Andere Länder

In­ter­view: Was macht die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Plan In­ter­na­tio­nal?

Was genau macht deine Organisation? 

May: Ich arbeite bei Plan International. Das ist eine Nichtregierungsorganisation, die weltweit Projekte in Gemeinden durchführt. Das bedeutet, dass wir die Projekte gemeinsam mit den Menschen durchführen, die in den jeweiligen Regionen leben. Wir gehen in die Dörfer, reden mit den Menschen und fragen sie, was sie brauchen und was ihnen fehlt. Diese Wünsche versuchen wir dann umzusetzen. 

In welchen Ländern seid ihr tätig? 

May: Wir arbeiten in so vielen Ländern, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Es sind ungefähr 80. Besonders in Afrika, Asien und Lateinamerika führen wir viele Projekte durch.  Wir sind aber auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern, wie Polen und Rumänien, tätig. Hier betreuen wir Projekte mit Geflüchteten. Wir arbeiten also nicht nur in den ärmsten Ländern der Welt, sondern dort wo wir gebraucht werden.  

In welchem Projekt arbeitest du gerade? Was sind deine Aufgaben? 

May: Ich arbeite nicht direkt in einem Projekt in einem anderen Land, sondern in unserem Büro in Deutschland. Hier koordiniere ich die Kommunikation unter meinen Kolleginnen und Kollegen und mache für diese Schulungen zum Thema Gleichberechtigung und Kinderschutz. Außerdem bin ich zuletzt viel gereist, um mir die Projekte anzusehen, die ich dann in einer Ausstellung gezeigt habe.  

Welches Kinderrecht wird weltweit besonders oft missachtet? 

May: Das Recht auf Unversehrtheit. Gewalt ist ein sehr großes Problem und eine schlimme Missachtung der Kinderrechte. Viele Kinder werden nicht ernst genommen, geschlagen oder vernachlässigt. Es ist mir wichtig, mit meiner Arbeit dagegen vorzugehen.  

Warum sind Mädchen besonders von Armut betroffen? 

May: Das liegt daran, dass die Mädchen von ihren Familien weniger gewertschätzt werden als Jungs. Diese können Geld verdienen und die Familie dadurch finanziell unterstützen. Von den Mädchen wird erwartet, dass sie nach der Heirat bei einer anderen Familie leben. Sie werden daher weniger beachtet und kriegen zum Beispiel weniger zu essen. In manchen Ländern dürfen sie nicht einmal zur Schule gehen. Wenn es sich die Familie nicht leisten kann, alle Kinder in die Schule zu schicken, lassen sie lieber das Mädchen zu Hause. Das Mädchen muss dann im Haushalt helfen oder sich um die kleinen Geschwister kümmern.  

Essen, Trinken und medizinische Versorgung sind für Kinder besonders wichtig. Wie könnte das gerechter verteilt werden? 

May: Indem man zum Beispiel dafür sorgt, dass die Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Außerdem ermutigen wir die Menschen, selbst Obst und Gemüse anzubauen. Damit alle medizinisch versorgt werden können, bilden wir Gesundheitshelferinnen und-helfer in den Dörfern aus. Da nicht jedes Dorf einen eigenen Arzt oder eine eigene Ärztin hat, ist es wichtig, dass es Gesundheitsstationen mit geschultem Personal gibt. Die dort arbeitenden Menschen kennen sich mit den Krankheiten aus und können die Kinder und Erwachsenen versorgen.  

Was hat sich durch eure Projekte verändert? 

May: Es gibt Projekte, da sieht man sofort Erfolge. Ich war zuletzt in Ghana und habe dort ein Wasserprojekt besucht. In dem Dorf gab es kein sauberes Trinkwasser. Die Menschen haben das verschmutze Wasser aus dem Bach getrunken. Deshalb sind immer wieder Kinder krank geworden und gestorben. Wir haben deshalb einen Brunnen gebaut und Aufklärungsprojekte durchgeführt. Zum Beispiel haben wir mit den Kindern ein Theaterstück einstudiert. In dem Stück ging es um das Trinkwasser und die Gründe, warum die Kinder krank werden. So konnten wir ihnen erklären, dass sie sich die Hände waschen müssen, nachdem sie auf der Toilette waren. Das hat dazu geführt, dass in dem Dorf keine Kinder mehr wegen des verschmutzen Wassers sterben und die Menschen gesünder und glücklicher sind.  

Was wünschst du dir für die Kinder auf der Welt und ihre Zukunft?  

May: Ich wünsche den Kindern, dass sie weniger leiden müssen. Dass sie eine Schule besuchen, gesund aufwachsen und ihre Träume verwirklichen können.  

Vielen Dank für das Interview, May! 

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