dem Kopf stand neben einem Rehntierschlitten, der mit Mistelzweigen, goldenen Glöckchen und roten Dekorationskugeln geschmückt war.
James half Cristal aus dem Wagen und half ihr in die Praxis. Und es war so, wie Cristal es sich erhofft hatte. Es war schön warm und roch nicht wie bei den meisten Kliniken nach Medikamenten und Verbandszeug, sondern nach Zimt und Apfel. Ein altmodischer Kronleuchter hing von der Decke und eine Krankenschwester mit Arztkittel und rot-weißer Zipfelmütze stand am Tresen. "Cristal?" , fragte sie freundlich. "Genau", krächzte diese. "Okay, Zimmer 88", sagte die Schwester und reichte ihr ein Blatt mit Weihnachtsstickern.
Cristal und James fanden Zimmer 88 schnell, wo bereits eine pummelige Frau mit schwarzen Korkenzieherlöckchen und einem weißen Arztkittel, der mit Mistelzweigen geschmückt war, auf sie wartete. Auch sie trug Zipfelmütze, aber dazu stand in Zimmer 88 statt einer Liege, ein Rentierschlitten mit einem gemütlichen Bettchen. "Hallo Cristal. Was ist denn mit deinem Fuß passiert? Wahrscheinlich ausgerutscht, oder?" "Ja", seufzte Cristal und streifte den dicken, flauschigen Socken ab, den sie von James geliehen hatte, da der Fuß so geschwollen war, dass ihr weder Schuhe noch ihre Socken passten.
"Leg dich mal in unseren Schlitten", lachte die Ärztin. "Oh, wie unhöflich, ich hab mich nicht vorgestellt. Ich bin Frau Jarret", sagte sie freundlich. Cristal lag bereits auf der Liege. Frau Jarret holte eine kleine, silberne Lupe mit kleinen, aufgedruckten Weihnachtsmännern aus ihrem Kittel und untersuchte den Fuß skeptisch. Dann holte sie ein kleines Kissen aus einem Schrank und tastete damit den Fuß ab. "Okay, ich tippe auf einen Anriss an der Gelenkkapsel oder einen tiefen Bänderriss. Das finden wir aber besser raus, wenn wir gleich eine Kernspintomografie machen. Keine Sorge, das tut nicht weh und ist fast wie Röntgen, nur dass man dabei keine gefährlichen Strahlen nutzt", erklärte Frau Jarret und führte James und Cristal einen Raum weiter.
Cristal legte sich auf eine gemütliche Liege und bekam eine Spezialbrille und Kopfhörer. "Wozu ist das?" , fragte Cristal neugierig. Über die Spezialbrille siehst du einen entspannenden Film und der Kernspintomograf ist sehr laut, deshalb blenden wir dir entspannende Musik ein. Nach einigen Minuten kam Cristal wieder aus dem Tomografen. Frau Jarret streifte einen silbernen Spezialhandschuh an und plötzlich wurde es dunkel und man konnte einen großen, neonleuchtenden Fuß in der Luft schweben lassen. Sobald Frau Jarret ihre Hand bewegte, tat der Fuß es auch.
"Ist das mein Fuß?" , fragte Cristal, die in einem Rollstuhl neben James saß. "Genau. Zusammengesetzt aus vielen Schnittbildern", erklärte Frau Jarret das System. Mit dem besonderen Handschuh zog Frau Jarret verschiedene Scheibenschnitte aus dem Fuß und zeigte sie. Sehnen, Bänder, das Gelenk, Gefäße, Venen, Arterien und Knochen. "Was ist das Problem?" , fragte James besorgt.
"Dieses Band hat einen tiefen, schmerzhaften Riss, der das Auftreten unmöglich macht, also empfehle ich dir die folgende Behandlung: Vorne bei Mrs. Scream, bekommst du eine von mir selbst fabrizierte Arnikasalbe mit Heilerde. Die trägst du nachts auf. Dann solltest du einen elastischen Verband für tagsüber benutzen und darüber eine Luftkissenschiene ziehen, damit du richtig laufen kannst. Wenn dein Fuß grünblau wird, trägst du eine Blutverdünnungssalbe auf und in einem Monat kannst du mit der von uns geführten Krankengymnastik beginnen.
In zwei Monaten kannst du dann wieder dein Training aufnehmen und Sport treiben. Mindestens zwei Wochen solltest du mit Krücken oder Rollstuhl geschont werden, wir verkaufen hier übrigens auch welche für 2 Euro und 50 Cent." Cristal nickte dankbar. Als sie wieder in der Schule war, saß sie im Rollstuhl. Ihr Fuß war mit Kühlkissen und elastischem Verband geschont.
Der vorletzte Teil des ersten Bandes
hi ,
ist das der Letzte Band der Reihe oder der letzte Teil des ersten Bandes Freue mich auf deine Antwort
@Nightfeather: Ja, wieso?