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Wie schi­cke ich ein Ma­nu­skript an ei­nen Ver­lag?

Hi! Nachdem Niah mich gefragt hatte, ob ich mal so einen Beitrag schreiben kann, weil ich im Bereich Verlag schon Erfahrung habe, erkläre ich euch heute mal, wie man ein Manuskript einem Verlag zuschickt, und worauf man achten muss! Viel Spaß!

Teil 1 - Die Geschichte 

Natürlich braucht man als aller erstes eine Geschichte. Diese Geschichte sollte auf dem Computer getippt sein, denn handschriftlich nehmen kaum Verlage ein Manuskript an. Damit die Geschichte übersichtlich bleibt, könnt ihr, bevor ihr anfangt zu schreiben, euch ausführliche Notizen zu dieser Geschichte notieren. So ist es auch einfacher, Andeutungen und versteckte Hinweise einzubauen, die man nicht auf den ersten Blick als solche erkennt. Man bemerkt sie erst, wenn man das ganze Geschehen kennt. Solche Hinweise bauen viele Autoren ein, aber es ist schwierig, wenn man noch nicht die ganze Geschichte kennt, sondern nur den Anfang. 

Die Geschichte sollte man dann so überarbeiten, bis sie einem gut gefällt.

Teil 2 - Das Manuskript einsenden

Nicht nur das Manuskript muss einem Verlag zugeschickt werden, sondern auch noch anderes. Aber natürlich braucht der Verlag auch dein Manuskript, um deinen Schreibstil beurteilen zu können. Hier sollte man sich die Forderungen jedes einzelnen Verlags genau durchlesen, denn jeder Verlag verlangt eine andere Seitenanzahl. Einige wollen dein ganzes Manuskript, andere nur eine Leseprobe von einer bestimmten Seitenanzahl. Das vollständige Manuskript wird in diesem Fall erst bei Interesse verlangt. 

Teil 3 - Das Exposé 

Das Exposé ist die Buchvorstellung des Buches. In ihm muss der Inhalt des Buches wiedergegeben werden. Das Exposé ist das, was sich der Verlag als aller erstes durchliest, um zu sehen, ob die Geschichte überhaupt Potential hat, auf den Markt gebracht zu werden. Auch beim Exposé ist es vorteilhaft, es möglichst abwechslungsreich und interessant zu gestalten, damit es den Verlegern ins Auge sticht. Dabei kannst du es an die Stimmung deines Buches anpassen. Wenn du eine Abenteuergeschichte schreibst, kannst du es zum Beispiel besonders spannend schreiben. Wichtig ist, dass du die ganze Geschichte wiedergibst und spoilerst. Wenn du dein Exposé nur wie einen ausgeprägten Klappentext schreibst, also das Ende offen lässt, ist es nicht richtig.

Im Exposé sollten aber nicht nur diese Kriterien enthalten sein, sondern es soll z.B. auch darinstehen, wer die Zielgruppe ist, in welchem Genre das Buch geschrieben wurde oder was die Aussage dieser Geschichte ist. Nenne auch die wichtigsten Figuren. Das Exposé ist oft wichtiger als das Manuskript selbst, weil es nicht so viel Zeit zum Lesen beansprucht. Ist das Exposé schlecht, wird das Manuskript oft erst gar nicht gelesen. Auch beim Exposé solltest du auf besondere Forderungen des Verlags achten. Manche geben dir vor, wie viele Seiten du mindestens schreiben sollst. 

Teil 4 - Die Autorenvita

In der Autorenvita stellst du dich selbst vor. Sie ist ein kurzer Lebenslauf, der in einem Fließtest geschrieben ist. Du solltest die Vita in der dritten Person Singular schreiben, also nicht „Ich bin 12 Jahre alt“, sondern „(Name) ist 12 Jahre alt“. (Da wo ich jetzt (Name) hingeschrieben habe, muss dein vollständiger Name hin). Sie sollte, im Gegensatz zum Exposé, nicht besonders ansprechend gestaltet werden, sondern eher nüchtern und knapp. Das klingt zwar einfach, ist aber für viele Autoren das schwierigste. Man muss sich überlegen, was die wichtigsten Ereignisse sind, was zu lang ist, und was man weglassen kann.

Und was ist wenn es nichts Spannendes über einen zu erzählen gibt? Darüber muss man meistens länger nachdenken. Auch wissen viele nach den klassischen Infos (Name, Alter, Wohnort) nicht mehr weiter. Du kannst darüber nachdenken, was du für ein Buch schreibst. Schreibst du zum Beispiel ein Buch über einen Hund, kannst du reinschreiben, dass du einen Hund hast (natürlich nur, wenn du wirklich einen hast!). Wenn deine Geschichte in einem Land spielt, in dem du schon einmal warst, kannst du dazusagen, dass du schon einmal in diesem Land warst usw. Alles, dass eine „Brücke“ zwischen dir und deinem Buch ist, kann dort rein! Auch hier solltest du nach Anforderungen des Verlags schauen.

Teil 5 - Der richtige Verlag

Natürlich brauchst du auch einen Verlag für dein Buch. Zuerst musst du dein Genre bestimmen. Dann kannst du dich auf die Suche nach einem Verlag machen, der dieses Genre veröffentlicht. Am besten suchst du im Internet nach dem richtigen Verlag. Dann gibt es dort meistens eine Spalte mit „für Autoren“ oder „Manuskript einsenden“. Darauf könnt ihr klicken, um zu sehen, welche Genres der Verlag vertritt. Dort stehen auch die Kriterien für euer Buch. Dort könnt ihr auch euer Manuskript, Exposé und Vita an eine E-Mail Adresse schicken.

Wichtig: Macht das nur mit euren Eltern. Man darf zwar als Minderjähriger ein Buch veröffentlichen, aber da man noch nicht als geschäftstüchtig gilt, müssen die Eltern die Verträge unterschreiben!
Aber auch bei der Verlagssuche müsst ihr aufpassen, denn es gibt auch schwarze Schafe unter den Verlegern.

Teil 6 - Unseriöse Verlage

Wie in jedem Handel gibt es auch in der Literaturbranche schwarze Schafe. Sie selbst betiteln sich als seriös, aber in Wirklichkeit verlangen sie eine Menge Geld von dir. Die Summen können bis in den drei- oder sogar vierstelligen Bereich gehen (dreistellig ab 1000, vierstellig ab 10000). Wenn ein Verlag so etwas von euch verlangt, unterschreibt gar nichts. Denn sonst müsst ihr das bezahlen. Ein Merkmal ist z.B., dass sie dein Manuskript schon nach zwei bis drei Wochen geprüft haben. Bei seriösen Verlagen dauert das Monate. Unseriöse Verlage loben dein Manuskript außerdem total, weil sie dich verleiten wollen, ein Geschäft mit ihnen einzugehen. Macht das aber niemals, ihr werdet höchstwahrscheinlich nicht so viel Geld an eurem Buch verdienen. Wenn euer Buch 10€ kostet, bekommt ihr davon häufig nur 1€, den Rest benutzt der Verlag, um seine Kosten zu decken. Das bedeutet, seriöse Verlage verlangen gar kein Geld von dir. 
Wenn du aber sichergehen willst, dass du dein Manuskript gar nicht erst an einen solchen Verlag schickst, kannst du im Internet nach einer Liste von seriösen Verlagen schauen. Dort steht dann oft sogar direkt das Genre dabei. 

Hinweis: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein großer Verlag ein Erstlingswerk eines Kindes annimmt. Sei also nicht enttäuscht, wenn dein Buch abgelehnt wird. Es gibt auch noch die Option des Selfpublishings. Dort musst du zwar alles selbst gestalten und du musst auch etwas zahlen, aber lange nicht so viel wie bei unseriösen Verlagen. Dort kannst du dein Buch zu 100% veröffentlichen, auch wenn es nicht so eine große Reichweite haben wird. 

​​​Das war mein Beitrag über die Veröffentlichung eines Buches in einem Verlag. Wenn ich auch einen Beitrag über Selfpublishing schreiben soll, schreibt es mir gerne in die Kommentare! 

Ich hoffe, es hat euch gefallen!

LG Aurela

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Eure Kommentare

Ich werde heute eigenen Beitrag über Selfpublishing schreiben 😊 Ich kann da gerne auch über meine eigenen Erfahrungen mit einem Verlag schreiben.  @Raubkatzen_Mädchen: Nein, ich wollte aber mal eins veröffentlichen.
Ich würde mich über einen Artikel zum Selfpublishing freuen!! Vielleicht könntest du auch über deine Erfahrungen schreiben!?
Richtig, richtig gut erklärt! Schreib gerne was über das Selbstpublishing! Ich fände das echt spannend. Kurze Frage, warum sind eigentlich deine Beiträge mit deiner Zwillingsschwester weg?
Hast du schon mal ein Buch veröffentlicht?
Cool 😎 
Cool! Mich würde einn Beitrag über Selfpublishing interessieren!