Natur und Mensch

Das jü­di­sche Neu­jahrs­fest – Rosch ha-Scha­na 

Neujahr im Herbst? 

Der jüdische Kalender ist ein Mondkalender. Er richtet sich nach den Mondphasen. Nach dieser Einteilung fällt Rosch ha-Schana entweder in den September oder in den Oktober unserer Zeiteinteilung.  

Zum Vergleich: Der weltweit gebräuchlichste Jahreskalender ist ein Sonnenkalender. Er wird “gregorianischer Kalender” genannt und richtet sich nach der Umkreisung der Erde um die Sonne. Auch wir in Deutschland richten unsere Jahreseinteilung in Tage, Wochen und Monate nach der Sonne und dem gregorianischen Kalender.  

Rosch ha-Schana in der Synagoge 

ein Mann mit Bart, schwarzem Hut und schwarzem Mantel bläst in ein Schofar, ein Widderhorn

Rosch ha-Schana ist hebräisch und bedeutet übersetzt “Kopf des Jahres”. In den Synagogen (so heißen die jüdischen Gotteshäuser) geht es an Rosch ha-Schana besonders feierlich zu. Traditionell wird im Neujahrsgottesdienst das Schofar geblasen. Ein Schofar ist das ausgehöhlte Horn eines Widders. Der Klang des Horns soll die Menschen daran erinnern, sich an Gottes Gebote zu halten. Sie sollen in den Tagen zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur darüber nachdenken, was sie im vergangenen Jahr falsch gemacht haben und im neuen Jahr besser machen wollen. Im Judentum machen sich Menschen also keine Vorsätze für das neue Jahr, sondern denken über das vergangene nach. 

ein rundes Challah-Brot

Essen zu Rosch ha-Schana 

Nach dem Besuch des Neujahrsgottesdienstes gibt es in den Familien zuhause ein festliches Mahl. Es gibt rund gewickeltes Weißbrot, genannt Challah. Dieses symbolisiert den Jahreskreislauf. Honig hat eine besondere Rolle an Rosch ha-Schana: Er ist ein Zeichen dafür, dass das neue Jahr gut und süß werden soll. Deshalb werden Brot und Apfelstücke darin eingetaucht.

ein aufgeschnittener Granatapfel liegt vor einem aufgeschlagenen Buch, Untergrund weiß

Außerdem gibt es Granatapfel. Seine vielen Fruchtkerne stehen für die vielen guten Taten, die es im neuen Jahr geben soll. 

Neujahrsgruß 

Zum jüdischen Neujahr wünschen sich Jüdinnen und Juden "ein gutes Jahr". Auf hebräisch heißt das: "Shana Tova". 

Der Versöhnungstag – Jom Kippur 

Zehn Tage nach Rosch ha-Schana feiern Jüdinnen und Juden den Versöhnungstag. Dieser Tag wird “Jom Kippur” genannt. Menschen jüdischen Glaubens dürfen an diesem Tag weder essen noch trinken. Sie beten viel in der Synagoge und bitten Gott um Verzeihung für Dinge, die sie falsch gemacht haben. Sie entschuldigen sich bei den Menschen, mit denen sie Streit hatten. Kinder fasten erst ab 12 oder 13 Jahren. Rosch ha-Schana und Jom Kippur gehören zu den höchsten jüdischen Feiertagen. 

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Eure Kommentare

Schön! Und die Idee mit dem Granatapfel, also die Symbolik, finde ich voll schön.