Natur und Mensch

Feminismus in der Sprache - Wie kann ich mich gendergerecht ausdrücken?

Unsere Sprache ist geprägt von maskulinen Ausdrücken und Abfolgen, die wir meistens gar nicht bemerken. In diesem Artikel möchte ich dich auf einige davon hinweisen, sie dir erklären und mögliche Alternativen nennen. Ich gehe vor allem auf feministische Sprache ein, aber vieles ist natürlich auch im Bezug auf LGBTQAI+ wichtig.

Gendern

Die meisten Menschen kennen den Begriff Gendern sicher. Er bezieht sich darauf, alle Menschen anzusprechen und insbesondere maskuline Worte geschlechtsübergreifend zu verwenden. Es gibt viele verschiedene Weisen zu gendern, einige davon möchte ich dir jetzt an einem Beispiel vorstellen und ihre Vor- und Nachteile nennen.

• Schüler und Schülerinnen: Bei der Doppelnennung werden sowohl das weibliche als auch das männliche Geschlecht berücksichtigt, was definitiv besser ist als die ausschließlich maskuline Bezeichnung „Schüler“. Leider werden hier nicht-binäre Personen nicht mit einbezogen.

• Schüler*innen/Schüler:innen: Bei der Sternchen- oder der Doppelpunkt-Schreibweise werden nicht nur die binären Geschlechter angesprochen, sondern auch nicht-binäre Personen. Einige Menschen irritiert es allerdings beim Lesen.

• SchülerInnen: In dieser Schreibweise werden das weibliche und männliche Geschlecht angesprochen. Allerdings ist sie schwieriger auszusprechen und nicht-binäre Personen werden nicht einbezogen.

• Schüler_innen: Nicht-binäre Personen werden einbezogen und manche Menschen empfinden eine Schreibweise mit Unterstrich als angenehmer als das Sternchen.

• Lernende/Schülerschaft…: Bei genderneutralen Begriffen werden keine spezifischen Geschlechter angesprochen. Allerdings fühlen sich manche Menschen weniger angesprochen und es gibt Ausdrücke, die sich nicht als genderneutralen Begriff verwenden lassen.

Die Male-first-Abfolge

In den meisten Aufzählungen, die wir alltäglich verwenden gibt es eine interessante Gemeinsamkeit:

- Bruder und Schwester
- Mann und Frau
- Schüler und Schülerinnen
- Jungen und Mädchen
- Hänsel und Gretel
- Romeo und Julia
…
Ihr merkt es bestimmt. In all diesen Beispielen wird die männliche Person zuerst genannt! Krass, oder? Das wird die Male-first-Abfolge genannt. Versucht doch mal, einige Abfolgen umzudrehen. Bei so etwas wie Romeo und Julia ist es natürlich schwierig, aber warum nicht Frau und Mann, Mädchen und Jungen, Schwester und Bruder?

Das Wort „man“

Das Wort „Man“, welches häufig für eine unbestimmte Person verwendet wird, nutzen wir in unserem Sprachgebrauch ständig. Aber, wie schon am Wort selbst hörbar, leitet es sich von dem Substantiv „Mann“ ab. Es soll für irgendeinen Menschen stehen, aber warum ist es dann nicht neutraler? Es gibt dafür verschiedene Alternativen, von denen sich allerdings bisher keine wirklich durchgesetzt hat:

• Frau statt man: Wenn in einem Satz, in dem es eigentlich ausschließlich um weibliche Personen geht, „frau“ verwendet, klingt er direkt ganz anders.

• Mensch als neutraler Ersatz: Wenn „mensch“ in einem Text anstatt „man“ verwendet wird, werden sowohl alle binären als auch nicht binären Personen einbezogen. Es klingt anfangs zwar ungewohnt, aber mit der Zeit kann mensch sich daran gewöhnen. Ich selbst versuche gerade, mir „mensch“ zumindest in schriftlichen Texten als Ersatz für„man“ anzugewöhnen.

• Ich, wir, du: Wenn „ich“, „wir“ oder „du“ in einem Text verwendet wird, bist du nicht so verwundert. (Beispiel: „Wenn man Müll sammelt, tut man der Natur etwas Gutes.“ oder „Wenn du Müll sammelst, tust du der Natur etwas Gutes.“) Allerdings klingt es in einigen Fällen zu persönlich oder zieht die Aufmerksamkeit zu sehr auf sich selbst. („Ich“, „wir“)

• Jemand: In einigen Fällen ist es möglich, „jemand“ einzusetzen. Aber das funktioniert in vielen Fällen nicht so gut, da es nach „jemand anderes“ klingt. (Beispiel: „Man kann die vegetarische Ernährung ja mal ausprobieren.“ oder „Jemand kann die vegetarische Ernährung ja mal ausprobieren.“)

• Passiv als Alternative: Wenn das „man“ umgangen werden soll, kann auch das „Passiv“ verwendet werden. Allerdings klingen Texte, wenn zu viel Passiv verwendet wird, etwas zu wenig abwechslungsreich. Außerdem klingt es, wie auch „jemand“, ziemlich unpersönlich.

• Man*/frau*: Einige Menschen finden die Schreibweise von man oder frau mit einem Sternchen besser.

Welche Version man/frau/mensch umsetzt, ist jeder/-m selbst überlassen.

Andere Beispiele, die die maskulin geprägte Sprache abbilden

Es gibt noch unglaublich viele weitere Ausdrücke und Ähnliches, die den männlich geprägten Sprachgebrauch darstellen. Das würde niemals alles in einen Artikel passen, deshalb kommen hier noch einige Beispiele, die ich dennoch erwähnen wollte.

- Die Brüderlichkeit
- Die Kameradschaft
- Die Mannschaft
- Das Vaterland
- Der Mensch
- „Jeder kann seinen Beitrag leisten.“
- „Die Medizin kann einen retten.“

„Männer und Frauen sollten beide das Recht haben, empfindsam zu sein. Männer und Frauen sollten beide das Recht haben, stark zu sein. Es ist an der Zeit, Geschlecht als ein Spektrum zu betrachten und nicht mehr als zwei gegensätzliche Ideale.“ 
-Emma Watson

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Eure Kommentare

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Ich glaube das liegt daran da die nicht - binäre Personen damals noch nicht "ermutigt" wurden,folglich es noch gar nicht so viele von denen gibt. Und früher waren Jungs  besser weil Mädchen früher nicht so viel arbeiteten. (Was aber natürlich nicht stimmt,da viele Mädchen stärker sind als Jungs ) 

Frau bedeutet ja auch irgendwas Gutes also ich glaube wurde uns letztens in PP gesagt

Krass. Mir ist das auch schon aufgefallen.

Danke! Der Beitrag ist richtig toll, danke, das du so ein Thema ansprichst! Natürlich klingen Wörter wie "Frauschaft" oder "Menschschaft" am Anfang komisch, aber ich bin sicher, mensch gewöhnt sich daran. Ich werde mir jetzt auch angewöhnen "mensch" anstatt "man zu schreiben!

GLG Ginny 💖🌊

Sehr interessant, gut geschrieben und recherchiert :)!

Toll dass du sowas erklärst ich finde sowieso Frauen und Mädchen werden benachteiligt 

z.b ein Mann arbeitet in der Schule und kriegt pro Monat 2.000€ (keine Ahnung ob das stimmt)

Eine Frau arbeitet an der selben Schule arbeitet die selbe Zeit leistet die selbe Arbeit und kriegt trotzdem nur 1.700 ( keine Ahnung ob das stimmt nur ein Beispiel ) 

LG MaryMZ13 💙 🫂 💧 🌊 🫧 🐬 

Sehr interessant

LG Emi_Sonnenschein