Eure Geschichten

Kapitel 11 – Zerbrechlich wie Glas

Schlaflos

Manchmal frage ich mich, ob man spüren kann, wenn etwas zu Ende geht – nicht plötzlich, nicht laut, sondern langsam, schleichend. Wie ein feiner Riss in einem Glas, kaum sichtbar, aber unaufhaltsam. In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen. Ich wälzte mich von einer Seite auf die andere, aber das flaue Gefühl in meinem Bauch blieb. Es war nicht Wut. Nicht einmal Traurigkeit. Es war etwas Dazwischen. Eine Leere, die sich in kleinen Wellen ausbreitete und alle Gedanken mit sich nahm.

Ich hatte das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren – über das, was ich dachte, was ich fühlte, über das, was zwischen uns war. James und ich… Ich wusste nicht einmal mehr, was wir waren. Freunde? Fast mehr? Nie genug?

Vielleicht lag darin das Problem: dass ich mir so lange etwas eingebildet hatte, das nie wirklich ausgesprochen worden war. Und jetzt… jetzt fühlte es sich an, als hätte ich ihn an jemanden verloren, ohne dass ich jemals den Mut gehabt hätte, ihn für mich zu gewinnen.

Erinnerungen

Ich zog die Decke höher, als würde sie mich vor der Wahrheit schützen können. Doch mein Kopf war laut. Zu laut. Zu klar. Ich hörte jedes einzelne „Was wäre, wenn“, jede Erinnerung an ein Lächeln, das vielleicht nie nur für mich bestimmt gewesen war. Ich dachte an frühere Tage, an kleine Augenblicke, die sich damals groß angefühlt hatten: ein gemeinsames Lachen, ein stummer Blick über den Tisch hinweg, das Gefühl, gesehen zu werden. Diese winzigen Dinge, aus denen man sich still Hoffnungen baut. 

Aber vielleicht hatte ich nur zwischen den Zeilen gelesen, weil mir die Worte gefehlt hatten. Ich wollte stark sein. Ich wollte sagen können, dass es mir egal war. Aber in Wirklichkeit fühlte ich mich so zerbrechlich wie Glas – ein kleiner Stoß, und ich würde zerspringen in tausend unsichtbare Teile. Ich drehte mich zur Wand, schloss die Augen und presste die Lippen zusammen, um das Zittern nicht zuzulassen.

Morgen würde ich wieder lächeln. So tun, als wäre alles wie immer.
Aber ich wusste längst: Es war nichts mehr wie vorher.

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Eure Kommentare

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Guter aber auch trauriger Teil👍🥹.

LG Skatergirl