Eure Geschichten

Je­der kann ein Ret­ter sein 2

Ein Schutzengel für Lukas

Wie ihr vielleicht aus meinem letzten Artikel wisst, bin ich ein kleiner Schutzengel für Menschen die meine Hilfe brauchen. So war es auch mit Lukas, (ich habe für den Artikel den Namen geändert). Lukas war in meiner Parallelklasse. Er war schon immer ein Außenseiter gewesen. Er hatte kaum Freunde und stand auch immer alleine rum. Einestages sah ich ihn in einem unserer Schulflure stehen, ich entdeckte an seinen Armen Zeichen von Selbstverletzung. Für mich war klar, "sprich ihn an, er brauch vielleicht genau das!", ja, so fing das Ganze an.

Wir redeten ein wenig miteinander über Schulisches. Es war ganz locker und er schien mehr sehr nett zu sein. Noch. Nach unserem Gespräch war ich wieder in meinen Unterricht gegangen. Was dann allerdings passierte, damit hätte ich nicht gerechnet. Lukas fing an mir hinterher zu gehen. Er wurde aufdringlich. Er fing mich ständig vor und nach dem Unterricht ab und wollte mit mir Sprechen. Er stellte mir ständig zum "Spaß" ein Bein.
Aber was für mich das schlimmste war, war dass er mich ständig verfolgte, obwohl er kein Wort mit mir sprach. Er blieb in einigen Metern Entfernung und lief mir und meinen Freunden ständig hinterher. Er schrieb mir auf allen möglichen Netzwerken und versuchte mich auf ihn aufmerksam zu machen. Anfangs fand ich das Ganze noch ganz lustig, da ich dachte dass er mit der Zeit schon aufhören würde. Jedoch hielt Lukas ziemlich lange durch. Ich dachte mir, dass er ja außer mir niemanden hat und sprach oft  mit ihm. 

Wir sprachen über viele Dinge, auch über seine Selbstverletzungen und die Gründe dafür.
Er hatte Stress in der Familie und eine sehr gute Freundin von ihm hatte sich das Leben genommen. Als ich Zuhause war, suchte ich nach diesem Mädchen im Internet und ich fand viele Videos und Bilder auf Youtube und Instagram auf denen ihr Freundinnen schöne, ermutigende Worte schrieben, die sie schon vor ihrer Tat hätte hören müssen. Doch dafür war es zu spät. Mir wurde klar, dass es in unserem Umfeld viele Menschen gibt, denen es sehr schlecht geht. Es ist wichtig, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ihnen zu zeigen, dass sie tolle Menschen sind. Ich versuchte für Lukas noch mehr da zu sein und ihn in allem zu unterstützen und ihn auch vor blöden und gemeinen Kommentaren von Mitschülern zu beschützen. Es brachte etwas, er bekam deutlich weniger ab, dafür prallte alles an mir ab. Man sagte Dinge zu mir, die nicht sehr schön waren, doch ich kann davon absehen. es war okay für mich.

Abhängigkeit

Trotz dem dass ich versuchte Lukas vor allem zu beschützen, sah ich ihn wie er eines Tages einige Rasierklingen in der Hand hielt. Ich ging zu ihm, sagte ich dass alles gut werden würde und sprach mit ihm. Ich ermutigte ihn dazu, mir die Klingen zu geben. Daraufhin warf ich sie weg. Das war kein harmloses Getue mehr. Es war Ernst. Ich half ihm damit und beschützte ihn vielleicht davor sich etwas an zu tun.
Ab da wurde es für mich gruselig. Lukas kam ständig und gab mir Klingen. Ich bekam sie immer wieder, nur um sie weg zu werfen. Doch das wollte ich doch gar nicht! Hatte ich ihn dazu bewegt? Ich wollte doch nur nicht dass er sich etwas tut! 

Nach ein paar Wochen sagte ich ihm dass ich nicht ewig für ihn Klingen entsorgen konnte, woraufhin er sehr traurig wurde. Trotz dem das er etwas traurig war, hörte er auf mir Klingen zu geben. Doch er begann mehr und mehr mir hinterher zu gehen und mich zu verfolgen. Er schrieb mit wie perfekt ich wäre und was ich ihm bedeute. Er fragte wo ich wohnte, um mich vor der Schule abzuholen. Er ging mir auf einer Party ewig hinterher.

Es machte mir Angst und ich begann mich umzuhören ob sonst noch jemand Kontakt mit ihm hatte. Ich kam auf ein anderes Mädchen unserer Schule dass Lukas gut kannte. Sie hatte sich schon länger nicht mehr mit ihm getroffen, da die beiden Streit hatten. Ich besprach die passierten Dinge auch mit meinem Papa und dem Sozialarbeiter. Ich erklärte Lukas, dass es Grenzen gab und dass er mich nicht rund um die Uhr belästigen sollte. Ich versuchte ihm zu erklären dass wir Freunde sein könnten, doch ich muss ehrlich sein. Ich hatte Angst.
Er war gruselig zu mir gewesen und ich hatte Angst davor, denn er war zu aufdringlich geworden. Von da an versuchte ich Abstand von ihm zu halten. Immer wieder sprach ich mit ihm und langsam fand er auch Anschluss in unserer Schule.

Kenne deine eigene Grenze!

Mittlerweile habe ich nur noch sehr wenig mit Lukas zu tun, aber wir haben trotzdem einen ganz besonderen Kontakt. Er kann mir Vertrauen und ich war für ihn da, allerdings bin ich dafür zu weit gegangen und habe meine eigenen Grenzen überschritten und habe mich deshalb bedroht gefühlt.
In diesem Moment war ich Schutzengel für einen Jungen, der genau das brauchte!

Ich will euch alle mit diesem Artikel dazu animieren Menschen zu helfen, die eure Hilfe brauchen. Schreckt nicht zurück vor dem was ihr seht, denn meistens sind die Menschen die eure Hilfe benötigen nicht die Menschen die strahlen und offen aussehen. Versucht da zu sein und andere einzubeziehen. Doch bleibt bei euren Grenzen. Niemand sollte diese überschreiten, denn zwischen all dem was ihr abfangt, soll er nicht nur dieser Person sondern auch euch gut gehen. Seid Schutzengel für andere, doch schützt auch euch selbst. Ich bin damals zu weit gegangen für mich obwohl ich doch eigentlich nur helfen wollte. Passt auf euch auf! Und vor allem sprecht mit jemandem über das was ihr tut, euren Eltern, eurer besten Freundin oder dem Sozialarbeiter!

Wenn euch der Artikel Mut gemacht hat, schreibt mir gerne einen Kommentar! Lg eure @lustigerNutzer die heute eher weniger lustig war (;

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Eure Kommentare

👏👏👏👏👏👍👍👍👍👍😀😀😀😀😀                      
Echt tolle Geschichte. Mir wäre es schon viel früher gruselig gewesen. Toll das du das getan hast!