Silbermonds Vergeltung, Kapitel 6
Nadelstreifs Bitte
Langsam tappte er aus dem Lager. Er würde schnell nochmal die Grenzen markieren, zwischen dem Donner-Clan und dem Schatten-Clan. Damit könnte er das Territorium zurückerobern. Völlig in Gedanken merkte er gar nicht, dass er schon da war. Es stank nach Donner Clan, obwohl es eigentlich Schatten-Clan-Territorium sein sollte. Plötzlich sprang ihm etwas in den Rücken.
»So sieht man sich also wieder«, fauchte eine Stimme. Silbermond drehte sich schnell auf den Rücken. Ein Uff war zu hören, als Silbermond sich auf den Rücken warf. Silbermonds Angreifer ließ los. Silbermond sprang auf. Vor ihm war eine schwarze Kätzin mit einem dunklen Streifen auf dem Rücken. Nadelstreif!
»Hallo Nadelstreif«, miaute Silbermond ruhig.
Nadelstreif stand auf. Und betrachtete ihn. Sie war gar nicht auf Kampf eingestellt. Sie hatte ihm, als sie ihm auf dem Rücken gesprungen war, wehgetan. Aber Nadelstreif hatte die Krallen eingefahren gehabt. Ihr Fell war auch gar nicht aufgestellt. Silbermond ging zu ihr und umkreiste sie. Dabei musterte er sie genau. Nadelstreif machte keine Anstalten, ihn anzugreifen. Nadelstreif war eine Donner-Clan-Katze.
»Was machst du hier?«, fragte Silbermond immer noch mit der gleichen Stimme.
Nadelstreif antwortete zuerst nicht.
»Ich habe dich gesucht«, antworte die schwarze Kätzin nach mehreren Herzschlägen.
Silbermond schnappte nach Luft.
»Und warum?«
Silbermonds Schwanz zuckte ungeduldig. Er hielt vor ihrer Schnauze an und betrachtete sie. Nadelstreif war schon schön!
»Der Donner-Clan braucht Hilfe«, miaute sie.
Silbermond erschrak. »Und warum?«
Nadelstreif schaute ihn an. Wie hübsch sie war!
»Grasherz führt uns wie ein Haufen Fuchsdung an! Sie hat vor dem Schatten-Clan einen Besuch abzustatten! Sie will alle vier Clans vereinen«, miaute Nadelstreif.
Silbermond schüttelte den Kopf. »Das geht nicht! Wie soll ich meinem Clan erklären, dass ich mich mit einer Donner-Clan-Katze friedlich getroffen habe?«, sagte Silbermond traurig.
Nadelstreif nickte. Silbermond leckte ihr sanft übers Ohr.
»Sehen wir uns morgen früh wieder hier?«, fragte er vorsichtig.
Nadelstreif nickte und hüpfte davon in Richtung Donner-Clan-Territorium. Silbermond sah ihr hinterher. Danach machte er sich daran, die Grenze richtig zu markieren. Für Jagen war leider keine Zeit mehr, da es schon spät geworden war.
Verliebt
Silbermond wachte auf. Es war frühmorgens. Silbermond erschrak. Genau jetzt hatte er sich mit Nadelstreif verabredet. Schnell schlich er sich aus dem Lager raus. Zum Glück hatte ihn niemand bemerkt. Als er auf dem Weg war, fühlte sich Silbermond schlecht. Er würde jetzt seinen Clan verraten! Eigentlich wollte Silbermond zu Nadelstreif, doch gleichzeitig nicht. Schon von weitem erkannte Silbermond den süßen Duft von Nadelstreif. Doch gleichzeitig stank es nach Donner-Clan, doch das war Silbermond egal. Ein Schnurren rumpelte aus Nadelstreifs Kehle. Silbermond stieß seinen Kopf gehen Nadelstreifs Kopf zur Begrüßung. Der silberne Kater setze sich hin.
»Noch vor Sonnenaufgang muss ich zurück sein, damit es niemand merkt«, miaute Silbermond zur Begrüßung.
Nadelstreif schaute ihn spielerisch an. Silbermond schnurrte. Die schwarze Kätzin sprang ihn mit eingefahrenen Krallen an. Silbermond fuhr mit den hinteren Beinen mit voller Wucht hoch, sodass Nadelstreif über ihn hinweg flog. Sie landete auf ihren Pfoten und griff erneut an. Silbermond drehte sich auf den Bauch und nahm ihr, während Nadelstreif sprang, die Beine weg. Sie stolperte und landete auf den Boden.
Silbermond rappelte sich auf und sprang Nadelstreif an. Sie kippte um und beide lachten. Silbermond ging von ihr runter und legte sich neben sie. Zusammen kuschelten sie ein bisschen. Nach einer ganzen Weile bemerkte Silbermond, dass es bald Sonnenhoch war. Er stand auf und verabschiedete sich von Nadelstreif.
Erwischt!
Schnell rannte der silberne Kater zum Lager. Vorher fing er schnell eine Drossel und zwei Mäuse. Als er in Lager war, winkte Adlerstern ihn zu sich. Silbermond tappte zum Hochfelsen, legte die Beute ab und verschwand mit Adlerstern im Anführer-Bau. Adlerstern machte es sich gemütlich und Silbermond setze sich hin.
»Also, Silbermond. Ich weiß es! Möchtest du es dem Clan erzählen?«
»Was meinst du?«
Adlerstern schüttelte den Kopf. »Stell dich nicht so an!«
Silbermond seufzte. »Was passiert dann mit mir?«, fragte er vorsichtig.
Adlerstern lächelte. »Besprich dich mit Nadelstreif, wer in welchen Clan geht. Entweder Nadelstreif geht in den Schatten-Clan oder du in den Donner-Clan. Ihr könnt aber auch Streuner werden«, antwortete Adlerstern.
Silbermond schaute Adlerstern erstaunt an. Eigentlich müsste er verbannt werden. Silbermond nickte und ging aus dem Anführer-Bau heraus. Adlerstern folgte ihm. Zusammen mit Adlerstern sprang er auf den Hochfelsen.