Natur und Mensch

Kin­der zum Olymp

Am 10. Juli fand die Preisverleihung „Der Olymp“ des Wettbewerbs "Kinder zum Olymp" in Berlin statt. Der Olymp ist ein Preis, der an Programme vergeben wird, die Kindern Kunst und Kultur näherbringen. Wichtig ist dabei, dass es sich nicht um Einzelprojekte handelt, sondern um Programme, die lange anhalten und möglichst viele Kinder erreichen. Dabei wurden aus den Kategorien „Programme Kultureller Bildung“ und „Kulturelles Schulprofil“ jeweils drei Nominierte zur Preisverleihung eingeladen. Sie durften sich vorstellen und am Ende wurde aus jeder Kategorie ein Gewinner gekürt. Außerdem wurden zwei Sonderpreise für Programme im ländlichen Raum vergeben. Hier stellen wir euch die Programme vor, die gewonnen haben.

Und der Olymp geht an...

Kategorie „Kulturelles Schulprofil“ - IGS Herda aus Frankfurt am Main:

Das Motto der IGS Herda lautet „Einen Kunst für Jeden“. Die Ganztags- und Kulturschule bietet zusammen mit ausgewählten Partnern viele künstlerische Angebote für ihre Schülerinnen und Schüler an, die fest im Lehrplan verankert sind. Gewählt werden kann zwischen kreativem Schreiben, Tanz, Theater und vielen anderen Angeboten. Die Schule arbeitet unter anderem mit dem Theaterfestival „Starke Stücke“, mit Museen und Theatern zusammen, um so das Interesse der Kinder an Kunst und Kultur zu wecken.

Kategorie „Programme Kultureller Bildung“ - Stiftung Brandenburger Tor:

Die Stiftung Brandenburger Tor hat zusammen mit der Universität der Künste Berlin ein Programme ins Leben gerufen, das sich „Max – Artists in Residence an Grundschulen“ nennt. Das heißt übersetzt: Künstlerinnen und Künstler mit Sitz an Grundschulen. Insgesamt beteiligen sich fünf Schulen aus Berlin und zwei aus Brandenburg an diesem Programm. Das besonderes ist: Die kunstschaffenden Personen richten für ein Jahr ihr Atelier an einer Grundschule ein. Dort arbeiten sie dann mindestens drei Tage die Woche. Bei der Arbeit werden die Kinder mit einbezogen. Sie besuchen das Atelier während des Kunstunterrichts, um beim Arbeitsprozess mit dabei zu sein und machen dort auch selbst Kunst.

Sonderpreise im ländlichen Raum:

Die staatliche Regelschule Franz Kolbe

In dieser Schule können Kinder zwischen vielen kreativen Angeboten wählen. Außerdem sind verschiedene künstlerisch-kulturelle Fächer fester Bestandteil des Lehrplans. Dabei stellen die Kinder Projekte, wie einen historischen Schulweihnachtsmarkt oder ein Frühlingskonzert, selbst auf die Beine. Dazu werden Projekte mit ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Franz Kolbe Schule angeboten. So zum Beispiel mit dem Stylist und Modefotograf Maik Rietentidt: Er entwarf mit den Kindern eine Modekollektion aus Papier.

Avantgarde Schiphorst e.V.

In diesem Verein können Kinder und Jugendliche künstlerische Projekte selbst entwickeln und genau das umsetzen, worauf sie Lust haben. Sie können frei mitbestimmen und haben beim „Alles-ist-möglich-Mittwoch“ die Chance, sich auszutoben und ihre Kunst in Ausstellungen zu präsentieren. Außerdem können sie unterschiedliche Workshops zu besuchen.

Die Jury:

Michael Kaiser ist künstlerischer Leiter des Jungen Theaters in Freiburg und sitzt in der Jury, die den Olymp vergibt. Wir haben mit ihm über die Arbeit in der Jury gesprochen.

kindersache: Wie hat die Jurysitzung funktioniert? Wie viele Menschen sind daran beteiligt und wie oft trefft ihr euch?

Michael: Die Kulturstiftung der Länder versucht darauf zu achten, dass in den Jurys (pro Kategorie gibt es eine Jury) möglichst unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen. Zum Beispiel Menschen aus dem Bereich Museum, Theater und so weiter. Insgesamt waren wir pro Gruppe acht Jurymitglieder. Bevor wir uns dann alle in Berlin zur großen Jurysitzung treffen, bekommt jeder von uns um die 20-30 Bewerbungen zum Durcharbeiten zugeschickt. Immer zwei Jurymitglieder bekommen die gleichen Bewerbungen. In Berlin tauschen sich die beiden erst einmal aus, bevor in der großen Runde über die Bewerbungen gesprochen wird. Außerdem schauen wir uns gemeinsam Materialien, wie Filmclips, Websites usw. an, die eingereicht wurden.

kindersache: Nach welchen Kriterien wählt ihr die Gewinner aus?

Michael: Wir möchten nicht nur Einzelprojekte sehen. Wichtig sind uns Programme, die nachhaltig und übertragbar sind. Sie sollen an eine nächste Generation weitergereicht werden können und nicht nach ein paar Wochen beendet sein. Außerdem sollen sie an Orten, wie zum Beispiel Schulen, richtig verankert und fester Bestandteil werden. Wir finden es wichtig, dass die Programme etwas bewegen und verändern.

kindersache: Ist euch die Entscheidung leicht gefallen?

Michael: Also einfach ist es nie. Ich bin jetzt seit drei Jahren Mitglied in dieser Jury und der Weg zur endgültigen Entscheidung ist immer sehr aufregend. Man lernt in sehr kurzer Zeit wahnsinnig viele Programme kennen und ist von vielen total begeistert. Man muss allerdings die unterschiedlichsten Programme miteinander vergleichen und immer abwägen. Das ist manchmal sehr schwierig. Deshalb gibt es auch immer mal wieder Phasen, in denen die Jury länger diskutiert. Die Jury besteht ja auch aus ganz unterschiedlichen Menschen. So haben alle einen anderen Blick. Am Ende kommt uns das aber sehr zu Gute!

Vielen Dank für das Gespräch!

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