Eure Geschichten

Kapitel 4: Das ma­gi­sche Ta­ge­buch Band 1

 4. Die Party 

„Ist das alles für mich?“ , staunte Serafina. Sie sah sich um. Auf dem Pausenhof hingen golden glänzende Sterne und silberne Herzen, während tausende Elfenkinder Luftschlangen und buntes Pulver in die Luft warfen. Als Serafina den Mund öffnete, um etwas zu sagen, fiel das Pulver ihr in den Mund und verwandelte sich in eine Schokobanane. Genau ihr Lieblingsessen. Dieses Pulver war wirklich cool. Am liebsten würde sie das Pulver wieder mit ins Internat nehmen. Genüsslich aß sie die Banane auf. 

„Danke!“ , rief sie gerührt. „Vielen Dank. Ich würde euch sehr gerne helfen, aber was kann ich tun? Ich brauche Hinweise für das Diamantennest“, Serafinas Stimme hörte sich laut und kräftig an, auch ohne Mikrofon. Wahrscheinlich war das eine elfische Zauberkraft. 

Sie verbeugte sich leicht, während sich ihre Beine automatisch zu einer komplizierten Stellung verknoteten, verschlangen und sich mit ihren Armen verbanden, während sie freundlich den Kopf sank. 

Eine besondere Feier 

Da nahm Dediana sie an die Hand und führte sie zu einem Podium. Darauf stand eine… Blüte in Mikrofonform. Sie war silbern und sah sehr magisch aus. Hä?, dachte Serafina. Konnte sie nicht mit ihrer Stimme so laut wie ein Megafon sprechen? Wozu dann das Blütenmikrofon? Anscheinend konnte Dediana Gedanken lesen. „Mit der Spraxiblüte sprichst du perfekt, ohne Fehler, ohne Stottern. Cool, oder? Es heißt cool, oder? Oder doch cooli?“ Serafina war ein wenig überrumpelt, aber sie betrat das Podium und nahm die Blüte ihn die Hand. 

„Vielen Dank. Aber was wird das hier? Feiern wir jetzt nur wegen mir? Wenn ja, danke ich euch von ganzem Herzen“, sagte sie mit kräftiger Stimme und ohne Stottern. Sie rollte ihre Zunge perfekt ab und betonte die Wörter so gut, dass sie sich gar nicht als sich selbst wahrnahm. 

Wegen mir? 

„Ja, wir feiern wegen dir. Weißt du, es ist was Besonderes, dass eine Hilfselfe zu uns kommt“, sagte Frau Flatter und lächelte sehr, sehr glücklich. „Also wird gefeiert!!!“ , schrie ein Elfenjunge mit silbernen Haaren und weiß glänzender Haut. Seine Hände und sein Gesicht waren mit merkwürdigen Schnörkeln, Punkten und Zeichen verseht. Serafina lächelte. Sie nahm ihren Mut zusammen und sprang von dem Podium. Ihre Flügel entfalteten sich und sie flog über allen. Sie streckte ihre Arme aus und fühlte sich so frei wie schon lange nicht mehr. 

Wieder wurde das bunte Pulver in die Luft geworfen, diesmal allerdings zusammen mit einer Art blauer Münzen. Berührte jemand diese Münze, verwandelte er sich in irgendetwas. 

Zauber-Münzen 

Serafina wurde einmal in einen Frosch und zweimal in ein Einhorn verwandelt. Das war lustig, aber ein bisschen eklig, weil man rülpsen musste, sobald man sich das zweite Mal in etwas verwandelt hatte. Das war Serafina schon beim Einhorn passiert. Gerade flogen zwei blaue Münzen auf sie zu, knallten ihr auf das Handgelenk und zum dritten Mal wurde sie in ein Einhorn verwandelt, allerdings mit Fischflosse, was wohl der Mix der beiden Münzen war. Serafina grinste belustigt und ihr Einhornmaul lächelte erfreut. Als sie ihren Kopf schüttelte, flog Glitzerstaub von ihrem Horn auf ihren goldenen Schweif und sie verwandelte sich zurück in die Elfe Serafina, die halb Mensch war. 

Freude 

Serafina fand dieses ganze elfische Zeug so toll. So bunt, witzig, fröhlich. Immer wurde gefeiert und gelächelt. Anscheinend fand keine Traurigkeit in diesem wunderbaren Ort einen Platz. Serafina ließ es sich gut gehen. Seit ihre Eltern gestorben waren, war sie von Kummer und Einsamkeit wie von einem Mantel fest umschlungen. Aber diese Welt verwandelte ihr Herz in eine bunte Party, in der sie nur noch lächelte. 

Die 8 Elemente

Auf einmal tippte sie jemand an. Sofort ging Serafina in Angriffsposition. Seit der Begegnung mit Franziska in der Menschenwelt wollte sie lieber eine Nummer sicher gehen. Aber hinter ihr stand nur ein Elfenjunge. Er hatte schwarzes Haar, das wie feuchter Tang glänzte. Er trug ein Hemd, das mit Fischschuppen besetzt war und eine Hose aus Algen. „Ich finde es so krass, dass du ein Mensch bist, dabei siehst du wie eine Elfe aus und zwar wie eine sehr hübsche Luftelfe“, sagte der Junge und sah sie schüchtern an. „Äh, danke… Aber wieso Luftelfe?“, wunderte sich Serafina. „Das ist so. Es gibt 8 Elemente. Feuer, Wasser, Erde und Luft kennst du sicher. Dann gibt’s aber noch Weltraum, Blitz, Magie und Psycho. Du bist Luft, ich bin Wasser“, erklärte der Elf. 

Serafina wurde heiß. Wenn es hier Feuer und Wasser gab, war des bestimmt höchst gefährlich. „Keine Sorge. Diese Legenden sind falsch. Hier sind wir alle Freunde.“ Der Elf lächelte. Serafina nahm Vertrauen auf. „Ich bin übrigens Aton“, stellte sich der Elf freundlich vor. 

Ein Festmahl

Plötzlich hörte man einen Gong, laut, aber sanft und irgendwie entspannend. Alle Elfen rannten zu großen Tischen, die mit Essen bedeckt waren. Serafina überlegte. Was sollte sie bloß probieren? Sie lief auf eine große Schüssel zu, entdeckte einige große Pilze mit einer braunen Soße und nahm einen heraus. Als sie mit ihrem spitzen, babypink lackiertem Fingernagel hineinstach, quoll Schokolade heraus. Serafina war sich nicht sicher, ob das schmeckte. Doch als sie einen kleinen Bissen wagte, stellte sie fest, dass es wunderbar schmeckte. 

Serafina schloss genüsslich die Augen, während sie nacheinander nicht nur Schokoladenpilze aß, sondern auch Himbeerbolls. Das waren kleine, handyförmige Plättchen aus irgendeiner Pflanze, die mit Himbeerpulver bedeckt war. Das prickelte auf der Zunge und war auch sehr lecker. 

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Tolle Geschichte! Weiter so, ich warte auf deine nächste Teile und Bände.