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Pes­sach – Ein jü­di­sches Fest

Mazze als Wegzehrung auf der Flucht 

Jedes Jahr im März oder April feiern Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt sieben Tage lang das Pessachfest. Damit erinnern sie an den Auszug des jüdischen Volkes aus Ägypten. Gemeint ist damit die Flucht des jüdischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten.  

Als für die Jüdinnen und Juden die Gelegenheit zur Flucht da war, musste alles ganz schnell gehen. Es blieb nicht einmal genug Zeit, ihr Brot fertig zu backen. So nahmen sie es ungesäuert mit auf den Weg. Dieses ungesäuerte Brot wird Mazze genannt. Während der gesamten Pessachwoche essen Jüdinnen und Juden keine Speisen mit gesäuertem Teig. Stattdessen gibt es heute wie damals Mazze. Das ist ein einfaches Brot ohne Hefe aus Mehl und Wasser, so ähnlich wie Knäckebrot. Pessach wird auch das “Fest der ungesäuerten Brote” genannt.  

ein reich gedeckter Tisch mit Wein und einem jüdischen Buch

Seder-Abend

Am ersten Abend des Pessach-Festes gibt es eine besondere Zeremonie: den Seder-Abend. Das hebräische Wort “Seder” bedeutet Ordnung. Der Seder-Abend findet nämlich nach einer ganz bestimmten Ordnung statt. Es ist streng festgelegt, in welcher Reihenfolge gegessen, getrunken und vorgelesen werden soll.  

Gäste sind herzlich willkommen, der Tisch ist festlich gedeckt, der Raum von Kerzenschein erleuchtet. Zuerst lesen jüdische Familien gemeinsam die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Sie steht in einem besonderen Buch. Es heißt “Haggada”.

Auf dem Tisch steht der Seder-Teller mit sieben ganz bestimmten Speisen. Jede von ihnen erinnert an ein Ereignis während der Sklaverei in Ägypten und der Flucht nach Kanaan. Nach dem Essen betet die Familie und singt einige Psalmen. Pessach ist ein richtiges Familienfest, bei dem viel gesungen, gegessen und gelacht wird.  

Was machen Kinder am Seder-Abend? 

Für die Kinder hat sich ein eigener Brauch entwickelt: Zu Beginn der Feier wird ein Stück Mazze beiseitegelegt und eingehüllt. Die Kinder verstecken dieses Stück Brot. Damit das Mahl beendet werden kann, muss es mit einem kleinen Geschenk an die Kinder wieder ausgelöst werden. Die Kinder haben am Sederabend noch eine besondere Aufgabe. Sie sollen möglichst viel über die Geschichte ihres Volkes und ihre Religion erfahren. Deshalb stellt das jüngste Kind am Tisch vier ganz bestimmte Fragen.  

Auszug aus Ägypten - die Bibelgeschichte  

Vor rund 3.300 Jahren waren Jüdinnen und Juden Sklaven in Ägypten. Man nannte sie die Israeliten. In der Bibel wird erzählt, dass Gott einem von ihnen den Auftrag gab, die Israeliten aus der Sklaverei zu befreien und aus Ägypten ins Land Kanaan zu führen. Das war Mose. Auf ihrer Flucht wurden sie von den Streitkräften des ägyptischen Pharaos verfolgt. Am Ufer des Roten Meeres hatten diese sie fast eingeholt. Da half Gott seinem Volk durch ein Wunder. Er teilte das Wasser des Meeres und die Israeliten gelangten trockenen Fußes ans andere Ufer. Hinter ihnen schloss sich das Meer wieder. Das ägyptische Heer ertrank in den Fluten. Die Flucht durch die Wüste machte aus Sklaven das jüdische Volk. 400 Kilometer weit war der Weg. Dafür sollen sie 40 Jahre gebraucht haben.   

Das Ende des Pessach-Festes 

Am letzten Festtag des Pessach wird verstorbener Familienangehöriger mit dem Jiskor-Gebet gedacht. Dabei beten die Lebenden für die Verstorbenen.

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