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Fridays for Future in Berlin

Seit einigen Monaten startet jeden Freitag in der Invalidenstraße in Berlin eine von mittlerweile vielen Demos für eine bessere Klimapolitik. Auch am 22. Februar haben sich Hunderte versammelt. Die Demonstrierenden sind hauptsächlich Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis. Es gibt aber auch ein paar Erwachsene, die sich dort anschließen. Einige halten sogar Plakate mit „Parents-for-Future“ hoch. Auch die Kinder und Jugendlichen haben etliche Plakate dabei. Man kann sehen, wie viel Mühe sich einige gegeben haben. Von bunt und witzig bis schlicht und fordern ist alles dabei. Etwas außerhalb haben sich einige Kamerateams und Fotografen aufgestellt. Sogar der Nachrichtensender WELT ist vor Ort.

Gemeinsam für's Klima

Zunächst heizen ein paar Redner die Stimmung an. Unter lautem Applaus wird verkündigt, dass die Demos mittlerweile in 230 Städten in Deutschland und in 40 Ländern weltweit regelmäßig stattfinden. Dann wird sich sozusagen warm gehüpft. „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle! Hey! Hey!“ schallt es durch den Park. Währenddessen werden an Bäumen und Straßenschildern weitere Plakate aufgehängt. Ein sehr bemerkenswerter Spruch lautet:

„Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann!“

„Ihr wollt uns verkohlen!“ – heißt es auf einem Plakat. Nach den Reden tritt eine Band auf und spielt einen speziell komponierten Song. Das hebt erneut die Stimmung. Alle klatschen im Takt mit. Es ist fast wie bei einem Konzert. Es ist ein toller Anblick, wie die bunten Plakate auf und ab hüpfen. Gegen zwölf Uhr bewegt sich die große Masse schließlich über die Invalidenstraße in Richtung Reichstag und Bundeskanzleramt. Immer wieder stimmen die Streikenden einen Spruch an und alle brüllen ihn nach. Es ist ein bewegendes Gefühl hier mitzulaufen. Man fühlt sich sehr stark verbunden, denn alle haben dasselbe Ziel: Das Klima zu schützen. Jeder, der mitläuft hat das Gefühl, von den anderen aufgenommen und akzeptiert zu werden. Die Streikenden lächeln sich gegenseitig an oder applaudieren, wenn ihnen ein Plakat besonders gefällt. Am Bundeskanzleramt endete die Veranstaltung, nachdem einige Reden gehalten werden.

Was sagen die Eltern und Lehrer dazu?

Natürlich wollten wir nicht nur die Stimmung einfangen, sondern auch ein paar Stimmen. Amelie und Hannah, beide 14 Jahre alt, haben unsere Fragen beantwortet:

Wie habt ihr von Fridays-for-Future erfahren? Wie seid ihr dazu gekommen?

Hannah: Also ich habe ein paar Freunde, die wohnen hier in Mitte und die sind extrem engagiert. Die Freunde haben mich in eine  WhatsApp-Gruppe gemacht und dort habe ich mitgeschrieben. Dadurch habe ich von Fridays for Future erfahren. Da dachte ich mir, umso mehr Stimmen, umso besser und deshalb habe ich mich dazu entschieden, an der Demo teilzunehmen.

Amelie: Mich hat meine Mutter dazu gebracht, nachdem Greta Thunberg Fridays for Future gestartet hat. Meine Mutter hat mir die Website von Fridays for Future gezeigt und ich finde es wichtig sich zu engagieren. Deswegen bin ich hier.

Was halten eure Eltern und Lehrerinnen und Lehrer davon, dass ihr hier auf der Demo und nicht in der Schule seid?

Amelie: Unsere Lehrerinnen und Lehrer sagen, dass man einen Fehltag bekommt, wenn man auf die Demo geht.

Hannah: Es gibt einige Lehrerinnen und Lehrer, die etwas dagegen haben. Sie unterstützen es gar nicht, dass wir hier sind. Unser Schulleiter hat gesagt, wenn er herausbekommt, dass wir auf der Demo sind, gibt es einen Tadel. Ich finde es persönlich nicht so schlimm und meine Eltern haben kein Problem damit, dass wir hier sind. Sie unterstützen diese Aktion.

 

Wart ihr selber auch schon mal auf einer Demo?

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Ja unsere Schule hat eine Veranstaltet