Lernen

Schü­ler­prak­ti­kum - Al­les, was du wis­sen musst

Betriebspraktikum in der Schulzeit

Früher oder später müssen alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I in ein Schülerpraktikum gehen. In dieser Zeit bist du von der Schule freigestellt und gehst zwischen zwei und drei Wochen in einem Betrieb arbeiten. Meistens bereiten euch die Lehrer etwa ein Jahr vor Beginn des Praktikums darauf vor. Ihr behandelt das Thema Bewerbung im Unterricht. Wie sieht eine Bewerbung aus? Wie verhalte ich mich während eines Vorstellungsgesprächs? Diese und andere Fragen werden im Unterricht geklärt.

Das schulische Betriebspraktikum bietet dir eine tolle Chance, die ersten Arbeitserfahrungen zu sammeln und in einen Betrieb reinzuschnuppern, der dich vielleicht schon immer interessiert hat. Je nachdem, ob du Abitur machst oder nach der 10. Klasse von der Schule gehst, ist die Berufswahl nämlich gar nicht mehr so weit entfernt. Während des Schülerpraktikums kannst du dich in einem Betrieb umsehen und Einblicke in die verschiedenen Bereiche erhalten. Du sollst den Betrieb kennenlernen. Ziel ist es, dass du nach dem Praktikum beurteilen kannst, ob du dir die Arbeit in dieser Branche später vorstellen kannst oder nicht.

Wie sieht das rechtlich gesehen aus?

Vielleicht wunderst du dich: Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (JuArbSchG) darfst du eigentlich nur zwei Stunden am Tag arbeiten, wenn du noch nicht 15 Jahre alt bist. Doch im betreiblichen Schulpraktikum gelten andere Regeln, weil es sich um eine schulische Veranstaltung handelt.

Die wichtigsten Infos:  

  • Unter 15-Jährige dürfen höchstens sieben Stunden pro Tag arbeiten. Über 15-Jährige höchstens acht. Meistens beträgt die vorgeschriebene Arbeitszeit während des Schülerpraktikums sechs Stunden. Wenn du Überstunden machen musst (was aber nur eine Ausnahme sein sollte), darf deine Arbeitszeit nicht die oben genannten rechtlichen Grenzen überschreiten.
  • Am Wochenende und an Feiertagen dürfen Schülerpraktikanten im Normalfall nicht arbeiten. Wenn dein Betrieb aber eine wichtige Veranstaltung hat, bei der du unbedingt teilnehmen musst,  bekommst du einen Tag in der kommenden Woche frei.
  • Wenn du am Tag sechs Stunden arbeitest, steht dir eine Pause von 30 Minuten zu. Diese wird aber nicht in deine Arbeitszeit einberechnet. Bei einer Arbeitszeit von über sechs Stunden, darfst du deine Pause auf eine Stunde verlängern.
  • Da du nur dort bist, um Erfahrungen zu sammeln und nicht um eine wirkliche Arbeitsleistung zu erbringen, muss der Betrieb oder das Unternehmen dich nicht bezahlen.
  • Um dich zu schützen, darfst du keine Arbeiten machen, die dich körperlich oder seelisch extrem belasten. Wenn dass der Fall ist, wende dich unbedingt an den Vorgesetzten oder an deinen Lehrer oder deine Lehrerin.

Freiwilliges Praktikum

Wenn du noch minderjährig bist, ist das schulische Betriebspraktikum nicht deine einzige Chance auf einen guten Einblick in die Berufswelt. In den Ferien bietet sich ein freiwilliges Praktikum an. Dann gehst du in deiner Freizeit freiweillig arbeiten, musst aber keinen Bericht für die Schule schreiben. Die Dauer machst du direkt mit dem Arbeitgeber aus. Dein Praktikum kann bis zu vier Wochen dauern. Hier gilt allerdings wieder das Jugendarbeitsschutzgesetz. Das bedeutet, dass du mindestens 15 Jahre alt sein musst, um dich für ein freiwilliges Praktikum zu bewerben.

Praktika sind eine super Möglichkeit, erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Für Jugendliche bietet es sich an, nach der Schule zu absolvieren, um zum Beispiel Zeit bis zum Studiums- oder Ausbildungsbeginn zu überbrücken. Da ein Praktikum aber in den meisten Fällen unbezahlt ist, ist es keine Lösung, ewig viele Praktika zu machen.

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