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Indigene in Amerika: Schutz von Kultur

Kultur: Für alle erlaubt?

Die Muttersprache sprechen, eigene Feste feiern und eine Religion frei ausleben. Für die meisten Menschen in Deutschland ist das selbstverständlich. Indigene Völker müssen oft dafür kämpfen, ihre eigene Kultur ausleben zu dürfen. Viele können das nämlich erst seit weniger als 100 Jahren. So wie die Cree oder die Cherokee Nordamerikas.

Indigene Völker sind alle verschieden. Sie verbindet unter anderem, dass sie sowohl in der Vergangenheit als auch noch heute viel Diskriminierung erleben. So auch die indigenen Völker in Amerika. Die USA haben immer wieder versucht, indigene Menschen „umzuerziehen“. Sie wollten, dass sie sich den europäischen Gewohnheiten anpassten. Denn diese galten als etwas Besseres. Außerdem war es ihnen wichtig, dass Indigene Amerikas Teil des Christentums werden. Den Vereinigten Staaten war egal, ob die Menschen das wollten oder nicht. Dieses Prinzip nennt man „kulturelle Angleichung“.

Infobox: Wer sind die indigenen Völker Amerikas?

Indigene Völker Amerikas ist ein Sammelbegriff für die verschiedenen indigenen Stämme in Nordamerika. Allein in den Vereinigten Staaten gibt es 574 unterschiedliche Stämme. Sie lebten schon lange in Nordamerika, bevor europäische Siedler die Vereinigten Staaten gründeten. Später wurden sie von den Siedlern aus ihren Gebieten gedrängt. Sie wurden zum Umziehen gezwungen und mussten an kleineren Orten leben.

So viele indigene Menschen leben heutzutage in den USA.

Internate für indigene Kinder

1879 wurde die „Carlisle Indian Industrial School“ in Pennsylvania gegründet. Das war das erste von etwa 400 Internaten für indigene Kinder. Viele Eltern wollten ihre Kinder nicht dorthin schicken. Sie hatten kein Recht darauf, das zu verhindern. Die Internate hatten den Zweck, indigene Kinder an die westlichen Werte anzupassen. Kinder mussten in der Schule Englisch sprechen. Ihre Muttersprache wurde ihnen verboten. Zusätzlich wurden ihre Namen geändert und sie durften keinen Besuch von ihren Familien bekommen. Die Kinder mussten dem Christentum beitreten und ihren eigenen Glauben aufgeben. Viel der indigenen Kultur gingen auf diese Weise verloren.  

Klagen und Gesetze: Rechte von indigenen Menschen

Seit den späten 1960er Jahren erkennt die US-Regierung an, dass es falsch ist, indigene Stämme „anzupassen“. Stattdessen haben sie heute das Recht, ihre Kultur frei auszuleben. Es gibt auch Gesetze zum Schutz indigener Religionen. Dieser Wandel hat mehrere Jahre gedauert. 

Tobeluk v. Lind

So gab es etwa den Gerichtsfall „Tobeluk v. Lind“ in Alaska. 1976 verklagten 28 indigene Jugendliche den Staat Alaska wegen der Internate für indigene Kinder. Sie begründeten die Klage damit, dass viele Kinder in den Internaten schlecht behandelt wurden. Häufig brachen sie die Schule ab. Das verletzte ihr Recht auf Bildung.

Das Gericht gab den Jugendlichen recht. Nach der Klage wurden Schulen in der Nähe der Wohnräume indigener Menschen in Alaska gebaut. Sie konnten zur Schule gehen und gleichzeitig bei ihren Familien bleiben. Auch durften sie wieder über ihre eigenen Traditionen lernen. 

Heutige Herausforderungen und mehr Mitbestimmung

Heute gibt es in den USA viele Projekte, die Indigenen mehr Selbstbestimmung ermöglichen sollen. Es gibt unter anderem Schulen, die jungen Menschen indigene Sprachen wieder beibringen. Das soll verhindern, dass indigene Sprachen aussterben. Außerdem gibt es viele Ausstellungen und Sammlungen, die indigenes Wissen festhalten. Lange war es nicht selbstverständlich, dass Indigene ihre Kultur ausleben dürfen.  

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