Natur und Mensch

Ich geb' auf mich acht!

Was bedeutet für dich Stress?

Jana: Bestimmt kennt ja jeder dieses hibbelige Gefühl im Magen, das man vor Prüfungen hat. Stress bedeutet für mich, wenn dieses unangenehme Gefühl für längere Zeit anhält und nicht mehr weggeht. Das merkt man sogar am ganzen Körper! Das Herz rast und ich bekomme schwitzige Hände. Außerdem ist Stress bei mir oft mit Angst verbunden. Ich mache mir dann zum Beispiel zu viele Sorgen darüber, etwas falsch zu machen.

Was bedeutet Achtsamkeit?

Jana: Für mich bedeutet Achtsamkeit, sich voll und ganz auf das einzulassen, was um einen herum passiert. Oft lassen wir unseren Alltag ja von Gewohnheiten bestimmen. Also der Wecker klingelt, man geht ins Bad, frühstückt und fährt in die Schule. Dabei vergessen wir leider häufig den Zauber der kleinen Momente. Zum Beispiel wenn du in der Früh von einem warmen Sonnenstrahl geweckt wirst, draußen die Vögel singen hörst oder in ein duftendes Marmeladenbrot beißt. Wenn man achtsam durchs Leben geht, nimmt man diese Augenblicke viel stärker wahr.

Warum hast du einen Kurs gemacht?

Jana: Ich habe vor ein paar Jahren gemerkt, dass ich immer öfter gestresst war und auch schöne Dinge wie zum Beispiel einen Ausflug mit meinen Freunden oder einen Spieleabend mit meiner Familie nicht richtig genießen konnte. Meistens sind meine Gedanken um Themen gekreist, die mit der Uni oder mit meiner Arbeit zu tun hatten. Ich habe mich oft sehr erschöpft und unglücklich gefühlt. Daran wollte ich gerne etwas ändern. Von einer Freundin, der es zu dieser Zeit sehr ähnlich ging, habe ich von dem Achtsamkeitskurs erfahren und wir haben beschlossen, uns gemeinsam anzumelden.

Was macht man in dem Kurs?

Jana: In dem Kurs habe ich vor allem gelernt, diese negativen Gedanken aus meinem Kopf zu jagen. Unsere Lehrerin hat uns verschiedene Übungen beigebracht. Sie helfen einem dabei, entspannter durch den Alltag zu gehen. Dazu gehören zum Beispiel Meditationen und Yogaübungen. Ganz bekannt ist die sogenannte „Body Scan Übung“. Dafür legt man sich flach auf den Boden, schließt die Augen und versucht ganz bewusst, den eigenen Körper zu spüren – sogar den kleinen Zeh und die Nasenspitze! Das klingt am Anfang vielleicht ein bisschen komisch, aber es hat mir wirklich geholfen. Für einen Moment vergisst man dann alles um einen herum. Außerdem haben wir uns in unserer kleinen Gruppe viel über unsere Gefühle und Erfahrungen ausgetauscht. Das hat auch sehr geholfen.

Hat er dir geholfen?

Jana: Der Kurs hat mir vor allem die Augen dafür geöffnet, dass wir uns jederzeit und an jedem Ort ohne Hilfsmittel eine kleine Auszeit nehmen können! Und das sogar beim Warten an der Supermarktkasse...anstatt sich über die fünf Minuten Wartezeit aufzuregen, kann man einfach mal tief ein- und ausatmen.

Was hat sich in deinem Alltag verändert?

Jana: Seit ich den Kurs gemacht habe, nehme ich mir mehr Zeit für mich selbst und widme mich häufiger Dingen, die mir und meiner Gesundheit guttun. Ich versuche zum Beispiel jeden Tag ein paar Yogaübungen zu machen – auch, wenn es nur 10 Minuten sind! Außerdem versuche ich, meinen Alltag achtsamer zu erleben. Früher habe ich zum Beispiel gerne mal ein Käsebrot auf dem Weg zum Bus verdrückt. Jetzt nehme ich mir bewusst mehr Zeit fürs Essen. Jeder kann das mal ausprobieren, z.B. wenn man einen Apfel ist. Was hat der Apfel für eine Farbe? Wie hört es sich an, wenn man in ihn reinbeißt? Wie schmeckt er?

Vielen Dank für das Interview!

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