Natur und Mensch

In­ter­view mit Sa­scha Gram­mel

Lieber Sascha Grammel,  

vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, unsere Fragen für kindersache.de zu beantworten. 

Wie haben Sie sich auf das Sprechen der Maus Miika vorbereitet?  

Sascha Grammel: Ich muss zugeben, dass ich die Geschichte erst gar nicht kannte und so war mein erster Schritt nach der Synchronanfrage, mir schnell das Hörbuch zu „Ein Junge namens Weihnacht“ zu besorgen. Dadurch habe ich einen super ersten Eindruck von der Geschichte bekommen. Als nächstes durfte ich mir den ganzen Film auf Englisch ansehen. Das war wirklich hilfreich, um Miika besser kennenzulernen. Darauf begann ich das Drehbuch durchzuarbeiten und hier und da kleine Text-Angebote zu machen, wenn ich eine Idee hatte.

Was war Ihr schönstes Erlebnis beim Synchronisieren Ihrer Rolle?  

Sascha Grammel: Ich fand wirklich alles schön! Synchronisieren scheint eine neue Leidenschaft von mir zu werden. Das hatte aber vielleicht auch mit den Menschen zu tun, die vor Ort an meiner Seite waren. Ich durfte mit einem erfahrenen und mega sympathischen Synchron-Team zusammenarbeiten. Alle haben mich superlieb behandelt, mir meine Ängste genommen und mir geholfen, einen tollen Job zu machen.  Eine wundervolle Teamarbeit!"

Wie lange hat es gedauert, bis Sie Ihre Szenen fertig synchronisiert hatten?  

Sascha Grammel: Wir hatten zwei Tage Zeit und einen dritten Tag für eventuelle kleine Änderungswünsche vom Filmverleih. Ich muss gestehen, ich habe die zwei Tage wirklich gebraucht. Was aber nicht schlimm war. Im Gegenteil. Ich hätte am liebsten noch eine Woche drangehängt.

Was haben Sie mit der Maus Miika gemeinsam?  

Sascha Grammel: Ich denke die großen Ohren, die Käse-Leidenschaft und die Stimme. Nein im Ernst, ich denke da gibt es durchaus Parallelen. Genauso wie Miika habe ich feine Antennen für die Gefühlswelt meines Umfeldes. Wenn ich merke, dass mein Gegenüber sich auf irgendeine Weise unsicher fühlt, versuche ich genauso wie Miika mit einem kleinen Spruch oder einer Handlung die Situation aufzulösen. Das führt dann oft zu einer spontanen Entspannung. Miika bricht mit wenigen Worten oder Taten jede unangenehme Situation und verbreitet sofort gute Stimmung.

Hätten Sie gerne auch eine andere Rolle gespielt oder gesprochen? Wenn ja, welche und warum?  

Sascha Grammel: Ja klar! Am liebsten hätte ich alle Rollen gesprochen! Stimmen habe ich dazu ja genügend in mir.

Was gefällt Ihnen besonders an dem Film? Haben Sie eine Lieblingsszene?  

Sascha Grammel: Mir gefällt es sehr, dass man sich den Film mit der ganzen Familie ansehen kann und er alle Generationen abholt. Da ich in meiner ersten Live-Show „HETZ MICH NICHT!“ am Ende als Zugabe jahrelang ein Schattenspiel vorgeführt habe, liebe ich die Stelle, an der die Schatten an der Wand tanzen und eine kleine Geschichte erzählen. Das ist ganz wundervoll animiert und einfach toll umgesetzt.

Welche Botschaft hat der Film? 

Sascha Grammel: Der Film zeigt eindrucksvoll, dass man alles schaffen kann, wenn man nur daran glaubt. Er ermahnt einen aber gleichzeitig, dass man sein Glück selber in die Hand nehmen muss. Auch Nikolas muss sich aufmachen sein Glück zu suchen. Und dazu gehört Mut. Trotz aller Hindernisse findet Nikolas am Ende genau das, was ihn glücklich macht. Und obwohl er nur ein kleiner Junge zu sein scheint, beweist er wahre Größe. Daraus kann man viel lernen.

Haben Sie sich auch schon einmal als Kind vorgestellt, wie der Weihnachtsmann zum Weihnachtsmann wurde? Wenn ja, wie? 

Sascha Grammel: Ich habe mich jedes Jahr auf den Weihnachtsmann gefreut. Er kam vorbei, war immer gut gelaunt, hat mit uns gesungen und sich lange mit uns unterhalten. Wir haben ihm Gedichte aufgesagt und am Ende hatte er oft noch einen guten Tipp für uns parat. Wie er dazu kam, hat er uns nie verraten. Aber gut, dass wir das jetzt endlich wissen.

Wie unterscheiden sich Bauchreden und Synchronsprechen voneinander? 

Sascha Grammel: Kaum! Als Bauchredner versucht man die Illusion zu erzeugen, dass eine Puppe lebt. Der Zuschauer muss das Gefühl haben, die Puppe spricht eigenständig. Sie muss sich realistisch bewegen und einen eigenen Charakter haben. Der kleinste Fehler dabei zerstört sofort die Illusion. Wenn es funktioniert, ist es das Größte. Man kann ein Wesen erfinden, ihm Stimme, Bewegungen und Charaktereigenschaften geben und es zum Leben erwecken.
Genau das Gleiche gilt beim Synchronisieren von Filmen. Sitzt die Stimme nicht synchron auf den Lippenbewegungen der Charaktere, stirbt die Illusion. Passt die Emotion der Stimme nicht zu der Szene, stirbt die Illusion.

Sie sind ja eigentlich Bauchredner. Wie sind Sie dazu gekommen? 

Sascha Grammel: Ich war und bin ein großer Fan der Muppet-Show. Ich liebe die Charaktere. Zum Bauchreden bin ich aber eher durch Zufall gekommen. Zuallererst wollte ich Zauberer werden.  Später ist mir ein Buch übers Bauchreden in die Hände gefallen. Anfangs wollte ich nur wissen, wie das funktioniert. Dann hat mich aber der Ehrgeiz gepackt und ich wollte es lernen. Meine erste Bauchrednernummer war allerdings grottenschlecht! Ich habe immer weiter an mir gearbeitet. Seit 1997 ist meine Leidenschaft auch mein Beruf und ich bin froh, mein Geld mit einer Sache verdienen zu können, die ich von ganzem Herzen mache.

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