Eure Geschichten

Zeit der Piraten | Kapitel 1 | Erin: Gefangen auf hoher See [Genre: Abenteuer, historisch, Freundschaft, Zeitreise]

Einleitung

Willkommen bei meiner ersten Geschichte auf Kindersache. Es ist leider NICHT die Mittelalter-Geschichte, die ich angekündigt habe. Die ist nämlich noch nicht fertig. Hier seid ihr bei meiner ersten Piraten-Geschichte gelandet.

Es ist das Zeitalter der Piraten. Ein adeliges Mädchen wird auf der Schifffahrt zu einem Schönheitswettbewerb von Piraten überfallen und gefangen!
Durch einen merkwürdigen Zufall landet sie allerdings später in unserer Zeit. Doch bis dahin passiert noch einiges ... Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt, der Name steht immer im Kapitel-Titel.

Ich muss zu Beginn noch kurz 2 Dinge erklären:

1. Ich weiß, der Anfang ist sehr dramatisch, aber das ist nur der Start in die Geschichte. Lasst euch bitte nicht abschrecken.

2. Ein Großteil spielt in der Vergangenheit. Viele Figuren sind Piraten, eine Hauptperson kann manchmal sehr eitel und altmodisch sein. Die Meinungen, Aussagen und Gedanken sind nicht meine eigene Meinung.

Gefangen auf hoher See

Erin

Erin malte einen siebten Strich in die Holzwand ihrer Zelle. Sie konnte kaum etwas sehen, weil durch die Fensterluke wenig Licht fiel, obwohl Tag sein musste. Seit sieben Tagen war sie nun an Bord des Piratenschiffes gefangen.

Ihre Zelle war unter Deck. Es roch nach feuchtem Holz, Meerwasser und verfaultem Essen, deshalb vermutete Erin, dass sie in der Nähe der Kombüse war. Manchmal konnte sie leise Stimmen hören – ob das der Koch war? Erin wusste, dass man den Schiffskoch Smutje nannte. Das hatte sie in einem Buch gelesen. Aber sie hoffte, dass nicht alles stimmte, was sie so über Piraten gelesen hatte, denn das klang überhaupt nicht erfreulich für ihre Lage.

Prinzessin Erin

Vor einer Woche war sie auf einem luxuriösen Segelschiff unterwegs zu einem Schönheitswettbewerb gewesen. Erin war nämlich eine Prinzessin, jedenfalls beinahe. Ihr Vater war sozusagen ein Graf, was bedeutete, dass die Familie in einer Villa wohnte, die man eigentlich auch Palast nennen konnte. Auch ihr Onkel lebte mit seiner Frau darin und trotzdem hatte jedes Familienmitglied mehrere Zimmer und ein eigenes Badezimmer. Dazu gab es noch ein Musikzimmer, einen kleinen Festsaal, eine Bibliothek und ein riesiges Esszimmer für besondere Anlässe. Nicht zu vergessen, der große Garten und das eigene Waldstück.

Wann kommt Rettung? 

Bald fand ein Schönheitswettbewerb in Marokko statt. Eine reiche Königsfamilie veranstaltete jedes Jahr in ihrem Palast einen. Alle jungen Prinzessinnen und adeligen Mädchen aus Europa, Westasien und Nordafrika konnten teilnehmen. Erin kam aus Mitteleuropa. Also war sie tagelang auf Flüssen bis ans Meer gefahren und dann auf einem großen Segelschiff weiter nach Marokko. So war der Plan. Doch dann hatten Piraten ihr Schiff überfallen und Erin entführt.

Bestimmt wollten sie Lösegeld erpressen. Wegen des Schönheitswettbewerbes waren viele adelige Familien gerade am Meer unterwegs, das hatten die Piraten bestimmt auch gewusst und direkt zugeschlagen.

Erin hoffte, dass ihre Eltern beim nächsten Hafen Hilfe geholt hatten und die königliche Wache von welchem Land auch immer, schon auf der Suche nach ihr und dem Piratenschiff war. Beim Überfall mussten sie in der Nähe von Irland oder England gewesen sein, glaubte sie. Bestimmt würden sie dort Hilfe bekommen!

Aber warum dauerte das so lange?

Lösegeld

Plötzlich wurde ihre Zelle geöffnet und ein älterer Pirat mit weißen Haaren brachte Wasser und Brot. »Ich möchte den Kapitän sprechen!«, sagte Erin. »Jetzt sofort!« Der Pirat sah sie verwundert an. »Wie bitte?«

»Euren Kapitän! So was gibt’s auf Schiffen doch?« Plötzlich war sich Erin nicht mehr sicher, was sie gelesen hatte. Jedes Schiff hatte einen Kapitän, aber wie war das bei Piraten? »Der hat keine Zeit«, antwortete der weißhaarige Pirat. »Und was könntest DU schon mit ihm besprechen wollen?«

Da ertönte Lachen und sogar ein sehr falsch gesungenes Lied von oben. Das tat ja richtig in den Ohren weh. Feierten die Piraten etwa eine Party an Deck? Jetzt konnte Erin auch noch schiefe Akkordeon-Musik hören, die nach Quälen von Instrumenten klang. Autsch! »Ich möchte wissen, was ihr mit mir vorhabt. Wollt ihr Lösegeld von meinen Eltern erpressen?«, fragte Erin. »Lösegeld?« Plötzlich wirkte der Pirat interessiert. »Deine Eltern haben Geld?«

»Allerdings! Mein Vater ist ein Graf und ihm gehören viele Ländereien …« Da stoppte Erin hastig. Wenn die Piraten nicht wussten, wer sie war, war es eine blöde Idee, zu erzählen, wie reich ihre Eltern waren.

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Eure Kommentare

@ Gast: Danke! :)

@ Kindersache-Redaktion: Oha, ihr habt ein total cooles Bild hinzugefügt, ich liebe das! Danke!!!

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