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Weih­nach­ten in Pe­ru – Som­mer und Krip­pen

Sommerferien zu Weihnachten

Zur Weihnachtszeit ist im südamerikanischen Peru Sommer und es sind mindestens 25 Grad. Jedes Kind freut sich auf Weihnachten, denn kurz vorher beginnen die Sommerferien. Dann haben alle Schülerinnen und Schüler ganze drei Monate frei!

Vier Wochen vor Weihnachten beginnt die Adventszeit. An den Sonntagen wird dann immer ein besonderer Gottesdienst in den Kirchen abgehalten. Die Straßen sind viel geschmückt, überall gibt es viele blinkende Lichter. Und oft läuft weihnachtliche Musik. Die Menschen hören in der Zeit vor allem spanische Weihnachtslieder, die von Kindern gesungen werden. Die Kinderchöre hört man auf jedem Markt, wo Weihnachtssachen verkauft werden.

Die Krippe

Sehr beliebt sind die Krippen El Nacimiento (übersetzt: die Geburt). Die Krippen findet man nicht nur in Kirchen, sondern auf vielen Plätzen in den Städten und Dörfern. Viele Familien gestalten sich eine eigene Krippe für ihr Zuhause. Sie wird aus Kraftpapier selbst gebastelt. Das Material holen sie sich vom Markt. Maria, Josef, Kind, Schaf, Kuh, Hirte und Häuser – die Krippe lässt sich fast unendlich erweitern. Sie steht bei den meisten Menschen im Wohnzimmer, wo sie noch mit Lichtern geschmückt wird. Aber erst am 24. Dezember wird auch das Christkind in das Krippen-Bettchen gelegt – denn da wird Jesus ja erst geboren.

Die Peruaner schmücken ihre Wohnung gern ausgiebig weihnachtlich. In Peru gibt es keine Tannenbäume. Da es sehr heiß ist, stellen sich die Familien Christbäume aus Plastik in die Wohnung, die sie schön schmücken.

Heilig Abend in der Kirche

Am 24. Dezember wird dann spätabends um 22 Uhr der Gottesdienst „La Miesa del Gallo“ (übersetzt: „Die Messe des Hahns“) abgehalten. Dort treffen sich alle in der Kirche – die Nachbarn,  Freunde und Verwandten. Die meisten Menschen sind braungebrannt und kommen frisch geduscht und erholt vom Strand. Nach der Messe gehen alle Familien nach Hause, wo sie auf Mitternacht warten.

Um 24 Uhr passieren dann mehrere Dinge auf einmal:  es gibt ein Feuerwerk, die Kinder bekommen ihre Geschenke und man kann endlich mit dem Festessen anfangen. Größere Kinder kaufen in den Tagen vor Weihnachten Feuerwerk und Raketen. Viele Menschen treffen sich auf der Straße und jagen pünktlich um 24 Uhr Raketen in die Luft. Um 24 Uhr kommt dann auch der Weihnachtsmann. Die Geschenke finden die Kinder unter dem Baum. Der Weihnachtsmann heißt in Peru Papa Noel.

Festessen um Mitternacht

Das Festessen wird von allen Familienmitgliedern herbeigesehnt. Auf den Tischen stehen viele Speisen. Traditionell gibt es Truthahn und dazu Apfelpüree mit Trockenfrüchten, Salate und arabischer Reis mit Oliven und Trockenfrüchte. Weil der Truthahn so groß ist und in keinen normalgroßen Ofen passt, bringen viele Menschen am 24. ihre Truthähne in die Bäckerei. Dort stehen große Öfen zur Verfügung. Dafür muss man sich rechtzeitig anmelden. Die Bäckereien arbeiten auf Hochtouren: Die Braten werden nummeriert und kommen nach und nach in die Öfen. Als Nachtisch gibt es traditionell eine sehr dicke Schokolade, die man nicht mit einem Kakao vergleichen kann. Sondern eher wie eine dickflüssige Schokolade. Passend dazu essen die Peruaner Paneton, das ist ein süßes Brot mit Rosinen.

Lebendige Krippen

In den ländlichen Gegenden, zum Beispiel in den Bergen findet man oft lebendige Krippen. Dort stehen also keine Figuren, sondern Menschen, die die Krippenszene nachstellen – und das dann auch mit einem echten Baby.

In kleineren Städten und Dörfern sind viele Menschen am Heiligen Abend unterwegs auf den Straßen. Es herrscht eine feierliche Stimmung, es ist sommerlich warm und alle haben gute Laune. Besonders gern schauen sich die Menschen die Krippen an. Die Weihnachtsfeier ist ein großes Familienfest. Man geht aber auch zur Begrüßung zu den Nachbarn. Und Mitternacht treffen sich alle auf der Straße zum Feuerwerk.

Am 6. Januar kommen die 3 Könige. In einigen Gegenden wird das gefeiert. An dem Tag wird das Christkind aus der Krippe rausgenommen.   

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Eure Kommentare

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Ich finde das sehr interessant. Vieles ist ja eigentlich so ähnlich wie bei uns, nur dass in Peru die Menschen anscheinend religiöser sind und Traditionen mehr im Mittelpunkt stehen. Es ist eigentlich schade, dass bei uns bei vielen Menschen nur noch Geschenke, Einkaufen und Ferien im Vordergrund stehen. Das ist zwar alles schön, aber nicht das Wichtigste an Weihnachten. LG Lilac
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Bei euch Lernt man nur das beste über Peru . Macht weiter so.
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Gut geschrieben sehr spannend👍
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Weihnachten feiert Deutschland ,wegen Jesus Geburt
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Dem teks ist aber schön