Usergeschichte by Kleopatra: Internat Sonnenstern Kapitel 7
Eine nasse Überraschung
Es fing an zu regnen. Mel spürte, wie die großen, schweren Tropfen auf ihr Gesicht platschten. Es fühlte sich nass und kalt an. Komischerweise spürte sie den Regen nur im Gesicht, nirgendwo anders. Der Regen wurde stärker. Mel kniff die Augen zusammen und hielt sich die Hände vor's Gesicht. Plötzlich hörte sie ein lautes Klingeln, direkt neben ihrem Ohr und schreckte hoch. Sie riss die Augen auf, merkte, dass sie nur geträumt hatte, aber trotzdem im ganzen Gesicht nass war, stieß einen kreischenden Aufschrei aus, weil direkt vor ihrem Gesicht Milas Gesicht war und sie angrinste. Dies ereignete sich innerhalb von Millisekunden. Mel befühlte ihr Gesicht. Sie war überall nass. Und plötzlich wusste sie auch warum. Mila stand mit einer kleinen Wasserpistole in der Hand neben ihrem Bett. "Endlich bist du aufgewacht, ich dachte schon beinahe, du liegst im Koma!", wurde sie von Mila begrüßt. "Dir auch nen guten Morgen.", murmelte Mel schlaftrunken. Mila riss das Fenster auf und ließ den Sonnenschein ins Zimmer. Mel drehte sich zur Wand und wollte noch ein bisschen weiterschlafen, doch da kam schon Mila herbeigewirbelt und zog Mel die Decke weg. "Aufstehen, du Schlafmütze! Sonst bekommen wir bald kein Frühstück mehr!" Sonntags gab es nämlich immer nur bis um 9:30 Uhr Frühstück, danach wurde das Buffet weggeräumt. Mittlerweile waren die Mädchen schon seit 2 Wochen im Internat, dies war also das zweite Wochenende, das sie gemeinsam im Internat verbrachten.
Warum seid ihr hier?
Als die Mädchen zu fünft am Frühstückstisch saßen, fragte Fritte auf einmal: "Warum seid ihr eigentlich aufs Internat Sonnenstern gegangen?" Linni erklärte sofort: "Ich wollte schon IMMER mal auf ein Internat gehen! Schon als Kleinkind bin ich mit dem Feenkostüm durch unsere Wohnung gelaufen und habe gesungen: 'Ich will auf ein Interna-hat, ich will auf ein Interna-hat!' Leider hat es in der 5. Klasse bei mir nicht geklappt, irgendwie haben wir das verpasst, ich weiß nicht warum. Aber dann haben wir gelesen, dass es hier eine extra-siebte-Klasse gibt und ja, jetzt bin ich da." Die Mädchen lachten. Dann erkläre Mila: "Meine Eltern wollten das. Wir hatten echt großen Zoff deswegen. Sie haben mich einfach ohne mein Wissen hier angemeldet - und irgendwann kam dann so ein Brief, in dem stand, dass ich die nötigen Voraussetzungen erfüllen würde und dann gab es kein zurück mehr. Mann, war ich wütend! Derweil hat es sich gar nicht gelohnt! Wenn ich gewusst hätte, was für nette Mädchen hier auch auf das Internat gehen, dann wäre ich wahrscheinlich schon in der 5. Klasse hierhergegangen. Wobei...dann hätte ich euch womöglich nie kennengelernt." Jetzt war Mel an der Reihe. "Also bei mir war es so, dass ich mit meiner alten Schule nicht zufrieden war. Unser Rektor hat sich immer in seinem Rektorat versteckt, ich habe ihn noch nie in echt gesehen. Nur auf Fotos oder in Videos. Und von meinen Mitschülern ganz zu schweigen. Solche oberflächlichen Tussen! Und überhaupt, wir hatten ein ganzes verbotenes Stockwerk, wo niemand hindurfte - außer natürlich unser Rektor. Und in unserem Pausenhof hatten wir gerade mal 3 Bänke, mehr nicht. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie spärlich unsere Schule gehalten war. Deshalb war ich total froh, als ich mitbekommen habe, dass es noch eine Möglichkeit für einen Neuanfang gibt!" Nun erzählte Leni: "Bei mir ist es eigentlich wie bei Linni. Ich wollte auch schon ganz lange auf ein Internat gehen. Und jetzt hat sich dieser Traum endlich erfüllt!" Jetzt fehlte nur noch Fritte. "Also bei mir ist es so, dass mein Vater und mein Großvater auch schon hier auf Internat Sonnenstern waren. Und weil sie das beide so toll fanden und so überzeugt waren, bin ich jetzt eben hier! Und ich muss sagen, ich bin sehr froh drum!"
Die fünf Mädchen räumten ihre Teller auf und wollten zurück auf ihre Zimmer gehen, als sie Jonas auf dem Gang trafen. "Hey Mädels, wie geht's?", begrüßte er sie. "Gut", antworteten sie im Chor. Dann entdeckte Jonas Fritte. "Gude Fridde! Koannschde moin Zungenbrescher als noch?" Er grinste sie herausfordernd an. "Joh, middlerweil sinn moi Freundinne schunn genervt devuu, weil isch n sou oft aufsage.", lachte Fritte. "Haha, Arig gud! Also doann, macht's gud, Mädels, isch muss weider!", verabschiedete Jonas sich.
Super toll! 😃
Cool 😃 ich mag deine Geschichte