Natur und Mensch

Adultismus - wenn Erwachsene Kinder nicht ernst nehmen

Was ist Adultismus? 

Adultismus ist eine Form von Ungerechtigkeit. Das heißt, dass Menschen wegen ihres Alters unfair behandelt werden. Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene werden zum Beispiel benachteiligt, weil sie jünger sind.  

Warum gibt es Adultismus? 

Adultismus entsteht, weil viele Menschen glauben, dass junge Menschen noch nicht gut genug entscheiden können oder nicht genug wissen. Dabei können Kinder und Jugendliche oft sehr gut sagen, was sie brauchen, denken und fühlen. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Macht. Erwachsene haben in unserer Gesellschaft mehr Macht. Macht bedeutet, dass man mehr bestimmen darf. Zum Beispiel entscheiden erwachsene Menschen öfter über Regeln oder Abläufe. Manche Erwachsene nutzen diese Macht gut und fair. Zum Beispiel: Wenn es in der Schule darum geht, wohin der nächste Wandertag geht, sollte das die Klasse entscheiden.  Aber manchmal wird diese Macht auch ausgenutzt. Manche Lehrer und Lehrerinnen legen dann einfach das Ausflugsziel fest. 

Wann Erwachsene im Alltag oft entscheiden 

Adultismus gibt es an vielen Orten: in der Familie, in der Schule, im Kindergarten oder im Sportverein. Vielleicht erkennst du einige dieser Situationen: 

  • Wenn ein Kind nicht mitentscheiden darf, wie der Tag abläuft.
  • Aufessen müssen, obwohl man keinen Hunger hat.
  • Probleme und Sorgen werden von Erwachsenen als "nicht so schlimm" wahrgenommen.
  • Einer Person die Hand geben oder sie umarmen müssen.  

In solchen Momenten wird oft über Kinder bestimmt, ohne ihre Gefühle oder Wünsche ernst zu nehmen. 

Vorurteile über Kinder 

Adultismus hat auch viel mit Vorurteilen zu tun. Vorurteile sind feste Meinungen über andere, die nicht immer stimmen. Zum Beispiel: „Du bist noch zu jung, um das zu verstehen.“ 

Solche Sätze können dazu führen, dass Kinder nicht ernst genommen werden. Auch wenn sie eigentlich viel Wissen oder gute Ideen haben. Das kann sich unfair anfühlen. Denn das Alter sagt nicht alles darüber aus, was jemand kann.  

Außerdem: Themen können auch immer kindgerecht erklärt und so für alle verständlich gemacht werden.  

Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen 

Es gibt Wörter wie minderjährig (unter 18 Jahre) und volljährig (ab 18 Jahre). Diese Unterscheidung ist wichtig für Gesetze, zum Beispiel beim Wählen. Erwachsene dürfen wählen, Kinder meistens nicht. Aber: Nur weil jemand minderjährig ist, heißt das nicht, dass seine Meinung unwichtig ist.  

Erwachsene haben mehr Pflichten als Kinder. Eltern haben zum Beispiel die Fürsorgepflicht für ihr Kind: sie müssen dafür sorgen, dass es ihm gut geht und es gut aufwachsen kann. Das Kindeswohl hat immer Vorrang.  

Was brauchen Kinder? 

Alle Menschen haben Bedürfnisse. Das sind Dinge, die wir brauchen, um uns wohl und sicher zu fühlen. Zum Beispiel gehört zu werden, mitzuentscheiden oder „Nein“ sagen zu dürfen. 

Deshalb ist es wichtig: 

  • dass sich alle gut zuhören
  • dass alle ihre Gefühle ernst nehmen
  • dass niemand zu etwas gezwungen wird  

Dein Recht auf Mitbestimmung 

Kinder haben Rechte! In der UN-Kinderrechtskonvention steht zum Beispiel: Du hast das Recht, deine Meinung zu sagen und bei Entscheidungen gefragt zu werden, bei Dingen, die dich betreffen. Das nennt man Mitbestimmung. 

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