Eure Geschichten

Zwei Freunde, ein Streit

Kekse für Mama

„Bis später!“ Maja legte auf. „Puh, endlich!“, dachte sie sich, als sie das Handy, das sie wegen ihrer vom Keksteig klebrigen Hände zwischen Schulter und Ohr eingeklemmt hatte, auf den Esstisch legte. „Diese unangenehme Körperhaltung hätte ich keine Minute länger ausgehalten!“ Sie nahm ein Küchentuch und wischte sich die Hände daran ab. Emilia konnte aber auch immer unfassbar lange reden! Sie hatten tatsächlich 15 Minuten über Majas Bettwäsche beraten! Emilia war der Meinung, die Hunde mit den Weihnachtsmützen darauf wären viel zu kindisch. Maja hingegen fand das total süß. Und sie würde auch keine Zeit verschwenden, um wegen der Meinung ihrer besten Freundin ihr Bett neu zu beziehen. Aber jetzt musste sie sowieso erstmal die Kekse fertigbacken! Schließlich würde ihre Mutter bald nach Hause kommen, und es wäre wohl nicht so prickelnd, wenn sie ihr Weihnachtsgeschenk schon einen Tag vor Heiligabend sehen würde. Also los! 

Wann ruft sie an?

Maja schob das Blech in den Ofen. Puh, endlich fertig! Sie spülte ihre Hände mit Wasser ab, stellte einen Teller in den Geschirrspüler und schaute anschließend auf die Uhr über der Küchentür. Schon 17:18 Uhr! Emilia wollte doch um 17 Uhr anrufen! Maja überlegte. War Emilia etwa schon wieder bei Frieda? Die beiden trafen sich seit neuestem ständig, weil Frieda vor einigen Monaten in das Haus neben Emilias eingezogen war. Und gestern hatte Emilia außerdem vergessen, das Freundschaftsarmband, das sie und Maja jeden Tag trugen, anzulegen … Ach, Quatsch. Was dachte Maja nur hier? Dass ihre über Jahre gehaltene Freundschaft auf einmal wegen eines zwei Jahre jüngeren Mädchens zerbrach? Unsinn! Emilia würde jede Minute anrufen, da war Maja sich sicher. 

Am Telefon

Und wie auf Stichwort: In diesem Moment klingelte Majas Handy. Ein Bild von ihr und Emilia mit einem albernen Filter, der ihre Gesichter verzerrte, erschien auf dem Bildschirm. Emilia rief an! Maja atmete einmal tief durch, um nicht kindisch beleidigt zu klingen. Sie wollte schließlich nicht, dass sich aus dem Vergessen eines unwichtigen Telefonats ein Streit entwickelte. „Hi …“ "Mist! Das klang ziemlich vorwurfsvoll!", dachte sich Maja. Sollte es allerdings auch. Sie wartete, ob es Emilia selbst auffiel. „Hi!“, erwiderte diese allerdings, als wäre nichts. Maja räusperte sich. „Ähm, hast du mal auf die Uhr geschaut?“ „Öhm … öhö öhö!“ Emilia hüstelte. „Jaaa, tut mir leid, ich … äh … hab noch meiner Mutter beim Staubsaugen geholfen …“ Maja verengte die Augen. Sie hörte die Unsicherheit in Emilias Stimme. Sie log eindeutig. Maja kannte sie nun schon so lange. Sie merkte auch am Telefon, wenn Emilia ihr etwas verheimlichte. Hätte sie wenigstens gesagt, sie habe sich mit Frieda getroffen, wäre das ja noch okay gewesen. Aber sie log Maja an. Ihre beste Freundin. Die sie schon seit sieben Jahren kannte. 

Du lügst!

„Du lügst“, entfuhr es Maja. Oje! War das vielleicht doof gewesen? „Was?“, fragte Emilia entsetzt. „Jetzt tu doch nicht so!“, schimpfte Maja. „Ich kenne dich! Ich merke, wenn du mich anlügst!“ So langsam wurde sie wirklich wütend. Erst rief Emilia viel zu spät an, und nun schwindelte sie auch noch.  „Und wenn schon!“, rief Emilia ihr entgegen. „Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig! Mensch, Maja! Wann bist du so … so … so eifersüchtig geworden? Ich bin nicht dein Eigentum! Du denkst natürlich, ich treffe mich mit Frieda. Nur ein Wort dazu: Nein.“ Pause. Niemand sagte für eine Zeit etwas. „Ja“, gab Maja zu. „Ich dachte wirklich, du bist bei Frieda. Aus gutem Grund! 
Du hast dich in den letzten Wochen viel öfter mit ihr getroffen! Und gestern hast du vergessen, dein Armband anzulegen!“ „Nein“, antwortete Emilia seelenruhig. „Das habe ich nicht vergessen. Den Grund hättest du morgen erfahren. Aber jetzt ist es zu spät.“ Emilia legte auf. 

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